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Potsdam-Mittelmark Beim Finale vor Ort: Dieser Fan fährt trotz DFB-Aus nach Moskau
Lokales Potsdam-Mittelmark Beim Finale vor Ort: Dieser Fan fährt trotz DFB-Aus nach Moskau
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16:59 12.07.2018
Thomas Harbarth aus Jeserig hat ein Ticket für das WM-Finale am Sonntag in Moskau. Der Hardcore-Fan hält nun zu den Franzosen. Quelle: Tobias Borchers
Jeserig

Thomas Harbarth ist auf dem Sprung nach Moskau, die Koffer sind gepackt. In der russischen Hauptstadt wollte der Jeseriger eigentlich der deutschen Fußballnationalmannschaft im Finale der WM zujubeln. Dass daraus nichts wird, ist allseits bekannt. Die DFB-Kicker haben sich schon nach der Vorrunde verabschiedet.

Harbarth ist glühender Fußballanhänger. Hertha BSC ist seine Lieblingsmannschaft, doch mindestens genauso brennt er für die Nationalelf. Klar also, dass die Freude im Hause Harbarth groß war, als die Zusage für eine – nicht ganz günstige – Finalkarte eintrudelte. Thomas Harbarth selbst wurde davon überrascht – Gattin Simone hatte sich eigenmächtig um eine Karte beworben.

Die Gattin überraschte ihn zum runden Geburtstag

Es war das perfekte Geburtstagsgeschenk für ihren Mann. „Weil er es auf der Kreditkartenabrechnung gesehen hätte, musste ich es ihm schon vor seinem Geburtstag sagen“, berichtet Simone Harbarth. „Er war baff und hat sich riesig gefreut. Alles richtig gemacht also mit dem Präsent zum runden 50.“, freut sich die Ehefrau, die von ihrem Liebsten im Laufe der Jahre auch mit dem Fußballfieber infiziert wurde.

Thomas Harbarth aus Jeserig (Groß Kreutz), glühender Fan der deutschen Nationalmannschaft, hat Tickets für das WM-Finale am Samstag in Moskau. Die MAZional11 hat ihn kurz vor dem Abflug zuhause besucht. Quelle: Tobias Borchers

Thomas Harbarth ist im Ort für seine Fußballverrücktheit bekannt. Regelmäßig lädt er in seinen Partykeller, der inzwischen als „Jeseriger Fanmeile“ bekannt geworden ist, zum Rudelgucken mit bis zu 17 Personen. „Dann ist hier immer mächtig Stimmung in der Bude“, sagt Harbarth nicht ohne Stolz.

Eigens für die DFB-Elf hat er ein Plakat entworfen

Klar also, dass er sich auch für seinen Russland-Trip etwas Besonderes würde einfallen lassen müssen. „Ich fertigte ein Plakat an, um meine Unterstützung für unsere Jungs zum Ausdruck zu bringen“, sagt Harbarth. Freunde, Verwandte und Bekannte signierten dieses in zweifacher Ausfertigung. Eines sollte ins Reisegepäck, das andere am besten direkt zu den deutschen Elitekickern gelangen. Zweiteres stellte sich jedoch als schwierig heraus.

Thomas Harbarth mit dem eigens für die DFB-Elf erstellten Plakat. Er hat es am Sonntag im Stadion bei sich. Quelle: Tobias Borchers

Zu sehr schirmt der DFB seine Spieler inzwischen ab, als dass man mal eben einfach ein liebevoll gestaltetes Motivationsplakat einreichen könnte. Harbarth setzte trotzdem alle Hebel in Bewegung, kontaktierte den DFB, das ZDF, die ARD und den rbb. Selbst die Telefonnummer des Vaters von Hertha-Verteidiger Marvin Plattenhardt besorgte er sich – doch helfen konnte oder wollte trotz ausführlicher Schilderung seines Anliegens keiner.

Nun hält Harbarth zu den Franzosen – und hat noch einen Wunsch

„Schwamm drüber, das hatte sich mit dem frühen Aus ja sowieso erledigt“, sagt Hardcore-Fan Harbarth, der diese und die sportliche Enttäuschung inzwischen abgehakt hat und sich nun auf seinen Solo-Kurztrip nach Moskau freut.

Im WM-Finale am Sonntag im Moskauer Luschniki-Stadion hält es Thomas Harbarth nun mit den Franzosen. Er hofft, dass er in seinem Block auf Fans der Equipe Tricolore trifft. „Sie haben einfach das beste Team, deshalb wünsche ich ihnen den Titel“, sagt er.

Außerdem würde Harbarth mit seinem weißen Deutschland-Trikot, das er am Sonntag natürlich tragen wird, auffallen. Denn einen Wunsch hat er noch: Er will mit seinem Plakat ins Fernsehen. „Ich habe aus der 2018 einfach eine 2022 gemacht, in vier Jahren gibt es ja die nächste Chance auf den Titel.“ Echte Fans verlieren nie ihren Optimismus.

Von Tobias Borchers und Philip Rißling

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