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Beetzsee Philipp Stranz hat die Lizenz zum geführten Fischen
Lokales Potsdam-Mittelmark Beetzsee Philipp Stranz hat die Lizenz zum geführten Fischen
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12:20 02.08.2018
Angelguide Philipp Stranz mit einem vor wenigen Tagen in der Havel bei Pritzerbe gefangenen Wels. Quelle: privat
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Pritzerbe

 Der Drill dauerte nur 20 Minuten. Dann gab der Wels, der einem Tauwurmbündel nicht widerstehen konnte, den Kampf auf. Auf genau 2, 04 Meter brachte es der Urian, den Philipp Stranz (30) vor wenigen Tagen aus der Havel bei Pritzerbe zog. Der Fang sprach sich schnell herum. Große Räuber sind zwar keine Seltenheit mehr zwischen Plaue und Bahnitz, doch nicht jedem ist das Anglerglück so hold wie dem jungen Mann aus Pritzerbe.

Leihboote ohne Führerschein

Die Boote von Philipp Stranz liegen in Pritzerbe. Die führerscheinfreien Leihboote sind mit 6,50 Länge und zwei Meter Breite groß genug, um auch mehrere Tage und Nächte auf ihnen zu verweilen. Die Touren werden individuell geplant. Mehr dazu unter www.angelservice-havelsee.de.

Friedfische können im Land Brandenburg ohne Fischereischein beangelt werden. Dazu zählt auch der Karpfen. Nötig sind allerdings die Angelkarte und die Entrichtung der Fischereiabgabe. An Raubfisch ist vor allem Hecht, Zander, Rapfen, Barsch und Wels vertreten.

Stranz hat schon ganz andere Kaliber auf die Flossen gelegt. Drei Jahre war der gebürtige Brandenburger als Angelguide auf Italiens längstem Fluss, dem Po, unterwegs. Echte Welskracher von über 100 Kilo Gewicht und über 2,50 Meter Länge sind für die Sportfischer in Italien kein Anglerlatein.

Extrem wechselnde Wasserstände und enorme Großfische, zu denen auch Karpfen von über 30 Kilo gehören, machen den besonderen Reiz der Po-Fischerei aus. Doch mit der Geburt von Sohn Matheo zog es Stranz und seine ebenfalls angelnde Lebensgefährtin Claudia Heusinger zurück ins heimatliche Havelland.

Führen mit Lizenz

In Pritzerbe fand die Familie ein neues Zuhause. Die Faszination für den Angelsport ist geblieben. Heute zählt Stranz zu den wenigen Angelführern, die seit diesem Jahr mit einer Lizenz der Fischereischutzgenossenschaft Havel ausgestattet ist. Er darf Gastangler auf eigenen Booten zum Fisch führen. Zu seiner Angelphilosophie gehört der Grundsatz dem Fluss nur so viel Fisch zu entnehmen, wie am gleichen Tag verbraucht werden kann.

Dabei hält sich Stranz an so genannte Fangfenster, die im Volksmund auch als Küchenfenster bezeichnet werden. Diese schreiben vor allem für Raubfischarten Mindestgrößen und maximale Längen vor. „Wir brauchen auch die großen Hechte, Zander und Welse, um die Reproduktion für die nächsten Generationen zu sichern“, ist der Guide überzeugt.

Philipp Stranz in einem nach seinen Vorgaben gebautem Angelboot. Quelle: JACQUELINE STEINER

Sein Lieblingsrevier ist natürlich die untere Havel, von der Stranz schwärmt: „Wir haben ein wunderbares Gewässer direkt vor der Haustür. Davon können andere nur träumen. Für auswärtige Gäste sind geführte Angeltouren immer noch die beste Möglichkeit, um sich ein neues Revier zu erschließen.“ Zwar springen auch ihm die Fische nicht ins Boot, doch die Chancen auf einen guten Fang sind angesichts guten Bestände exzellent. Mit Ausnahme des Zanders vielleicht, dem das immer klarer werdende Wasser der Havel so gar nicht gefällt.

Angeltouren als Zweitjob

Unter dem Label Angelservice-Havelsee organisiert Stranz einen kompletten Angelurlaub oder nur ein stundenweises Guiding. Der Zielfisch muss nicht immer der Wels sein. „Ich fahre auf Wunsch der Kunden mit der Stippangel auf’s Wasser. Barsch und Karpfen versprechen ebenso spannende Angelerlebnisse“, weiß Stranz. Noch sind geführte Angeltouren für ihn ein Zweitjob. Denn sein Geld verdient Stranz eigentlich beim Pritzerber Hausbootverleiher Funboot Havelsee. Dort ist er der Mann für alles, was auf dem Wasser fährt. Dazu gehört die Einweisung der Touristen in ihre neue Rolle als Freizeitkapitäne.

Abschalten und neue Kräfte sammeln: Das sind für Philipp Stranz seit seiner Kindheit die wichtigsten Gründen dem Angelsport die Treue zu halten. Mit sechs Jahren meldeten ihn seine Eltern beim Verein „Fidele Angler“ am Quenz an. „Ihr wohl größter Fehler“, scherzt Stranz rückblickend. Denn für den kleinen Jungen wird die Angel schnell zur unersetzlichen Freizeitbeschäftigung. Er steigt in die Wettkampfszene ein, bringt es zum Deutschen Meister und Europameister.

Von Frank Bürstenbinder

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