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Begründerin der Kleinmachnower Kulturszene

Schriftstellerin Marianne Schmidt mit 88 Jahren gestorben Begründerin der Kleinmachnower Kulturszene

Sie hat den legendären Joliot-Curie-Club in der Neuen Hakeburg Kleinmachnow im Jahr 1962 mitgegründet – jetzt ist die Schriftstellerin und Literaturwissenschaftlerin Marianne Schmidt mit 88 Jahren in Kleinmachnow gestorben. Thomas Singer, Gemeindevertreter der Linken, erinnert an die Autorin und schlägt eine Ehrung vor.

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Marianne Schmidt (1929-2017).

Quelle: Privat/Thomas Singer

Kleinmachnow. Die Kleinmachnower Schriftstellerin und Literaturwissenschaftlerin Marianne Schmidt ist bereits am 18. September im Alter von 88 Jahren gestorben. Der Gemeindevertreter Thomas Singer (Linke) hat auf die Verdienste der Verstorbenen hingewiesen und schlägt vor, Marianne Schmidt auf der heutigen Sitzung der Gemeindevertreter „in ehrendem Angedenken zu erwähnen“. Schmidt sei von Mitte der 1950iger Jahre bis zur Wende Gemeindevertreterin und Mitglied des Kulturausschusses gewesen, so Singer. „Ihr Name ist eng mit der Kleinmachnower Künstlerszene verbunden mit der Etablierung des Joliot-Curie-Clubs 1962 in den Räumen der Hakeburg und den folgenden Jahren am Zehlendorfer Damm“, berichtet Singer.

Mit diesem Club habe sich nach dem 13. August 1961 eine eigene Kunst- und Kulturszene herausgebildet, die ein Markenzeichen von Kleinmachnow wurde. Seit Ende der 1960iger Jahre war Marianne Schmidt Professorin am Literaturinstitut in Leipzig. „Dadurch und ihre Verbindungen aus ihrer Arbeit im Schriftstellerverband und zu vielen Schriftstellern, die bei ihr studiert hatten und zu deren Verlagen, war sie über Lesungen und Vorträge immer eine Vermittlerin des aktuellen Literaturgeschehens nach Kleinmachnow.“

Und auch in den letzten 27 Jahren habe sie immer wieder mit eigenen Vorträgen auch selber zum Kulturleben in Kleinmachnow beigetragen. „Weniger bekannt ist sie als Autorin – bekannt ist ein Gedicht von ihr, geschrieben im Gedenken an ihren Mann, den Kleinmachnower Schriftsteller Konrad Schmidt (1926-1995). „An einem Buch über ihn arbeitete sie buchstäblich bis in ihre letzten Tage, wurde aber nicht mehr fertig“, erzählt Singer. Mit der Schreibwerkstatt für junge Talente im Rahmen des Kultur- und Kunstvereins und nach dessen Auflösung 2009 auch aus eigener Kraft habe sie auch in hohem Lebensalter ihre Erfahrungen aus der Ausbildung von Schriftstellern am Literaturinstitut in Leipzig auf junge Menschen in der Region übertragen, die heute nun selber erfolgreich veröffentlichen.

„Die Buchausgabe mit einer Sammlung von Geschichten, Gedichten und Erzählungen – auch durch die finanzielle Unterstützung der Kleinmachnower ermöglicht – wird die Erinnerung hier ganz konkret weiter tragen“, sagt Thomas Singer.

Von Jürgen Stich

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