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Belzig sucht richtiges Maß für Parkleitsystem

Bad Belzig Belzig sucht richtiges Maß für Parkleitsystem

Ein Parkleitsystem für Bad Belzig soll her. Doch noch ist strittig, welche Zeile damit verfolgt werden und wie sie zu erreichen sind. Nicht zuletzt müssen die Schilder mit anderen Hinweistafeln harmonieren. Vor allem Ursula Schwill (Bündnis 90/Die Grünen) übt Kritik.

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Derzeit wird bequem in der Innenstadt geparkt.

Quelle: René Gaffron

Bad Belzig. Neben den touristischen Hinweisschildern in Grün und Braun, deren Erneuerung bereits auf den Weg gebracht ist, braucht die Kur- und Kreisstadt ein Parkleitsystem. Das ist der kleinste gemeinsame Nenner, auf den sich die Stadtväter bisher einigen konnten. Ansonsten herrschen Kontroversen wie immer wenn es um die Verkehrsentwicklung im Zentrum von Bad Belzig geht. Das haben die Diskussionen in Fraktionen und Ausschüssen jetzt zu Tage gefördert.

So gibt es schon Streit darum, ob in dem Netz überhaupt alle öffentlichen 620 Parkplätze zwischen Bahnhof und Papendorfer Weg erfasst und ausgeschildert werden. Das fordert der Gewerbeverein. Innenstadt oder zumindest den Marktplatz auszuklammern und damit den Verkehr dort zu beruhigen, ist das Anliegen all jener, die fraktionsübergreifend sich mehr Aufenthaltsqualität in der Mitte von Bad Belzig wünschen.

Elektromobile kostenfrei

Die Kur- und Kreisstadt will Elektromobilität fördern. Deshalb sollen Fahrzeuge, die ein amtliches E-Kennzeichen haben, künftig kostenlos parken können. Eine Extra-Reservierung von Flächen ist aber nicht vorgesehen.

Bad Belzig wäre laut Städte- und Gemeindebund mit der im Hauptausschuss bereits befürworteten Regelung ein Vorreiter. Rechtlich gibt es seiner Meinung nach keine Einwände.

Laut Jens Gruszka (die Linke) wäre es an der Zeit, die Gebührenordnung neu zu bearbeiten. Er sprach sich für eine Erhöhung des Satzes von 25 Cent für 30 Minuten aus, fand aber wenig Zuspruch.

Bürgermeisterin Hannelore Klabunde-Quast (parteilos) betonte, dass Parkraumbewirtschaftung nicht im fiskalischen Sinne gemeinst sein dürfe. „Es geht darum, den ruhenden Verkehr zu ordnen.

Ob der Hinweis, dass dort Gebührenpflicht besteht, hinreichend ist, um die Autofahrer zum Ausweichen auf die nur teilweise bewirtschafteten Stellflächen am Rande – Steinstraße und Berliner Straße – ist noch offen. Indes sollten vor Ort dann Tafeln postiert werden, wie weit es zu bestimmten Einrichtungen ist, schlagen die Geschäftsleute vor.

„Absolut überzogen“ findet schon jetzt Ursula Schwill die immerhin von Fleiß und Willen geprägte Herangehensweise der Verwaltung. „Ein jeder muss sich einmal vorstellen, wie er sich in einer fremden Stadt orientieren würde“, so die bündnisgrüne Abgeordnete. Die Vielzahl der Schilder, noch dazu mit den Zusatzinformationen, hält sie buchstäblich nicht für zielbringend. Zumal sich noch die Frage stellt, wie die einzelnen Leitsysteme miteinander harmonieren werden.

Ob die Besucher, die zur Burg Eisenhardt oder zum Bahnhof geführt werden, davon ausgehen könnten, dass dort Parkplätze zu finden sind, die nicht explizit in dem Netz erfasst sind, lautete die vorerst noch unbeantwortete Frage. „Wer als Fremder die Kultur- und Sportveranstaltungen in der Albert-Baur-Halle besuchen will, muss diese finden und dann wissen, dass es dort nicht nur an der Straße, sondern nötigenfalls sogar sein Auto auf dem Bolzplatz abstellen kann“, erklärte Jürgen Gottschalk (CDU). Darauf hatte unlängst schon Diana Weyrauch als Vorsitzende des Märkischen BSV Belzig hingewiesen.

Ein sinnvolles Maß zu finden, lautet nicht zuletzt der Appell von Hannelore Klabunde-Quast (parteilos) im Ausschuss für Bau und Planung, Wirtschaft und Finanzen. Eine Definition dafür hat die Bürgermeisterin freilich ebenfalls nicht abgegeben.

Von René Gaffron

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