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Bessere Beratung für junge Eltern

„Frühe Hilfen“ in Potsdam-Mittelmark Bessere Beratung für junge Eltern

Die Angst vor dem Jugendamt und dem eigenen Versagen hält junge Eltern oft davon ab, über Probleme mit dem Nachwuchs zu reden. Eine Bundesinitiative, an der auch der Potsdam-Mittelmark teilnimmt, bietet Angebote zur Prävention – unabhängig vom Jugendamt. 16 Familienzenten im Kreis sind Partner und bieten seit nun ein neues, anonymes Angebot.

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Heike Wolff koordiniert das Netzwerk „Frühe Hilfen“ und ist im Landkreis auch für den Kinderschutz zuständig.

Quelle: Victoria Barnack

Potsdam-Mittelmark. „Wenn man Kinder kriegt, ist das etwas Tolles“, sagt Heike Wolff, „aber es kann auch anstrengend sein.“ Dass immer mehr junge Männer und Frauen mit dem Elternsein zu kämpfen haben, weiß die Zuständige für Kinderschutz im Landkreis Potsdam-Mittelmark. Aus Angst vor dem Jugendamt würden sich viele Eltern jedoch nicht trauen, offen über die Probleme zu sprechen, erklärt sie. Meistens sei die Situation bereits eskaliert, wenn sich Eltern bei einer Beratungsstelle melden.

Eine neue Partnerschaft soll den Familienzentren im Landkreis nun bei der Prävention unter die Arme greifen. Mit Plakaten und Postkarten wird für einen anonymen Anruf beim Elterntelefon der „Nummer gegen Kummer“ geworben. Über die deutschlandweite Initiative „Frühe Hilfen“ wurden die Berater am Telefon darauf geschult, Eltern bei Interesse an regionale Partner zu vermitteln.

In einem Pilotprojekt wurde die neue Partnerschaft zwischen regionalen Familienzentren und der „Nummer gegen Kummer“ bereits bundesweit ausgetestet. Heike Wolff berichtet von positiven Resonanzen auf die Plakate und Postkarten, die nun auch im Kreis Potsdam-Mittelmark verteilt werden. Darauf zu sehen, sind junge Mütter und Väter, die durch ihre Kinder gestresst, verunsichert oder genervt sind. „Eltern aus anderen Bundesländern sagen, dass ihre Situation in den Bildern genau widergespiegelt wird“, berichtet Heike Wolff.

Das anonyme Elterntelefon soll ihnen schnellen Rat bei Belastungen bieten. „Wenn die Eltern das möchten, werden sie an unsere Partner vor Ort weitergeleitet“, sagt die Netzwerkkoordinatorin. Dazu gehören unter anderen die Beratungsstellen „Lösungsweg“ in Teltow und „Lichtblick“ in Werder sowie die Schwangerschaftsberatung der Caritas in Michendorf.

Insgesamt 16 Familienzentren in fast allen Gemeinden des Landkreises bieten verschiedene Beratungsangebote an – gänzlich unabhängig vom Jugendamt. Über die Bundesinitiative „Frühe Hilfen“ sind sie alle untereinander vernetzt, denn der Landkreis hatte sich vor mehreren Jahren erfolgreich um eine Teilnahme beworben. Seitdem wächst das Angebot für junge Mütter und Väter und ihren Nachwuchs stetig. Zuletzt eröffnete vor einem halben Jahr das neue Familienzentrum in Michendorf. Die 17. Anlaufstelle ist bereits in Planung. Sie soll in Kleinmachnow entstehen. „Bis 2020 soll der gesamte Landkreis mit 19 Zentren voll ausgestattet sein“, erklärt die Netzwerkkoordinatorin.

Angebote für Eltern in Potsdam-Mittelmark

16 Familienzentren und Eltern-Kind-Zentren wurden seit 2006 in fast allen Gemeinden des Landkreises aufgebaut. Drei weitere sollen bis 2020 hinzukommen. An den Standorten in Teltow und Nuthetal sind Mehrgenerationentreffs in die Häuser integriert.

Der Austausch unter jungen Müttern und Vätern steht im Fokus der Familienzentren. Auch die Kinder sollen dort erste Kontakte knüpfen können. Krabbel- und Spielgruppen sowie Eltern-Cafés gibt es an allen Standorten. Kurse und Beratungen werden je nach Bedarf vor Ort angeboten.

Von Victoria Barnack

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