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Beetzsee Domstiftsgut bewältigt schwierige Saison
Lokales Potsdam-Mittelmark Beetzsee Domstiftsgut bewältigt schwierige Saison
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17:05 21.09.2018
Heinrich Thiermann, Geschäftsführer Vielfruchthofes in Mötzow am Freitag im Gespräch mit seinen Gästen zum Saisonabschluss auf dem Vielfruchthof in Mötzow. Quelle: Rüdiger Böhme
Mötzow

Der Vielfruchthof Domstiftsgut Mötzow hat am Freitag seinen Saisonabschluss gefeiert. 4500 Tonnen Spargel und damit trotz der Dürre so viel wie 2017 hat das Unternehmen um Heinrich Thiermann in der diesjährigen Saison mit rund 1000 Beschäftigten geerntet. Dennoch war es kein gutes Jahr für das Unternehmen: „Erstmals haben wir die Saison mit einem Minus abgeschlossen“, sagte Thiermann am Rande der Veranstaltung. Grund sei das Überangebot von Spargel in diesem Jahr am Markt und der damit verbundene Preisverfall. Deutschlands größter Spargelbauer und Pächter des Domstiftsgutes baut in Potsdam-Mittelmark auf 500 Hektar Spargel an. Die Fläche entspricht der des vorigen Jahres. 120 Festangestellte zählt der Vielfruchthof Mötzow. Die übrigen Mitarbeiter sind Saisonkräfte.

Potsdam-Mittelmarks Vize-Landrat Christian Stein (3. v. l.) ist unter den Gästen im Domstiftsgut Mötzow. Quelle: Rüdiger Böhme

Zu 95 Prozent geht der Spargel des Unternehmens an den Lebensmitteleinzelhandel und wird nicht direkt vermarket. Deswegen habe sich der Preisdruck direkt auf das „Wir haben im Durchschnitt pro Kilogramm einen Euro weniger verdient“, sagte Heinrich Thiermann.

Der Vielfruchthof Domstiftsgut Mötzow

Zum Mötzower Unternehmen des Spargelbauers Heinrich Thiermann gehört der Vielfrucht- und Erlebnishof mit dem Schwerpunkt Spargelanbau. Daneben gibt es Flächen für Beeren und Mairübchen. Außerdem zählt zum Betrieb ein Hofladen und eine große Hofgastronomie mit saisonaler Speisekarte.

In der Kunstmühle gibt es regelmäßige Ausstellungen. Zudem finden im Domstiftsgut Kulturveranstaltungen statt und seit einiger Zeit auch die Wahl der Havelköniginnen.

Das landwirtschaftliche Mutterunternehmen des Familienbetriebes ist „Thiermann Spargel- und Beerenfrüchte“ liegt im Dümmer-Weserland in Niedersachsen.

Seit 17 Jahren pachtet das Familienunternehmen Thiermann das Domstiftsgut. Walter Paaschen (CDU), Vorsitzender der Brandenburger Stadtverordnetenversammlung, hob die Bedeutung des Unternehmens auch für den Tourismus in der Region hervor. Zugleich kritisierte Paaschen, dass der Verbraucher die Arbeit der Landwirte zu wenig wert schätze und rund 30 Prozent der Agrarerzeugnisse auf den Müll werfe. Der Kommunalpolitiker forderte eindringlich ein Umdenken in der Bevölkerung. Zugleich verwies er angesichts der Dürre auf die extremen Bedingungen in diesem Jahr für die Landwirtschaft. „Was der Sommer Ihnen abverlangt hat und dass Sie das bewältigt haben, verdient unseren Respekt.“ Thiermann handele zudem vorbildlich, indem er seinen Hof öffne und so die Spargelproduktion transparent mache, so Paaschen.

Gäste stoßen auf den Saisonabschluss am Domstiftsgut Mötzow an. Quelle: Rüdiger Böhme

Das Domstiftsgut feierte den Saisonabschluss mit 170 Gästen auch als Dank an die Mitarbeiter. Zugleich stand das Ereignis unter dem Motto Vielfalt im ländlichen Raum. Zu den Gästen zählten Partner aus der regionalen Wirtschaft und Vertreter aus Politik und Verwaltung wie Vize-Landrat Christian Stein, Beetzsee-Amtsdirektor Guido Müller und Kloster Lehnins Bürgermeister Uwe Brückner.

Walter Paaschen (CDU, l.), Vorsitzender der Stadtverordnetenversammlung, neben dem früheren Landtagspräsident Gunter Fritsch (SPD). Quelle: Rüdiger Böhme

 

Peter Schubert vom Landwirtschaftsministerium in Potsdam referierte über die 800-jährige Weinanbaugeschichte im Land Brandenburg. Um diesen auch in der Region zu fördern, unterstützt Heinrich Thiermann nun auch das Brandenburger Dom-Gymnasium. Für eine Flasche Wein pro Jahr als Gegenleistung verpachtet der Agrarunternehmer an das Gymnasium 1,3 Hektar in Südhanglage in Klein Kreutz. Dort bauen die Schüler ab dem Herbst Wein an und werden Reben pflanzen. Davon berichtete Schulleiter Winfried Overbeck. Seit 2014 bauen die Domgymnasiasten bereits auf dem Schulgelände Wein an. Sie bewirtschaften eine Fläche mit 180 Rebstöcken.

Winfried Overbeck, Direktor des Domgymnasiums berichtet vom Weinanbauprojekt an seiner Schule. Quelle: Rüdiger Böhme

Im ganzen Land Brandenburg wird auf 30 Hektar Wein angebaut. 15 Hektar waren es nach Angaben von Ministeriumsmitarbeiter Peter Schubert im Jahr 2009. Von den 190.000 Flaschen brandenburgischen Weins sind zwei Drittel Weißwein. Brandenburg sei im Bundesvergleich jedoch noch Entwicklungsland, sagt Schubert.

Heinrich Thiermann hat im Juni den Verdienstorden des Landes Brandenburg erhalten. Die Auszeichnung habe er stellvertretend für den ganzen Betrieb angenommen, betonte Thiermann.

Von Marion von Imhoff

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