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Potsdam-Mittelmark Begegnungsstätte zieht in den Klinkengrund
Lokales Potsdam-Mittelmark Begegnungsstätte zieht in den Klinkengrund
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02:15 03.09.2015
Carsten Tarrach leitet das Stübchen seit Jahresbeginn. Die Schattenbilder von Kindern und Erwachsenen hat er selbst entworfen und seinen Helfern auf die Fassade sprühen lassen. Quelle: Uwe Klemens
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Bad Belzig

Wenn der Plan von Carsten Tarrach aufgeht, geben sich in seinem „Stübchen“ künftig mehr Besucher die Klinke in die Hand, als es gegenwärtig der Fall ist. Ab 16. September öffnet das bisher am Bad Belziger Busbahnhof befindliche „Stübchen Vielfalt“ unter dem neuen Namen „Klinke 1“ im Stadtteil Klinkengrund seine Türen. Vor zwei Jahren als Begegnungsstätte zwischen einheimischen Familien und Familien mit Migrationshintergrund speziell für den sozialen Brennpunkt Klinkengrund gedacht, ist der Treffpunkt nun dort angekommen, wo er hingehört.

Als Tarrach das Stübchen zum Jahresbeginn als Projektleiter übernahm, wunderte ihn der Standort außerhalb des Klinkengrundes sehr. „Auch am Busbahnhof haben wir pro Monat etwa 40 bis 80 Besucher, aber direkt vor Ort erfüllt eine Begegnungsstätte sicher am besten den Zweck, für den sie gedacht ist“, so deren Chef. Als das vom Bundesamt für Migration geförderte Projekt vor zwei Jahren an den Start ging, scheiterte die Suche nach geeigneten Räumlichkeiten im Klinkengrund.

Vor zwei Jahren gestartet

Mit seiner Meinung, dass das Stübchen dort hingehört, blieb Carsten Tarrach nicht lange alleine. „Auch bei der Belziger Wohnungsgenossenschaft, in der Bauverwaltung der Stadt und in der evangelischen Kirchgemeinde stieß seine Idee eines Umzuges auf offene Ohren. Im Flachbau in der Hans-Marchwitza-Straße 1, direkt neben der Bad Belziger „Tafel“, wurde man bei der erneuten Raumsuche fündig. „Einen besseren Nachbarn hätte es nicht geben können“, sagt Tarrach. Denn zu den Gästen der Tafel gehören seiner Meinung nach viele, die zu den künftigen Besuchern gehören könnten. Passend zur Adresse und zum Symbol der offenen Tür fand er den Namen „Klinke 1“ treffender als „Stübchen“, was eher nach Hausmannskost und Skatabend klingt.

Die Angebote der „Klinke“

Die Begegnungsstätte „Stübchen Vielfalt“ wurde vor zwei Jahren in Kooperation zwischen dem Bundesamt für Migration und dem Arbeits und Ausbildungsförderungsverein Potsdam-Mittelmark als Projektträger geschaffen.

Menschen aus allen Erdteilen, die heute im Hohen Fläming leben, gehören zu den regelmäßigen Besuchern.

Unter ihrem neuen Namen „Klinke 1“ leistet die Begegnungsstätte auch künftig Beratung zu allen Fragen des Zusammenlebens und der Integration und ist zugleich ein Ort der Begegnung.

Zu den regelmäßigen Veranstaltungen gehört zwei Mal im Monat ein Sprachtraining für Deutschlernende.

Die Öffnungszeiten sind montags bis mittwochs von 13 bis 15 Uhr, sowie mittwochs von 9 bis 12 Uhr.

An beidem wird es auch in der Klinke 1 künftig nicht fehlen, wie ein Blick in den Veranstaltungskalender zeigt. „Das Beste, was man machen kann, um Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen, sind Kochabende“ plaudert Tarrach aus seinen Erfahrungen mit bereits zwei Veranstaltungen dieser Art. „Beim ersten Abend im März waren auf Anhieb zwanzig Leute dabei, beim zweiten Mal waren es doppelt so viele.“

Grillen für alle

Zum „Interkulturellen Grillen“ lädt er nun am 25. September ab 15 Uhr in die Klinke. Ein Hausschlachter aus Schwanebeck und der Inhaber des türkischen Döner-Standes im Klinkengrund lassen sich an diesem Tag über die Schulter schauen und laden natürlich auch zum Zugreifen ein.

Zugreifen müssen Carsten Tarrach und seine Hand voll ehrenamtlicher Helfer auch vorher noch fleißig. Gegenwärtig schwingen sie kunstvoll die Malerpinsel und haben bei dieser Gelegenheit auch gleich die Fassade der Tafel ein wenig mitverschönt. Flyer in jedem Hausflur der Neubausiedlung sollen auf das neue Begegnungsangebot und auf die geplanten Sonderveranstaltungen aufmerksam machen. „Jeder ist willkommen, egal ob er Fragen hat, Hilfe braucht, andere Menschen treffen, im Kreativraum eigene Ideen verwirklichen oder einfach nur einen Kaffee trinken will“, so Tarrach.

Von Uwe Klemens

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