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Potsdam-Mittelmark Belzig ehrt Tote und appelliert an den Frieden
Lokales Potsdam-Mittelmark Belzig ehrt Tote und appelliert an den Frieden
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19:09 03.05.2016
Rasha Rough und Roger Alain berichteten vom Leid, das der Krieg in Syrien gerde bereitet. Quelle: Dirk Fröhlich
Bad Belzig

Die Erinnerung an das Leid der Opfer von Krieg und Gewalt gilt es wach zu halten. Das sagt Ingo Kampf (SPD). Ihr mahnendes Schicksal gebe die Richtschnur für das Handeln heutzutage vor, so der Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung mit Blick auf Krisenherde in der Welt und die mitunter aggressive Stimmung hierzulande.

Anlass war der 71. Jahrestag der Befreiung von der Naziherrschaft. Im Grünen Grund war am Dienstag Nachmittag an die am 3. Mai 1945 von Pfarrer Erich Tschetschog und Lehrer Artur Krause organisierte kampflose Übergabe der Kur- und Kreisstadt an die Rote Armee erinnert worden. Damit einher ging die Befreiung von noch 72 Insassen des KZ-Außenlagers Roederhof, wo während des Zweiten Weltkrieges mehr als 200 Personen zu Tode gequält worden.

Welches Leid sie heutzutage erfahren haben, berichteten Rasha Rough und Rager Alain. Das syrische Paar lebt jetzt in Schmerwitz, ist dankbar für den Frieden, den es hier mit seinen drei Kindern erlebt. Und doch sei ihr Herz in der Heimat bei den zurück gelassenen Eltern, berichteten sie. So lautete ihr Appell jedenfalls: „Beendet den Krieg!“.

Nicht minder eindringlich der Vortrag des Gedichtes „Stilles Gedenken“ (von Katharina Dahms) durch Emily Gävert von der Geschwister-Scholl-Grundschule und die Lieder des Chores „Einklang“ sowie von Laura Büning und Dieter Halbach, welche die Veranstaltung würdig einrahmten. Etwa 80 Teilnehmer wurden gezählt.

Indes hat Inge Richter, Vorsitzende des Förderkreises Roederhof, an den Besuch der Frauen der Initiative „Amicale de Ravensbrück“ vor zwei Wochen erinnert, als die Rosen wider das Vergessen gepflanzt wurden. Mit einer Hortensie, die sie voriges Jahr am Gedenkstein platziert hatte, ist indes der Kontakt zu Helena Renz aus Belgien entstanden. Ihre Tante Maria Aerts hatte das Martyrium im hiesigen Lager noch kurz vor der Befreiung mit dem Leben bezahlt. Nun also konnte die Nichte sehen, wie das Andenken weiter gewahrt wird.

„Die Toten mahnen noch immer“, steht nicht zuletzt auf dem Gedenkstein für Belaid Baylal. Der Asylbewerber aus dem nordafrikanischen Marokko war vor 23 Jahren das Opfer eines rassistischen Überfalls geworden, dessen Folgen er später erlegen ist. Für ihn sind – auf Initiative der Linken – Blumen im Ehrenhain an der Lübnitzr Straße niedergelegt worden.

Von René Gaffron

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