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Beetzsee Jung, weiblich und erfolgreich im Einzelhandel
Lokales Potsdam-Mittelmark Beetzsee Jung, weiblich und erfolgreich im Einzelhandel
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03:59 18.03.2019
Stefanie Voigt ist seit fast zehn Jahren Inhaberin des Rewe-Marktes in der Annen-Galerie. Quelle: Jast
Brielow/ Brandenburg/H

Zwei junge Frauen und ihre Supermärkte: Ein Geschäft ist auf dem Land, das andere mitten in der Stadt. Was treibt die beiden Frauen an, was ließ sie in die Lebensmittelbranche gehen, was unterscheidet ihre Supermärkte?

Die 23-jährige Sarah Wollny wird als Einzelhandelskauffrau in die Fußstapfen ihrer Mutter treten und später den Supermarkt in Brielow übernehmen. Stefanie Voigt ist 36 Jahre alt und Inhaberin des Rewe-Marktes in der Sankt-Annen-Galerie.

200 Quadratmeter Verkaufsfläche hat der Edeka-Laden „Nah & Gut Wollny“ in Brielow. Zwischen 160 und 300 Kunden am Tag kaufen dort ein. Vor fast zehn Jahren hat Evelyn Wollny das Geschäft vom vorherigen Pächter übernommen. Damals entstand bei ihrer Tochter Sarah der Wunsch, Verkäuferin zu werden.

Sarah Wollny übernimmt später den Supermarkt ihrer Mutter in Brielow. Quelle: JACQUELINE STEINER

Ebenfalls vor fast zehn Jahren eröffnete Stefanie Voigt, damals gerade einmal 26 Jahre alt, den Rewe-Markt in der Sankt-Annen-Galerie. 1300 Quadratmeter Verkaufsfläche hat der Markt und ist damit fast sieben Mal so groß wie der in Brielow.

An normalen Tagen schieben 1000 Kunden ihre Einkaufswagen durch die Regalreihen. Vor Weihnachten und an Gründonnerstag sind es bedeutend mehr.

Etwa 20 bis 30 Rollwagen an neuer Ware kommen bei den Wollnys jede Woche an. So viel in etwa wie die Mitarbeiter von Stefanie Voigt jeden Tag an neuer Ware in die Regale neu einordnen müssen. 38 Beschäftigte zählt der Rewe-Markt.

Bis 19 Uhr zu öffnen: ein Kraftakt

Vier Frauen arbeiten im Brielower Supermarkt, das sind neben Mutter und Tochter Wollny noch zwei Teilzeitmitarbeiterinnen. Januar, Februar „haben wir eine ruhige Zeit“, sagt Sarah Wollny.

Mit dem März nimmt das Geschäft an Fahrt auf, wenn die Beetzsee-Urlauber und die Bungalow-Besitzer wieder in die Saison starten. Ab April, mit Beginn der Frühlingssaison, verlängern sich die Öffnungszeiten in Brielow.

Statt bis um 18 Uhr bleibt „Nah & Gut Wollny“ dann bis 19 Uhr geöffnet. „Es ist ein Kompromiss“, sagt Sarah Wollny. Schon diese Stunde mehr ist ein Kraftakt.

Zwei Berufswege in den Einzelhandel

Sarah Wollny lebt in Grebs. Nach der 10. Klasse absolvierte sie in Lehnin bei Edeka in Lehnin die Lehre zur Einzelhandelskauffrau. Sie ist 23 Jahre alt. Der Brielower Supermarkt gehört zur Edeka-Tochter Nah 6 Gut.

Stefanie Voigt besuchte das Grasow-Gymnasium in Brandenburg, verließ es nach der 10. Klasse. Sie absolvierte im Großhandel ihre Lehre, wegen sehr guter Leistungen beendete sie diese vorzeitig, sie übernahm später als Leiterin einen Supermarkt in Rathenow, machte parallel an der Abendschule ihr Abitur nach und ist seit Eröffnung der Sankt-Annen-Galerie Inhaberin des dortigen Rewe-Standortes. Mit 18 Mitarbeitern fing sie dort an, heute sind es 38.

In der Sankt-Annen-Galerie hat der Supermarkt jeden Tag von 8 bis 20 Uhr geöffnet, egal, ob Frühling oder tiefster Winter.

