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Potsdam-Mittelmark „Bei Zartmann ist es immer voll“
Lokales Potsdam-Mittelmark „Bei Zartmann ist es immer voll“
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18:15 19.04.2016
Petra Kiekebusch sorgt in ihrem kleinen Bistro für mediterranen und kulturellen Genuss. Quelle: Claudia Krause
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Güterfelde

Nach der Lesung ist vor der Lesung. Das kleine Bistro „Genuss No. 7“ am Kirchplatz hat mit dem geschmackvoll ausgestatteten alten Pferdestall, in dem kleine mediterrane Speisen und ausgesuchte Weine serviert werden, nicht nur italienisches Flair in den Ort gebracht. Inhaberin Petra Kiekebusch reicht auch „Genüsse für die Sinne“, wie die 51-Jährige es nennt. Zum beliebten Haus- und Hof-Vorleser ist Schauspieler Jürgen Zartmann (u.a. „Zur See“, „Das Geheimnis der Anden“, „Die Bilder des Zeugen Schattmann“, Polizeiruf 110, „Verbotene Liebe“) avanciert.

Schauspieler Jürgen Zartmann ist seit 1985 Stahnsdorfer und kommt zu Lesungen gern nach Güterfelde. Quelle: Agentur Mosblech

Gerade erst zurück aus Lüneburg (Niedersachsen) von einem Casting zur ARD-Vorabendserie „Rote Rosen“ sorgte er am Freitagabend erneut für ein volles Haus. Mit „Liebesbriefen großer Männer“ versüßte er den Gästen den Einstieg ins Wochenende. Die nächste Lesung ist bereits besprochen: Am 20. Mai schlägt Zartmann Stefan Heyms „Und immer sind die Männer schuld“ auf. Während das Bistro auf dem jahrhundertealten Vierseithof gegenüber der Kirche Mittwoch bis Sonntag regulär 14 Gästen gleichzeitig Platz bietet, rücken die Besucher zu den Lesungen zusammen, damit 30 zuhören können.„Bei Zartmann ist es immer voll“, sagt die gelernte Bauingenieurin, die seit 25 Jahren in Güterfelde lebt und sich mit der kleinen Lokalität einen Wunsch erfüllt hat. Gern bewirtet sie Ausflügler, Firmen und Familien, die in dem alten Gemäuer verweilen wollen. Die Chefin kauft bei Spezialisten, holt dreimal im Jahr Weine und Öle aus Italien, kocht selbst und beweist ein Händchen für Antipasti und Ambiente.

Jürgen Zartmann gehört schon länger zu den Stahnsdorfern als die gebürtige Rostockerin. Der heute 75-Jährige wohnt seit 1985 mit Ehefrau Christine und Dackel („Immer wieder Dackel!“) in der grünen Gemeinde. Der damalige Bürgermeister habe Promimäßig der noblen Nachbargemeinde Kleinmachnow Paroli bieten wollen und hatte DDR-Prominente wie den Berliner Schauspieler direkt angesprochen, nach Stahnsdorf zu ziehen. „Suchen Sie sich was aus und ich schaue, was sich machen lässt. Da wurde uns die Ansiedlung relativ leicht gemacht“, erinnert sich Zartmann. Und: „Ich bedaure es nicht. Berlin ist ein Moloch, eine Kloake“, sagt er. Auf dem Vierseithof von Kiekebuschs, zu dem ein Baugeschäft, Ferienappartements und das Bistro gehören, fühlten sich Zartmann und seine Frau von Anbeginn wohl. „Wir sind öfter da und genießen es, wenn abends die Sonne in den Hof scheint“, erzählt der Stahnsdorfer. Und da die eine wollte und der andere konnte, verabredeten sich Inhaberin und Künstler zu Lesungen, die alle vier bis sechs Wochen stattfinden. Lange vorher bekannt sind die Inhalte nicht. „Ich lese sehr viel und wenn mir etwas auffällt, das ich gern vorstellen möchte, entscheide ich spontan“, sagt Zartmann. So könne schon mal Geschichten von Ferdinand von Schirach ebenso wie Gedichten und Prosa von Tucholsky oder Lyrik von Heine unter der gewölbten Decke mit den historischen Eisenträgern gelauscht werden. Zartmann geht bis Mecklenburg-Vorpommern auf Lesetour.

Daheim im Ortsteil Güterfelde erreicht er eine große Fangemeinde, die sich im August auf die Sommerlesung im Hof freuen darf. Im vorigen Jahr teilten sich Zartmann und die Potsdamer Schauspielerin Rita Feldmeier dabei die Rollen von Clara und Robert Schumann. „Es war großartig“, schwärmt Petra Kiekebusch noch heute. Aber sie mag ebenso die Auftritte des Luna-Jazz-Quartetts aus Kleinmachnow, das immer wieder neue Gast-Musiker mitbringt. Für den 9. Juli kündigt sie ein großes Luna-Konzert an. Auch für andere kleine, feine Beiträge ist sie offen. „Aber es muss passen. Zum Raum, zu meinem Angebot“, so die Frau, die auch Mutter und Oma ist.

Knabenchor aus Wolgograd

Im Rahmen der Partnerschaft zwischen dem Kirchenkreis Teltow-Zehlendorf und der russischen Stadt Wolgograd kommt der Knabenchor vom 24. Juni bis 4. Juli nach Berlin. Am 3. Juli um 17 Uhr gastiert der Chor im Güterfelder Bistro „Genuss No. 7“ (bei Regen in der Dorfkirche). Es ist sein achter Besuch seit 1996, zuletzt war er 2013 hier.

Die hohen Stimmen werden von 16 Jungen zwischen 8 und 13 Jahren, die tiefen Töne von zehn Sängern zwischen 14 und 18 Jahren gesungen.

Jetzt sind die „Knaben“ von damals im Stimmbruch, neue Jungen erhalten ihre stimmliche und musikalische Ausbildung. Seit mehr als einem Jahr bereiten sie sich intensiv auf den Besuch in Berlin vor. Es gibt Besichtigungstouren, mehrere Konzerte und Proben mit dem Staats- und Domchor.

Kontakt: Petra Kiekebusch, Güterfelde, Kirchplatz 7. Kartenvorbestellungen für Veranstaltungen und weitere Infos unter 0173/7236125.

Ein besonderer Termin liegt ihr noch am Herzen: Am 3. Juli kommt der Knabenchor aus Wolgograd auf ihren Hof: „Der Erlös des Konzertes soll allein den Jungs zugute kommen“, sagt Petra Kiekebusch und wünscht sich viele Gäste.

Der Knabenchor aus Wolgograd singt oft in Kirchen. In Güterfelde gibt er im Hof am Kirchplatz 7 ein Sommerkonzert. Quelle: Privat

Von Claudia Krause

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