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Werder erlässt Benimmregeln

Es geht um rauchen, trinken und Hunde Werder erlässt Benimmregeln

In Werder soll künftig rund um Kinderspielplätze eine Bannmeile für Raucher und Trinker gelten. In einem Umkreis von 20 Metern will die Stadt den Zigaretten- und Alkoholkonsum untersagen. Doch das ist nicht die einzige Benimmregel, die am 1. Oktober beschlossen werden soll: Auch für Hundehalter und Verliebte gibt es neue Vorschriften.

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Rund um Spielplätze sind Zigaretten und Bierflaschen nicht mehr gern gesehen.

Quelle: Imago

Werder. Die Werderaner Verwaltung will in ihrer Stadt verstärkt für Ordnung sorgen. So soll in bestimmten Gebieten, etwa in großen Teilen der Inselstadt und auf der Havelpromenade, künftig eine Leinenpflicht für Hunde gelten. Geplant ist auch ein Angelverbot auf Brücken. In Zukunft soll für Raucher und Trinker eine Bannmeile rund um Kinderspielplätze eingerichtet werden. Rauchen und Alkoholkonsum sind demnach auf Spielplätzen und in einem Umkreis von 20 Metern rund um diese verboten. So sieht es die neue „ordnungsbehördliche Verordnung“ vor, die am 1. Oktober von der Stadtverordnetenversammlung verabschiedet werden soll. Die 20-Meter-Bannmeile gilt freilich nur für öffentliches Land – grenzt ein privater Garten an den Spielplatz an, darf der Gartenbesitzer trotzdem sein Bierchen trinken.

Liebesschlösser an Brücken sind künftig tabu

Im Hauptausschuss ist das neue Regelwerk bereits debattiert und empfohlen worden. Es untersagt zum Beispiel im Paragrafen 11 neben dem Angeln auf Brücken auch, Vorhängeschlösser an Brückengeländern anzubringen – ein Brauch, mit dem Verliebte gern symbolisch ihre ewige Liebe besiegeln. Das Wohl der Brücke hat hier aber Priorität. An Stellen, an denen die Schlösser am Metall des Brückengeländers reiben, wird Lack abgeschabt und es fängt an zu rosten, erklärte Werders Erster Beigeordneter Christian Große (CDU). Er sieht auch gute Gründe, das Angeln auf Brücken zu verbieten: „Wenn jemand auf der Inselbrücke mit der Angel ausholt, kann es gefährlich werden“, sagte er. „Schon allein dadurch, dass der Angler auf dem schmalen Gehweg der Brücke steht, wird es eng für Fußgänger, die dann womöglich auf die Straße ausweichen müssen“, so Große. Auf der Havelauenbrücke wiederum sollen Angler ihre Rute nicht auswerfen, weil unterhalb des Überwegs Schiffe fahren.

An ausgewiesenen Badestellen soll in Zukunft für  Vierbeiner eine Badeverbot gelten

An ausgewiesenen Badestellen soll in Zukunft für Vierbeiner eine Badeverbot gelten.

Quelle: dpa

Schade für Kinder: Entenfüttern ist bald nicht mehr erlaubt

Stimmen die Stadtverordneten der Verordnung zu, dürfen auf den Brücken auch keine Wildtiere mehr gefüttert werden. Enten unterhalb der Inselbrücke Brotbrocken hinzuwerfen, ist dann tabu. „Das Verbot des Fütterns erstreckt sich bei der Inselbrücke auch auf das Ufer von Unter den Linden bis zum Wasserwanderrastplatz“, heißt es dazu im Paragrafen 11, Absatz 3. Der Hauptausschuss votierte dafür, das Fütterverbot auch auf den Uferpark „An der Föhse“ auszudehnen.

Neu ist zudem, dass an ausgewiesenen Badestellen Menschen, aber keine Hunde baden dürfen. Weil die Vierbeiner dort nicht ins Wasser springen sollen, will die Stadt konsequenterweise auch ein Mitführen von Hunden untersagen. Das Hunde-Verbot soll in der Zeit vom 1. April bis 30. September an sechs Badestellen gelten, zum Beispiel an der „Nordspitze Insel“, an der Phöbener Seestraße oder am Wasserzugang an der Kemnitzer Waldstraße.

Bald gilt

Bald gilt: Keine Liebesschlösser an Brückengeländern.

Quelle: Marion Taufmann (Leserfoto)

Einführung für Ruhezeiten am Samstag findet keine Mehrheit

Im neuen Ordnungskatalog ist außerdem genau festgelegt, wo Hundehalter ihre Vierbeiner an der Leine zu führen haben. Laut Paragraf 20 soll das in der Inselstadt der Fall sein, „ausgenommen das Rondell am Ende der Fischerstraße“. Leinenpflicht soll zudem am Tienenplatz (Ende der Straße „Am Mühlenberg“), in der Vorstadt und auf der Havelauenpromenade gelten.

Keine Mehrheit gab es im Hauptausschuss hingegen für die Einführung von Ruhezeiten auch am Samstagsmittag. Im Paragrafen 12 sollten lärmintensive Arbeiten wie Rasenmähen, Holzhacken und Hämmern oder das Anwerfen von Schleif- und Sägemaschinen während einer Mittagsruhe zwischen 13 und 15 Uhr untersagt werden. „Der Samstag ist ein Werktag und außerdem regelt das Bundesimmissionsschutzgesetz schon, was nicht betrieben werden darf“, sagte Anja Spiegel (SPD). „Der gesamte Paragraf 12 gehört raus“, so Spiegel. Eine Mehrheit im Hauptausschuss folgte ihr und empfahl die Streichung der Samstagsmittagsruhe.

Hausnummer muss sichtbar sein

In der Neufassung des Werderaner Ordnungskatalogs wird beispielsweise auch geregelt, dass die Hausnummer „vom Gehweg und von der Fahrbahn der Straße, der das Grundstück zugeordnet ist, leicht erkennbar und deutlich sichtbar“ sein muss.

In der Verordnung ist auch ein Verbot für aggressives Betteln oder aggressive Verkaufspraktiken, „insbesondere durch Anfassen, Festhalten, Versperren des Weges oder Verfolgung“, verankert.

Verstöße gegen die Verordnung können mit Geldbußen in Höhe von fünf bis 1000 Euro geahndet werden.

Von Jens Steglich

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