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Bester Käse aus Töplitz

Wirtschaft Bester Käse aus Töplitz

Mit drei Generationen betreibt seit 2009 Daniela Hennig-Diebler auf der Insel Töplitz (Potsdam-Mittelmark) eine Käserei. Der Betrieb der Eltern und Großeltern mit 80 Milchkühen liefert die Zutaten. Im Magazin „Feinschmecker“ gehört die Käserei zu den besten in Deutschland. Die Unternehmerin bereichert mit ihren Produkten viele Feste und den Potsdamer Markt am Nauener Tor.

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Daniela Hennig-Diebler lässt ihre Lütten gerne vom selbst gemachten Käse kosten.

Quelle: Regine Greiner

Töplitz. Die 82-jährige Johanna Hennig schwingt die Heugabel und das Vieh im Unterstand schmatzt zufrieden aus dem Trog. Derweil rangieren die Urenkel mit Mini-Traktor und Bobby Car auf dem Töplitzer Vierseitenhof und warten, dass Oma mit ihnen zu den Kühen auf die Weide geht. Mutter Daniela lässt die Kleinen noch kurz vom leckeren selbst gemachten Joghurt schleckern, dann muss sie sich um Nachschub in ihrem Käsewagen kümmern.

„Am Sonnabend ist wieder Markttag am Nauener Tor in Potsdam, da sind wir immer dabei, um die 100 kaufen dort an jedem Wochenende bei uns ein“, sagt die junge Unternehmerin. Nach dem Winzerfest am Wochenende in Werder war der Käsewagen wie leer gefegt. Der Töplitzer Weißschimmel ging weg wie warme Semmeln, der Bauernkäse in verschiedenen Geschmacksrichtungen zum regionalen Wein war schnell verputzt.

„Die Gründung meiner Hofkäserei 2009 nach dem Lebensmitteltechnologie-Studium in Berlin habe ich nie bereut“, sagt die 35-Jährige. „Ich wollte nicht weg vom elterlichen Hof, in keiner großen Molkerei arbeiten. Darum bin ich das Risiko der Selbstständigkeit eingegangen. Inzwischen könnte ich mehr verkaufen, aber die Herstellung ist aufwendig und mehr ist gegenwärtig nicht zu schaffen.“ Die Nachfrage nach regionalen Produkten sei deutlich gestiegen, darum arbeiten nun schon drei Generationen für den Töplitzer Käse. Nur der Ehemann der Unternehmerin arbeitet in Berlin in der Immobilienbranche. „Für ihn ist jeder Feierabend wie ein Urlaub auf dem Bauernhof“, sagt Daniela Hennig-Diebler. „Und er packt auch noch mit zu, denn zu tun gibt es immer.“

Während die junge Chefin den Quark, Käse und Joghurt für den Hofverkauf freitags in Töplitz vorbereitet, klebt die Praktikantin auf den fertigen Produkten die Etiketten auf. Töchterchen Luise, gerade zwei Jahre, will schon Verkäuferin sein. Der vierjährige Hendrik schimpft über seinen Traktor, der ohne Diesel wieder mal nicht fährt. „Er schnappt alles vom Opa auf, aber das ist gut so, wir sind schließlich ein Familienbetrieb, so wie ich es mir gewünscht habe, auch wenn es mit den Kleinen nicht immer so einfach ist, Arbeit, Haushalt und Familie gut unter einen Hut zu bringen“, sagt die Geschäftsfrau. Sie freut sich, dass ihre Mutter in der Käserei hilft, obwohl die 200 Milchkühe, Bullen und Kälbchen auf dem Hof zu versorgen sind. „Die Oma kann es nicht lassen, sie muss die Beine in den Gummistiefeln haben, mit der Heugabel hantieren und wissen, dass die Tiere frisches Wasser haben“, sagt Enkelin Daniela.

Seit 1952 lebt die Familie auf dem Anwesen, das bis heute an die historischen Schweizer Höfe erinnert. Der Pferdestall ist aus dem Jahr 1700 und der Hof ein Zeitzeuge der Töplitzer Chronik. „Wir werden den Tierbestand und die Milchproduktion in Etappen reduzieren. Die Bewirtschaftung kostet uns viel Geld und Kraft, aber für die Milch gibt es viel zu wenig Geld. Aber für die Käseherstellung wird ausreichend Milch fließen“, verspricht die Inhaberin der Käserei. Für die Produktion würde sie auch wieder eine Mitarbeiterin einstellen, weil sonst die Arbeit nicht zu bewältigen ist. „Ich hatte schon mal eine Kraft, aber eigentlich wird jeder Euro auf dem Hof gebraucht, darum haben wir die Arbeit in der Familie aufgeteilt“, erklärt die Unternehmerin, Ehefrau und Mutter. Sie spielt mit dem Gedanken, ihre Käserei aufgrund der großen Nachfrage auszubauen, weiß aber noch nicht genau wie und wo auf dem großen Vierseitenhof. Viel Zeit zum Nachdenken bleibt gerade nicht, denn heute ist wie jeden Freitag Hofverkauf und morgen wie jeden Sonnabends Markttag.

Von Regine Greiner

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