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Potsdam-Mittelmark Bernd Kaase hegt und pflegt seine Trabis
Lokales Potsdam-Mittelmark Bernd Kaase hegt und pflegt seine Trabis
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00:20 10.11.2017
Der stolze Eigentümer: Bernd Kaase mit seinen beiden mobilen Schätzen, die schon viel erlebt haben. Quelle: Christiane Sommer
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Fredersdorf

„Bei Wind und Wetter muss er nicht mehr raus“, sagt Bernd Kaase und tätschelt seinen Trabant P50. Der 64-Jährige erklärt, dass die Bezeichnung P50 vom Vorgängermodell, dem P70 herrührt – im allgemeinen Sprachgebrauch jedoch meist vom „500er Trabi“ gesprochen wird.

Im Jahre 1962 rollte der Trabant, den Kaase in liebevoller Handarbeit komplett neu aufarbeitete, in Zwickau vom Band. Eine Sonderausführung: Mit Zweifarbenlackierung und gerade verlaufender Zierleiste. Auf derlei Dinge bei Restaurierungen zu achten, ist dem Fredersdorfer wichtig. „Ich bin für das Originale“, bemerkt der gelernte Kfz-Mechaniker.

Vier Jahre lang hat Bernd Kaase den P50 aufgebaut

Wie viele Kilometer der Trabant im Laufe seines langen Fahrzeuglebens bereits gefahren ist, vermag Kaase allerdings nicht mehr zu sagen. Nur soviel: Als der Vorbesitzer ihn vor fast 20 Jahren loswerden wollte, stand es schlecht um das eigentlich unverwüstliche Automobil aus den Zwickauer Sachsenringwerken. „Bis zu diesem Zeitpunkt wurde er als Gurkenauto genutzt“, ergänzt Kaase. Als Lastenesel musste er über Feldwege und Landstraßen kurven.

Ein Blick in den Motorraum des P50. Quelle: Christiane Sommer

„Wenn du ihn haben willst, dann nimm ihn mit“, soll der Vorbesitzer damals gesagt haben. Bernd Kaase musste nicht lange überlegen. Er setzte sich in das alte Auto und steuerte es quer durch Fredersdorf seinem Gehöft entgegen. Dort begann bald darauf das zweite Fahrzeugleben des P50. Vier Jahre später war das Werk vollendet und Kaase ließ das Auto wieder zu. Seitdem wurde es auf zahllosen Oldtimertreffen und bei Oldtimerrundfahrten bewundert.

Dem Trabi nur ein Mal untreu geworden

„Mein Vater fuhr auch schon Trabant“, erzählt der 64-Jährige weiter. Hinter dem Steuer von dessen P50 lernte er als junger Mann Auto fahren und das Modell lieben. Einmal wurde Bernd Kaase dem Trabant jedoch untreu. „Als junger Mann bei der Nationalen Volksarmee (NVA) habe ich mir einen Skoda gekauft“, offenbart er. Doch mit diesem Auto konnte sich seine spätere Ehefrau Ingetraut nicht anfreunden.

„Weil regelmäßig Öl- und Wasserstand kontrolliert werden musste“, erklärt Kaase schmunzelnd. Ihr zu Liebe entschied er damals, sich vom Skoda wieder zu trennen. Doch woher wieder einen Trabant kriegen? Zur Problemlösung trug eine Tauschanzeige in der Zeitung bei. Kaase konnte bald darauf seinen Skoda in Brandenburg/Havel gegen einen Trabant Kombi eintauschen. Der erwies sich über nahezu drei Jahrzehnte als ideales Familienauto. Mit den Kindern ging es bis an die Ostsee und während des Hausbaus wurden Baumaterialien kutschiert. Die längste Strecke, die Bernd Kaase mit diesem Trabant zurückgelegt hat, führte ihn 1990 von Fredersdorf bis nach Mühlheim an der Ruhr.

500 Kubikzentimeter Hubraum

Der Trabant P50 oder auch Trabant 500 ist der erste Typ der Trabant-Modellreihe aus dem Werk im sächsischen Zwickau.

Vom Typ P50 wurden zwischen 1958 und 1962 insgesamt 131 450 Wagen gebaut, inklusive 50 Nullserienwagen im November 1957.

Die Bezeichnung P50 bedeutet Personenkraftwagen mit 500 Kubikzentimeter Hubraum.

Der Trabant P50 war einer der ersten vollwertigen Kleinwagen mit Frontantrieb und entsprach dem damaligen Trend bei der Entwicklung von Automobilen zur Massenmotorisierung.

Sechs Jahre später verabschiedete sich die Familie jedoch von ihrer „Pappe“. Wie Millionen andere Trabant-Fahrer aus der früheren DDR. Doch zwei Jahre später war klar, dass auf dem Hof etwas fehlt. Das Glück des Mechanikers wurde erst wieder mit dem alten P50 komplett. Mit einem Trabant Kübel stehen zwischenzeitlich sogar wieder zwei Zweitakter auf Kaases Hof. Auch dieses Auto hat der 64-Jährige in mühevoller Kleinarbeit restauriert.

„Als ich ihn von einem Freund übernommen habe, war er komplett auseinandergebaut“, so der Meister der Schraubenschlüssel, der auch vor diesem XXL-Trabant-Puzzle nicht verzagte. Mittlerweile im Ruhestand, will Kaase eine weitere Vision umsetzen. „Ich würde gerne einen Trabant 500 Kombi aufbauen“, sagt er und bleibt die Antwort auf die Frage nach dem Warum nicht schuldig: „Ich hatte Zeit meines Lebens mit dieser Fahrzeugreihe zu tun. Das verbindet.“

Von Christiane Sommer

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