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Befürworter des Bahnhofskaufs scheitern knapp

Michendorf erwirbt das Stationsgebäude nicht Befürworter des Bahnhofskaufs scheitern knapp

Die Gemeinde wird den Michendorfer Bahnhof nicht kaufen. Eine äußerst knappe Mehrheit der Gemeindevertreter votierte hinter verschlossen Türen gegen einen Kauf. Am Ende fehlte den Befürwortern nur eine Stimme. Nach der Abstimmungsniederlage werden nun aber noch andere Optionen ausgelotet.

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Die Gemeinde wird den Michendorfer Bahnhof nicht kaufen.

Quelle: Christel Köster

Michendorf. Der neue Vorstoß pro Kauf des Michendorfer Bahnhofs ist gescheitert. Die Kommune wird das Stationsgebäude nicht erwerben. Der Vorsprung der Gegner eines Kaufs war im zweiten Anlauf allerdings denkbar knapp. Hinter verschlossen Türen votierten am Montag zehn Gemeindevertreter gegen einen Kauf, neun votierten dafür, drei enthielten sich der Stimme. Abgestimmt wurde über einen Antrag von FDP, Linke und SPD, der vorsah, den Bahnhof für 114 000 Euro von der Deutschen Bahn zu erwerben. Den Wert hatte ein von der Verwaltung beauftragter Gutachter ermittelt.

Die drei Fraktionen hatten mit ihrem Vorstoß auf eine Petition aus der Bürgerschaft reagiert, bei der sich 1500 Leute für den Erhalt des Bahnhofslokals „Schneiders“ und für den Kauf des Stationsgebäudes durch die Kommune einsetzten. Die Initiative wollte, dass sich die Gemeindevertretung noch einmal mit dem Thema befasst und ihren Mai-Beschluss, den Bahnhof nicht zu kaufen, revidiert. Das erste Ziel wurde erreicht, das zweite nicht.

„Es ist eine große Enttäuschung, dass es keine Mehrheit für den Kauf gab, obwohl sich 1500 Leute dafür ausgesprochen haben“, sagte SPD-Fraktionschef Volker-Gerd Westphal. Linksfraktionschef Peter Pilling sprach von einer vergebenen Chance, Einfluss auf die Zukunft eines ortsbildprägenden Gebäudes zu nehmen.

„Mich stört, dass immer nur Bedenken und Risiken hervorgehoben wurden, statt die Chancen zu sehen, die zum Beispiel die Ministerin aufgezeigt hat“, so Pilling. Gemeint ist Infrastrukturministerin Kathrin Schneider, die jüngst sagte: Wenn eine Kommune ein klares Konzept für die Entwicklung des Bahnhofs hat, werde das Land so eine Initiative unterstützen.

Vor dem Votum hatte die Bauverwaltung ein Papier mit einer Gefahrenliste vorgelegt, die sich auch wie die Aufforderung las, die Finger vom Bahnhof zu lassen. „Es ist die Darstellung realer Risiken, die mit einem Bahnhofskauf verbunden sind“, verteidigte Bürgermeister Reinhard Mirbach (CDU) das Papier. „Ich muss als Bürgermeister auf Risiken aufmerksam machen.“ Im öffentlichen Teil der Sitzung hatte Gerd Sommerlatte (FBL-UWG) eine private Initiative für den Bahnhofskauf ins Gespräch gebracht: „Warum kann sich nicht ein Verein oder eine GbR um die Entwicklung des Bahnhofs kümmern?“ Gegründet werden könnte ein Verein oder eine GbR von Unterzeichnern der Petition, sagte CDU-Fraktionschefin Marion Baltzer.

Dem Vernehmen nach gab es bereits am Montag hinter verschlossenen Türen den Versuch der SPD, die Abstimmung über den Bahnhof zurückzustellen, um andere Konstruktionen auszuloten. Dazu kam es aber nicht.

„Wir werden jetzt prüfen, ob und wie ein Verein oder eine GbR aktiv werden kann, damit der Bahnhof in gute Hände kommt und nicht zum Spekulationsobjekt wird“, sagte SPD-Fraktionschef Westphal. Er kündigte an, dafür das Gespräch mit Mietern des Bahnhofs zu suchen. Zeit bleibt noch. Der Bahnhof ist noch nicht verkauft. Die Bahn plant nun für 2016 die Versteigerung.

Von Jens Steglich

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