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Berliner fühlen sich pudelwohl auf der Dunke

Leben auf dem Dorf Berliner fühlen sich pudelwohl auf der Dunke

Auf der Dunke in Richtung Schlagenthin, wo sich Hase und Fuchs gute Nacht sagen, fühlen sich zwei Berliner Hundezüchter pudelwohl. Seit 16 Jahren lebt hier ein Paar, das gebürtig aus der großen Hauptstadt stammt. An dem kleinen Örtchen, an dem sie sich einst niederließen, schätzen die beiden vor allem die Ruhe.

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Können sich kein besseres Fleckchen vorstellen: Peter Schweinshaupt (links) und Klaus Buchwald.

Quelle: Claudia Nack

Dunke. Auf der Dunke, zwei Kilometer hinter Vehlen in Richtung Schlagenthin, sagen sich Fuchs und Hase gute Nacht. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. „Der Fuchs holt unsere Hühner, Enten und Pfaue“, sagt Peter Schweinshaupt. „Neue Pfaue kaufe ich schon gar nicht mehr, denn sie sind zu teuer.“ Nur Gänse hole Reineke nicht, davor habe er Respekt.

Der 67-jährige Pudelzüchter und sein Lebenspartner Klaus Buchwald (79) leben seit 16 Jahren an diesem Flecken mit nur vier Häusern. „Ursprünglich waren es mal fünf“, erzählen sie. Nachdem der Besitzer in den 50er Jahren in den Westteil Deutschlands ging, sei es zerfallen und existiere nicht mehr.

Die Großstadt vor Jahren hinter sich gelassen

Die gebürtigen Berliner wohnen im ersten Haus der Dunke. „Es gehörte zuletzt dem Schotten Selkirk, der nach der Wende herkam und mit seinen schulpflichtigen Kindern nach Bayern weitergezogen ist.“ Beide entdeckten es damals zufällig. „ Wir wollten zu einer Dobermann-Ausstellung nach Sachsen-Anhalt und hatten uns verfranzt.“ Überwältig von der Ruhe und Natur sind sie sich mit dem Makler handelseinig geworden. Peter Schweinhaupt hatte in Berlin-Schöneberg 25 Jahre lang einen Friseursalon; Klaus Buchwald eine Pneumatikfirma und betrieb nebenbei Gletscherforschung für die Uni Innsbruck.

Seine Dobermann-Zucht hat Buchwald nicht mehr. „Man wird ja nicht jünger“, sagt er. Der letzte Wurf seines Zwingers vom Buchenhain liegt elf Jahre zurück. Seine Weltsieger Andi (1976) und Gilda (1986) befinden sich längst in den ewigen Jagdgründen. Die neunjährige Galina und der sechsjährige Hugoboss, die er getrennt hält, kriegen ihr Gnadenbrot auf der Dunke, was ein Flurname ist.

Vierbeinige Stars sind im Hundehimmel

Auch Peter Schweinshaupts großer Star Odin vom Figaro, mit dem er vom Bundes- bis zum Weltsieger alles abräumte und der in halbeuropa viele Kinder zeugte, ist inzwischen im Hundehimmel. Die neuen Hoffnungen des 67-Jährigen, der Zwerg- und Großpudel in Weiß, Apricot und Schwarz züchtet, liegen auf der noch sehr jungen Lilly und der dreijährigen Black-Tan-Hündin Filou vom Figaro, die im vorigen Jahr in Sangerhausen „Best in Show“ beim Verband für das Deutsche Hundewesen gelaufen ist. „Das ist schon was“, sagt Schweinshaupt, der 1976 auf den Pudel kam. Als einzige nicht haarende Rasse sei sie für Allergiker geeignet. Pudel haben nur einen Nachteil – sie müssen aufwendig frisiert werden. Aber da sind sie bei ihm in guten Händen.

Auch seine hilfsbedürftige Mutter Frieda, die nebenan in der Dunke 2 ihr eigenes Reich hat. Mit 97 Jahren ist sie die Älteste in Bensdorf. „Vor zehn Jahren habe ich sie aus der Nähe von Berlin hergeholt, da die Betreuung im altersgerechten Wohnen zu wünschen übrig ließ“, erzählt der Sohn, der ihren Haushalt führt. Das einst baufällige Häuschen hatten er und Buchwald schon vorher zum Übernachten für Freunde von der Gemeinde gekauft und noch einmal Geld reingesteckt. Beide sollen um 1900 für Kossäten gebaut worden sein.

Beide  mit  Frieda Schweinshaupt, die mit 97 Jahren die Älteste in Bensdorf ist

Beide mit Frieda Schweinshaupt, die mit 97 Jahren die Älteste in Bensdorf ist.

Quelle: C. Nack

Mit Nachbar Mewes wünscht man sich guten Tag und guten Weg, wenn man sich sieht. „Er ist jünger als wir und geht noch arbeiten.“ Auf der anderen Straßenseite in der Dunke 4 mit VW-Motorhaube als Hausnummernschild und bunten Fensterläden wohne Karin Hoffmann zur Miete, die Windhunde für Aussteller betreue. Schweinshaupt trifft sie öfter beim Spazierengehen. „Das Haus gehört einem Karl Kalb aus Berlin, der es als Sommerresidenz gekauft hat und ein Künstler sein muss.“

Selbst wenn ein Containerdienst aus Schlagenthin mehrmals täglich an ihrem Anwesen vorbei rumpelt, genießen sie die Landschaft. „Wir fühlen uns pudelwohl hier“, sagen die Naturfreunde. „Aber bitte keine Windräder. Die fünf bei Möthlitz reichen, die wir aus dem Wohnzimmerfenster sehen.“

Von Claudia Nack

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