So verschieden Verkaufsfläche, Kunden-, Mitarbeiterzahl und Warenumschlag sind, es gibt viele Gemeinsamkeiten. Beide Geschäfte laufen unter den jeweiligen Inhaberinnen seit knapp zehn Jahren. Und: Für Sarah Wollny und Stefanie Voigt ist Einzelhandelskauffrau aus ähnlichen Gründen der Traumberuf.

Verkäuferin als Traumberuf

„Seit meinem zwölften Lebensjahr wollte ich Verkäuferin werden und zwar wegen des Kontaktes zu Menschen“, sagt Sarah Wollny. „Auf dem Dorf ist es so, dass man viel mit Menschen spricht, berät, hilft und plaudert. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es in einem Geschäft in der Stadt genauso wäre.“

Stefanie Voigt begründet ihre Berufswahl ähnlich: „Man muss Menschen mögen und Lebensmittel. Das spürt jeder Kunde, dass mir der Beruf Spaß macht.“

Sarah Wollny: „Die Leute sehen sich kaum noch im Dorf. Sie erzählen, dass der Laden der Treffpunkt ist.“

Der Markt als Begegnungsstätte

Auch da gibt es offenbar keinen großen Unterschied zwischen Dorf- und Stadtlage. „Der Markt ist eine Begegnungsstätte. Manche Kunden stehen stundenlang zusammen und reden miteinander. Ich könnt eine Insel mit Stühlen hinstellen“, berichtet Stefanie Voigt.

Eine weitere Übereinstimmung: Eigentlich würden die Wollnys, aber auch Stefanie Voigt die Verkaufsflächen gerne erweitern: „Im Sommer reicht der Platz kaum aus“, sagt Sarah Wollny. Die Fläche auf 400 Quadratmeter zu verdoppeln, wäre das Ziel. Doch noch gab es dazu keine Gespräche mit der Gemeinde als Eigentümerin des früheren Konsumgebäudes.

„Ich würde gerne hier noch einen Fleischer von Edeka haben wollen“, sagt Evelyn Wollny. „Die Kunden würden das annehmen, aber hier ist kein Platz im Gebäude.“ Der Parkplatz als Erweiterungsfläche sei groß genug, sagt Sarah Wollny.

Doppelte Verkaufsfläche als Traum

Expandierende Wirtschaft auf dem Lande, eine gute Nachricht für jede Kommune. „Auf jeden Fall“, sagt Sarah Wollny. Nun hofft sie mit ihrer Mutter, „dass wir unseren Traum verwirklichen können“.

Ein moderner, doppelt so großer Markt, das wäre es. „Im Moment ist hier alles etwas altertümlich“, sagt die Inhaberin.

Auch Stefanie Voigt, mit der Lage ihres Geschäftes so glücklich wie Sarah Wollny auf dem Land, würde gerne expandieren. „Größer wäre schon schön“, sagt die Geschäftsfrau. „Mehr Platz für Bio und Ware für Veganer.“ Vor zehn Jahren war dieses Segment „kein Thema“. Doch mehr Fläche steht nicht zur Verfügung, einzig eine Umstrukturierung des Marktes ginge.

Sarah Wollny mit dem Stammkunden Arno Kamischke. Quelle: JACQUELINE STEINER

Einer der Stammkunden in Brielow ist der 79-jährige Arno Kamischke: „Es ist schön für uns Ältere, die nicht mehr so mobil sind, dass es den Markt gibt.“

Rentner kommen vormittags

Auch bei Rewe in der Annen-Galerie kaufen viele Rentner ein, vor allem vormittags. „Manche kommen jeden Tag. Vermutlich, um unter Menschen zu kommen“, sagt Stefanie Voigt.

Am Alter der Kunden kann sie die Uhrzeit ablesen, morgens die Rentner, mittags die Angestellten „im Fokus den Pausenverzehr“, nachmittags die Familien.

Ähnlich ist es auch im Brielower Markt. „Und es kommen immer mehr Jüngere auch“, sagt Sarah Wollny. Immerhin ziehen weiter viele Familien in die Gegend. Selbst aus Päwesin und Fohrde kommen die Kunden.

Von Marion von Imhoff

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