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Beide Kandidaten fordern „Stammbahn“

Kleinmachnow: Duell der Bürgermeister-Kandidaten Beide Kandidaten fordern „Stammbahn“

Die Kleinmachnower BiK-Fraktion holte Michael Grubert (SPD) und Uda Bastians (CDU) zur ersten Diskussionsrunde auf die Bühne. Denn am 27. November gilt’s: dann ist Wahltermin für den Bürgermeisterposten in der boomenden Speckgürtelgemeinde. Amtsinhaber Grubert gilt als Favorit – doch seine CDU-Kontrahentin ist nicht zu unterschätzen.

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Lebhafte Debatte in Kleinmachnow.

Quelle: M. St.

Kleinmachnow. Ein Kandidaten-Duell à la Clinton contra Trump war es nicht und sollte es auch nicht werden. In Kleinmachnow geht es gesittet zu; gefetzt wurde sich nicht, aber gescherzt wurde schon mal am Dienstagabend bei der ersten öffentlichen Diskussion mit den Kandidaten für die Bürgermeisterwahl am 27. November. Die BiK-Fraktionäre Katharina Storch und Roland Templin hatten Amtsinhaber Michael Grubert (SPD) und seine Herausforderin Uda Bastians-Osthaus (CDU) zu den Themen Bauen, Bürgerbeteiligung, Lebensqualität, Verkehr und Zukunftskonzept im Rathaussaal befragt.

Vor den etwa 100 Kleinmachnowern, darunter etliche Gemeindevertreter, waren sich Grubert und Bastians-Osthaus einig, dass sie die Gemeinde „weiter entwickeln und mit den Bürgern reden wollen“. „Dieser Ort kann mehr“, ist sich die Herausforderin sicher und der Amtsinhaber betonte, „dass er schon seit acht Jahren mit den Bürgern redet“ und sich „viel getan“ habe. Grubert und Bastians-Osthaus wollen die Verlängerung der S-Bahn, eine Option für die Wiederbelebung der Stammbahn, den Ringschluss. Bastians will auch noch einen „flexiblen Rufbus für Jugendliche“ und eine Erhöhung der „Taktzeiten am Tage“ nach Berlin. Bis 20 Uhr fahren die Busse täglich bereits alle 20 Minuten und es gibt einen Nachtbus, warf Peter Weis, BiK-Mitglied im Kreistag, ein. Dank des TKS-Buskonzeptes, für das immerhin 780 000 Euro Mehrkosten anfallen, an denen sich der Kreis mit 390 000 Euro, Kleinmachnow mit 180 000 Euro sowie Stahnsdorf/Teltow mit je 130 000 Euro beteiligen, so Grubert. Und das von der AOK angebotene Disco-Ticket zum halben Preis „wurde in Kleinmachnow nicht angenommen“, so Grubert.

Bürgermeisterwahl am 27. November

Die Kleinmachnower wählen am 27. November 2016 einen neuen Bürgermeister. Wird eine Stichwahl nötig, findet sie am 11. Dezember 2016 statt.

Einzige Kandidaten sind der seit April 2009 amtierende bisherige Bürgermeister Michael Grubert (57) von der SPD und Uda Bastians-Osthaus (44) von der CDU.

Die Christdemokratin lebt seit mehr als zehn Jahren in Kleinmachnow, arbeitet derzeit beim Deutschen Städtetag als Referentin und ist seit 2014 Gemeindevertreterin der CDU.

Beide Kandidaten sind Volljuristin, verheiratet und haben vier (Grubert) bzw. zwei Kinder.

Beide Kandidaten sind gegen Lärm, Stau und schlechte Wege, wollen bessere Bedingungen für Ältere mit Gehhilfen, aber auch für die Mutter mit dem Kinderwagen; „manche Bürgersteige sind Rinnsale“, kritisierte ein Bürger. Vernünftige und sichere Radwege sollen entstehen, auch wenn die Kandidatin selbst „lieber auf der Straße fährt“. Die kombinierten Geh- und Radwege seien zu schmal, monierte sie. Grubert will „wenigstens immer auf einer Seite der Straße“ einen Radweg und appellierte an die Leute „für mehr Toleranz“. Die CDU-Frau forderte beim Amtsinhaber das bis zum Sommer versprochene Parkkonzept für den problembeladenen Rathausmarkt (Wohnen, Gewerbe, Stau, Parken, Schulwegsicherung) ein. Eine Antwort, warum es Ende September immer noch nicht vorliegt, blieb Grubert in der Runde schuldig. Sagte aber, dass zum 1. August ein Verkehrsplaner eingestellt wurde. Mit dem werde zunächst „der fließende Verkehr“ analysiert – 30er- und 50er-Straßen und die Radfahrbedingungen in den Fokus gerückt. Beim Thema Verkehr blieb Bastians-Osthaus hart: Sie wolle auch erst ein Konzept für die Förster-Funke-Allee haben bevor ihre Fraktion der Bebauung auf dem Grundstück zwischen Bio-Company und Hoher Kiefer zustimmt. Das, so bat Grubert sie, sollte sie „bitte nicht blockieren“, denn „die dort 25 bis 30 Senioren in den barrierefreien Wohnungen führen sicher nicht zum Verkehrskollaps“. Am 3. November soll dem B-Plan zugestimmt werden, damit 2017 mit dem Bau begonnen werden könne.

Bei den Vorhaben gingen die Meinungen nicht gänzlich auseinander. So wollen beide auch, dass es bezahlbare Wohnungen und eine gute Durchmischung gibt. Grubert verteidigte den Beschluss zur Bebauung am Stahnsdorfer Damm mit rund 130 gemeindeeigenen (Gewog) und privaten Wohnungen/Häusern (100) und kündigte für die Gewog-Quartiere eine Belegungsrichtlinie für Kleinmachnower an. Bastians-Osthaus bezweifelt jedoch den Druck und die hohe Zahl der Wohnungen. Es gäbe keinen einzigen Fall, in dem etwa eine Kita-Erzieherin nicht gekommen wäre, weil sie hier keine preiswerte Wohnung gefunden hätte. Dafür forderte sie eine entsprechende Infrastruktur: „Ein Bäcker und 1/2 Läden reichen da nicht.“

Von Claudia Krause

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