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Beetzsee Uniformstreit: Neue Kleider oder Löschfahrzeug?
Lokales Potsdam-Mittelmark Beetzsee Uniformstreit: Neue Kleider oder Löschfahrzeug?
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13:22 25.10.2018
Amtsdirektor Guido Müller (r.) mit Innenminister Karl-Heinz Schröter. Müller hält derzeit nichts von einem Uniformwechsel bei der Feuerwehr. Quelle: Frank Bürstenbinder
Amt Beetzsee

 Flott und zeitgemäß soll die neue Dienstkleidung sein. Doch die vom Land geplante Einführung neuer Uniformen für die Freiwilligen Feuerwehren löst nicht überall Jubel aus. So sieht Beetzsee-Amtsdirektor Guido Müller derzeit keinen Bedarf für einen Wechsel. „Das hat auch mit Geld zu tun“, sagte der Verwaltungschef bei einem Besuch von Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) in dieser Woche in Gortz.

Müller hat schon mal überschlagen. Allein der Kauf von Jacken für die angedachten Tagesdienstuniformen, die keine Brusttaschen mehr haben, würde bei über 330 aktiven Kameraden im Amt Beetzsee eine Ausgabe von 30 000 bis 40 000 Euro bedeuten – ohne Schulterstücke. „Für die kompletten Uniformen könnten wir auch ein Löschgruppenfahrzeug kaufen“, gab Müller zu bedenken. Er sprach beim Besuch des Ministers nicht nur als Amtsdirektor, sondern auch als Feuerwehrmann.

Andere Sachen sind wichtiger

Mit dem Dienstgrad Erster Hauptbrandmeister ist Müller nicht nur Mitglied in der Feuerwehr in seinem Heimatdorf Klein Behnitz. Auch im Gerätehaus in Brielow hat der Verwaltungschef für den Einsatzfall einen Schrank reserviert. Viel wichtiger als neue Ausgehuniformen findet Müller im Moment die Versorgung mit Einsatzbekleidung, um die Kameraden in sicherer Ausrüstung zu den Alarmierungen zu schicken.

Auch was die Gestaltung des von einer Arbeitsgruppe des Innenministeriums vorgeschlagenen Dienstanzuges anbelangt, kann Müller dem Ergebnis nicht viel Gutes abgewinnen: „Die Dienstgradabzeichen sehen aus wie bei der Marine. Ich finde, unser Blau sollte Blau bleiben.“ Innenminister Schröter räumte Vor- und Nachteile einer Umkleidung ein, lobte aber die geschmeidigere Stoffqualität. Ehrennadeln und Medaillen würden sich leichter anstecken lassen, meinte der Minister. Die Neueinkleidung sei für ihn allerdings kein prioritäres Thema. Außerdem könnten die alten Uniformen abgetragen werden.

Prämiensystem wird nicht allen gerecht

Weiteres Thema am Rande der Übergabe eines Fördermittelbescheides für zwei Brandschutzmaßnahmen in Gortz und Marzahne war die ebenfalls vom Land geplante Einführung eines Prämiensystems für verdiente Feuerwehrleute. Innenminister Schröter geht davon aus, dass der Gesetzentwurf in etwa zwei Wochen vorgelegt wird. Die Regelung für einen finanziellen Anreiz des Ehrenamtes soll zum 1. Januar 2019 aufsteigend greifen. Nach zehn Jahren Mitgliedschaft könnte es 1000, nach 20 Jahren 2000 und nach 30 Jahren 3000 Euro geben.

Eine nachträgliche Zahlung auf vergangene Dienstzeiten schließt der Minister aus. „Das wäre unbezahlbar“, sagte Schröter vor Feuerwehrleuten aus dem Amt Beetzsee. Er sehe auch die Probleme, die das Prämiensystem mit sich bringen würde. Die Verwaltung und Nachweisführung wäre mit Bürokratie verbunden. Auch werde das System nicht allen Kameraden gerecht, da nicht alle unter den gleichen Belastungen zu arbeiten hätten. Für Kopfschütteln bei den Bürgermeistern sorgte die Ankündigung einer möglichen Beteiligung der Kommunen an den Prämienzahlungen über das Finanzausgleichgesetz.

Von Frank Bürstenbinder

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