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Beirat und Initiative üben Schulterschluss

Protest gegen Schwanebecker Schweinemast Beirat und Initiative üben Schulterschluss

In Schwanebeck (Potsdam-Mittelmark) halten die Proteste gegen die Schweinemast am Rande des Dorfes mit 280 Einwohnern an. Jetzt praktizieren die seit Jahren in dieser Angelegenheit aktive Bürgerinitiative und der hiesige Ortsbeirat den Schulterschluss.

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Direkt am Ortsrand von Schwanebeck stehen großen Schweinemastanlagen. Von ihnen gehen üble Gerüche aus, beklagen die Einwohner.

Quelle: Andreas Koska

Schwanebeck. „Durchhalten und kämpfen!“ Diese Parole gab Ortsvorsteher Walter Rettig aus für den Kampf gegen den Lärm und die Geruchsbelästigungen, die von den beiden noch aktiven Schweinemastanlagen in Schwanebeck ausgehen. Gleichzeitig übte der Ortsbeirat in seiner jüngsten, sehr gut besuchten Sitzung den Schulterschluss mit der Bürgerinitiative um Eberhard Boese und Siegfried Spiewock.

Boese versuchte die Einwohner von Schwanebeck auf den neuesten Stand der Entwicklung zu bringen – ähnlich wie in Fredersdorf, wo sich ebenfalls Widerstand regt. Demnach besitzt Dirk Balmer die Anlagen in den Straßen Am Gesundbrunnen und Am Denkmal. Obwohl die Schweinemast am Nordrand des Dorfes Bestand-schutz genießt, ist sie derzeit stillgelegt, da gegen Umweltauflagen verstoßen wurde und weitere Bedingungen nicht erfüllt worden seien. „Dennoch besteht die Möglichkeit, den Betrieb wieder aufzunehmen, wenn die Auflagen erfüllt werden“, erklärte Boese.

Anlage derzeit stillgelegt

Der Schwanebecker kämpft seit Jahren gegen die von den Anlagen ausgehenden Belästigungen. Besonders verärgert sind die Akteure der Bürgerintiative, dass Verstöße gegen Auflagen nur schleppend geahndet werden. Lange Zeit vertrat das Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz als oberste Aufsichtsbehörde den Standpunkt, dass Bestandsschutz gelte und sie dagegen nicht einschreiten könne.

Nach Auffassung von Eberhard Boese arbeitet die Anlage Am Denkmal 18 widerrechtlich. Zum einen seien dort zu viele Schweine untergebracht. Zum anderen würden sich Umweltverstöße häufen, ohne dass das Landesumweltamt einschreite. „Es ist ein Unding, dass eine derart technisch veraltete Schweinemastanlage mit Güllewirtschaft unmittelbar am Ortsrand betrieben werden darf“, resümierte Boese in der Sitzung des Ortsbeirates.

„Anlage arbeitet widerrechtlich“

Als das größte Problem sieht der Aktivist jedoch die am Rande des Ortes in Richtung Baitz gelegene Anlage der „Fläminger Tiergut GmbH“ – ehemals „van der Borne GmbH“. Hier sieht Boese gleich mehrfach Grund zur Klage. Er kritisiert nicht abgedeckte Güllebehälter sowie eine ungenehmigte und nicht vergütete Wasserentnahme. Zudem seien der Einbau von Entlüftern und der Aufbau eine Photovoltaikanlagen ohne Baugenehmigung erfolgt. Misstrauisch mache ihn der jetzt vorliegende Bauantrag auf drei neue, dann abzudeckende Güllebehälter mit einem Volumen von 19 000 Kubikmetern, sagte Boese. „Das ist völlig überdimensioniert und reicht für mehr Tiere als bislang genehmigt“, ist er überzeugt.

Aktuell soll es knapp 10 000 Tierplätze geben. Dabei sind die Schwanebecker nicht grundsätzlich gegen die Schweinemast. „Wenn Bereitschaft zu ordnungsgemäßem Handeln und zur Umsetzung der Forderungen besteht, dann können wir damit leben“, waren sich Eberhard Boese und Walter Rettig einig.

Knapp 10.000 Tierplätze

Ähnlich sah es Einwohner Hartmut Jänicke. „Es geht nicht ums Zumachen, sondern um eine vernünftige Haltung“, sagte der Schwanebecker. Jänicke schlug vor, die beiden für die Anlagen verantwortlichen Schweinezüchter in den Ortbeirat einzuladen, damit sie zu den Anwürfen Stellung nehmen können.

Es wurde vereinbart, vorab einen Fragenkatalog zu entwerfen und diesen den beiden Betriebsleitern vorzulegen. Parallel ist die Bürgerinitiative auf der politischen Ebene tätig. „Nachdem wir die Stadt auf unserer Seite haben, haben wir dem Kreistag unserer Informationen und Forderungen zugestellt“, sagte Boese. Und: „Wir erhoffen uns da jetzt Unterstützung.“ Die nächste Ortsbeiratssitzung dürfte spannend werden. „Ich gehe davon aus, dass dann noch mehr Bürger kommen“, sagte der Ortsvorsteher. „Deshalb werden wir wohl im größeren Saal am Reitplatz tagen müssen“, kündigte Walter Rettig an.

Von Andreas Koska

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