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Beetzsee Weseramer wollen sicher über die Straße kommen
Lokales Potsdam-Mittelmark Beetzsee Weseramer wollen sicher über die Straße kommen
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10:41 17.04.2019
Noch ist es nur eine Fotomontage: So stellt sich die neue Bürgerinitiative den geforderten Fußgängerüberweg in Weseram vor. Auf diesem sollen Kinder und Erwachsene die andere Seite der Hauptstraße sicher erreichen. Quelle: Christian Wolf
Weseram

 Stundenweise Tempo 30 auf der Hauptstraße. Und das für nur wenige Meter. Dieses bislang einzige Zugeständnis der Behörden an mehr Sicherheit für Fußgänger ist nicht genug. Das finden jedenfalls zahlreiche Weseramer, die sich zu einer neuen Bürgerinitiative (BI)zusammengeschlossen haben. Ihre gemeinsame Forderung: Ausweisung von ganz Weseram als Tempo-30-Zone, die Einrichtung eines Fußgängerüberweges in Höhe der Bushaltestellen, mehr Tempo-Kontrollen und Sanktionen gegen Falschparker.

Weseramer warnen seit Jahren

Auf die Gefahren für Schulkinder beim Überqueren der Hauptstraße verweisen die Weseramer schon seit Jahren. Zugebilligt wurde nur eine stundenweise Absenkung der Höchstgeschwindigkeit für die Zeit der An- und Abfahrt der Schulbusse.

Die Einführung von Tempo 30 für die gesamte Ortslage scheiterte bislang an den Ergebnissen einer offiziellen Verkehrsmessung, die allerdings inzwischen fünf Jahre zurückliegt. Die Bürgerinitiative kommt heute auf ganz andere Zahlen mit Steigerungsraten von über 150 Prozent.

In den nächsten Tagen wird das Amt Beetzsee erstmals seine kürzlich angeschaffte Tempo-Anzeige einsetzen. Übertretungen werden nicht nur angezeigt, sondern auch gespeichert. Außerdem kann der Verkehr gezählt werden. Alle Daten lassen sich für Auswertungen auslesen.

 

„Wir haben im Dorf immer mehr Kinder. Gleichzeitig steigt die Zahl unserer älteren Mitbürger. Viele trauen sich kaum noch über die Straße. Der Verkehr auf der Landesstraße hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Wir wollen, dass die Weseramer sicher über die Straße kommen“, sagte Mitinitiatorin Janett Lötzsch bei der Gründungsversammlung der BI. Sie hatte vor knapp fünf Jahren schon einmal 100 Unterschriften für diese Forderung gesammelt.

Janett Lötzsch setzt sich mit der Bürgerinitiative Weseram für mehr Sicherheit beim Überqueren der Hauptstraße ein. Quelle: privat

Damals wurde nur ein Minimalziel erreicht. Bewilligt wurde Tempo 30 für den Bereich der sich gegenüberstehenden Bushaltestellen. Und zwar nur für die Hauptzeiten der Busse von 6 bis 9 Uhr und 12 bis 16 Uhr. Für den Bau einer Verkehrsinsel oder eines Überweges würde die Zahl der Fahrzeuge nicht ausreichen, hieß es vor fünf Jahren. „Inzwischen hat sich die Situation zugespitzt. Die Zahl der Durchfahrten ist sprunghaft gestiegen“, meint auch BI-Mitglied Christian Wolf.

Neue Anträge werden gestellt

Während zum Beispiel am 8. April 2019 von 6.30 bis 7.30 Uhr insgesamt 410 Autos in der Ortsdurchfahrt der L 91 gezählt wurden, waren es am 12. Mai 2013 zur selben Zeit nur 158. Eine rasante Steigerung, die auch auf die neuen Gewerbeansiedlungen im Logistik- und Versandbereich im havelländischen Nachbarkreis zurückzuführen ist. BI-Sprecherin Lötzsch kündigte deshalb eine erneute Beantragung von verkehrslenkenden Maßnahmen in Weseram an. Auch Unterschriften sollen noch einmal gesammelt werden.

In Weseram gibt es keine überdachten Bushaltestellen. Quelle: Frank Bürstenbinder

Roskows Gemeindebürgermeister Thomas Schulz sprach sich für ein gemeinsames Vorgehen für mehr Sicherheit in den Ortsteilen Weseram und Roskow aus. „Wir haben in Roskow bekanntlich die selben Probleme. Viele Kraftfahrer halten die Höchstgeschwindigkeit nicht ein. Das ist uns aber gerade vor dem Bereich der Schule besonders wichtig“, so der Bürgermeister. Allerdings gibt es in Weseram auch einige Probleme, die nichts mit dem Durchfahrtsverkehr zu tun haben.

Tempo-Anzeige kommt

Falschparker blockieren die Bushaltestellen und versperren Fußgängern bei der Überquerung der Fahrbahn die Sicht. Moniert wird durch die BI außerdem, dass beide Bushaltestellen keine Überdachung haben. Kinder und Erwachsene sind Wind und Wetter ausgeliefert. Amtsdirektor Guido Müller stellte in Aussicht gemeinsam mit der Kommune die Planung für überdachte Bushaltestellen anschieben zu wollen. Kurzfristig sei dagegen eine verstärkte Kontrolle des ruhenden Verkehrs auf falsches Parken möglich, versprach der Verwaltungschef. Außerdem soll ein Wechsel der ausgeblichenen Haltestellenschilder veranlasst werden.

Roskows Bürgermeister Thomas Schulz unterstützt die Forderungen der neuen Bürgerinitiative. Quelle: Frank Bürstenbinder

Unterstützen will das Amt Beetzsee von Tempo-Sündern geplagten Gemeinden bei der aktiven Geschwindigkeitskontrolle. Dafür hat die Verwaltung kürzlich eine elektronische Anzeige angeschafft. Das Gerät kann die Übertretungen nicht nur anzeigen, sondern auch speichern und den Verkehr zählen. „Wir werden die Anzeige zuerst in der Gemeinde Roskow aufstellen. Mit der Zählung können wir künftigen Anträgen an die Verkehrsbehörde des Landkreises hoffentlich mehr Gewicht verleihen“, sagte der Amtsdirektor bei der Gründungsversammlung der Bürgerinitiative.

Von Frank Bürstenbinder

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