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Potsdam-Mittelmark Besonderes Erbe
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18:36 17.04.2015
Inge Richter an der Gedenkstätte im Grünen Grund. Quelle: R. Gaffron
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Bad Belzig

Dafür wurde ihnen vor 50 Jahren die Ehrenbürgerwürde verliehen. Die stärkere Einbeziehung der Schulen in das weitere Andenken an die Geschehnisse während des Nationalsozialismus ist das Ziel des Förderkreises Roederhof. Das betont Inge Richter. Sie steht jetzt an der Spitze der Interessengemeinschaft, die unter dem Dach des Vereins Belziger Forum firmiert. Ramona Stucki, Katharina Dahms und Antje Schühlein gehören zu den engsten von etwa zwei Hand voll Mitstreitern, die jetzt ein besonderes Erbe zu verwalten haben.

Zwölf Jahre lang hatte Gerhard Dorbritz die Fäden in den Händen. Der Ehrenbürger war im Januar gestorben. Er hielt seit Jahrzehnten den Kontakt mit Überlebenden und Angehörigen ehemaliger Insassen des Roederhofs, der bis Ende des Zweiten Weltkrieges als KZ-Außenstelle, Zwangsarbeiter- und Kriegsgefangenenlager diente. Veröffentlichungen sowohl über dessen Historie als auch über einzelne Schicksale sind ihm ebenso zu verdanken wie der seit den 60er-Jahren bestehende Gedenkstein im Grünen Grund.

Ehrung am 4. Mai

Belzig ist am 3. Mai 1945 ohne Widerstand an die Rote Armee übergeben worden. Die Erinnerung daran findet dieses Jahr (wegen des verlängerten Wochenendes mit dem 1. Mai als Feiertag) ausnahmsweise erst am 4. Mai in der Gedenkstätte im Grünen Grund statt.
Eingeladen sind neben Frank-Walter Steinmeier (SPD) als Wahlkreisabgeordneter des Deutschen Bundestages die Botschafter der Ukraine und der Russischen Föderation. Beide – das ist in der aktuellen Situation bedeutend – wissen voneinander.
Der Ablauf wird der Tradition nach mit Kranzniederlegung, Gesang und Gedicht erfolgen. Ingo Kampf (SPD), Vorsitzender der Stadtverordnetenversammlung Bad Belzig, hält die Rede.

Neben steter Pflege, auf die seit Jahr und Tag geachtet wird, erhält das Areal gerade eine gewisse Neugestaltung. Einige Koniferen mussten weichen, damit dort – so wie an den Gedenkstätten vor dem ehemaligen Postamt und auf dem Gertraudtenfriedhof – insgesamt 50 Rosen ihren Platz finden. Sie sind ein Geschenk, das Bürgermeisterin Hannelore Klabunde-Quast (parteilos) von französischen Frauen erhalten hat.

Zeitzeugen indes werden weniger. Aus dem Kreis der Überlebenden wird vermutlich nur die Italienerin Sonia Libera Metlica der traditionellen Gedenkveranstaltung beiwohnen können. Nicht von ungefähr müht sich aber der Förderkreis Roederhof, die noch existierenden Berichte – wie von Gerhard Dorbritz gewünscht – zu übersetzen und zu publizieren, sagt Inge Richter. Dazu wird es nötig sein, Spenden zu sammeln. Mithin macht sie darauf aufmerksam, dass im Museum auf Burg Eisenhardt das dunkelste Kapitel der Heimatgeschichte ebenfalls in neuer Weise dargestellt wird.

Der Leiter der Einrichtung, Thomas Schmöhl, sowie das Chronistenpaar Helga und Günter Kästner gehören zu den Kooperationspartnern, wenn die Projektarbeit in der Krause-Tschetschog-Oberschule ansteht. Im Umkehrschluss wirbt die neue Förderkreischefin dafür, dass langfristig nicht nur mindestens ein Lehrer je Schule sich einbringt, sondern möglichst auch ein älterer Schüler, „damit die Erinnerung an die Opfer wach gehalten werden kann“.

Von René Gaffron

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