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Beetzsee Solarpark Briest bekommt Zuwachs
Lokales Potsdam-Mittelmark Beetzsee Solarpark Briest bekommt Zuwachs
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14:59 30.08.2018
Der zur Stadt Havelsee gehörende Teil des Briester Solarparks wird um rund 2700 Module erweitert. Quelle: Frank Bürstenbinder
Havelsee

Das Ende 2011 auf dem ehemaligen Briester Flugplatzgelände ans Netz gegangene Solarkraftwerk soll um eine weitere Anlage ergänzt werden. Dabei geht es um eine verhältnismäßig kleine Fläche, die sich ausschließlich in der Gemarkung Briest befindet. Entsprechende Pläne des Eigentümers, der MCG Management Capital Invest GmbH in Berlin, haben die Stadtverordneten von Havelsee auf ihrer jüngsten Sitzung befürwortet.

Wechselvolle Geschichte

Rund die Hälfte des 400 Hektar großen Solarparkgeländes ist heute bebaut. Zwei Drittel der Fläche gehört zum Hamburger Unternehmen Luxcara. Der Rest befindet sich außerhalb des Brandenburger Stadtgebietes in der Gemarkung Briest und wird von der Berliner MCG-Gruppe betrieben.

Wo heute über 380 000 Solarmodule stehen, befand sich einst der 1914 eröffnete Flugplatz Briest. Unter anderem unterhielten dort die Arado Flugzeugwerke einen Montagebetrieb. Nutzer waren Wehrmacht, Rote Armee, NVA und die Bundeswehr. Bis 2009 blieb Briest für den zivilen Luftverkehr als Sonderlandeplatz in Betrieb.

Ein Umbau des Flugplatzes zu einem Gewerbegebiet für Produkte der Luftfahrtindustrie scheiterte. Darunter auch die Ansiedlung eines Werkes für Dornier-Wasserflugzeuge. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben als Eigentümerin beantragte schließlich die Entwidmung des Sonderlandeplatzes, um einen Solaranlagen-Investor ansiedeln zu können.

Im Detail geht es um 2724 Solarmodule und aktuell um eine Transformatorenstation, die östlich des Löschwasserbeckens direkt an die vorhandenen Anlagen errichtet und anschließend eingezäunt werden sollen. Der Investor gibt die zusätzliche Nennleistung mit 750 kWp (Kilowatt Peak) an. Das entspricht in etwa dem Bedarf von 190 Vier-Personen-Haushalten. Bis zu dieser Größe ersparen sich Investoren seit der Überarbeitung des Erneuerbare-Energien-Gesetz 2017 die Teilnahme an einer öffentlichen Ausschreibung der Bundesnetzagentur, um die gesetzlich festgelegte Vergütung zu erhalten.

Keine Bedenken

Einstimmig haben sich die Stadtverordneten zum Bauantrag von MCG positioniert. Havelsee hat gegen eine Erweiterung des Solarparks keine Bedenken. „Das Bauvorhaben liegt ohnehin im Geltungsbereich des Bebauungsplans Solarkraftwerk Briest. Die dortigen Festsetzungen werden eingehalten“, teilte Amtsdirektor Guido Müller mit. Was allerdings noch fehlt sind Nachweise über Ausgleichsmaßnahmen. Ergänzt werden müssen noch die Erschließungswege innerhalb der Anlage. Auch der Standort für die Trafostation ist im Bauantrag nicht angegeben.

Havelsee-Bürgermeister Günter Noack Quelle: Frank Bürstenbinder

Wie klein die geplante Erweiterung auf Briester Gemarkung ist, zeigt die Zahl der bisher im gesamten Solarpark installierten 383 000 Solarmodule. Mit ihnen lässt sich der Jahresstrombedarf von rund 22 000 Haushalten decken. Die auf dem Gebiet der Stadt Havelsee gelegene Anlage gehört der MCG, der größere auf dem Territorium der Stadt Brandenburg gelegene Teil ist im Besitz der Hamburger Eigentümergesellschaft Luxcara.

Beide Unternehmen betreiben ihre Kraftwerke, die auf mehrere Betriebsfelder aufgeteilt sind, eigenständig. Ursprünglich hatte die bundeseigene Behörde Bima das 400 Hektar große Flugplatzgelände an den inzwischen insolventen Modulhersteller Q-Cells aus Thalheim verkauft. Dieser baute auch seine kristallinen Solarmodule auf, musste sich dann aber vom Solarpark trennen.

Gewerbesteuer für Havelsee

Positiv wurde in der Stadt Havelsee aufgenommen, dass die Kommune im Haushaltsjahr 2018 erstmals in Größenordnungen finanziell vom Solarpark profitiert. Und zwar in Form einer Gewerbesteuervorauszahlung in Höhe von 145 000 Euro. „Wir gehen mit der Vorauszahlung vorsichtig um, aber die Entwicklung nimmt in eine erfreuliche Richtung“, kommentierte Havelsee-Bürgermeister Günter Noack die Einnahmen aus dem Sonnenstrom. „Nach den Jahren der Sonderabschreibungen gehen wir in unseren Berechnungen davon aus, dass die Summen in Zukunft eher noch steigen werden“, kündigten die MCG-Geschäftsführer Jörg Eßer und Marco Manago gegenüber der MAZ an. Die Manager gehen davon aus, dass der Solarpark auch über die anvisierte Mindestlaufzeit von 20 Jahren Strom liefern wird.

Von Frank Bürstenbinder

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