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Potsdam-Mittelmark Besuch in der Fensterschmiede für Bryan Adams
Lokales Potsdam-Mittelmark Besuch in der Fensterschmiede für Bryan Adams
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18:01 27.01.2017
Unternehmer Jörg Stoof beim Betriebsrundgang mit Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD) und Vizelandrat Christian stein (CDU). Quelle: René Gaffron
Schwanebeck

Das einstige Kabelwerk Oberspree in Berlin-Schöneweide wird zum Kulturquartier. Die Fenster und Türen für den unter Denkmalschutz stehenden Klinkerbau kommen aus dem Hohen Fläming. Etwa ein halbes Jahr lang wird die Metallbaufirma Jörg Stoof mit Herstellung und Einbau befasst sein.

Bestellt hat ein prominenter Kunde: Bryan Adams. Der kanadische Rockstar ist seit 2013 Eigentümer des über die Hauptstadt hinaus bekannten Industrieareals und will dort mit Partnern die Spreehallen als Veranstaltungsstätte für Kreative etablieren. Der Musiker ist selbst Hobbymaler und -fotograf.

Plötzlich selbstständig

Jörg Stoof hat im Wiesenburger Kreisbetrieb für Landtechnik gearbeitet. Seit 1988 hat er sich mit dem Gedanken getragen, sich selbstständig zu machen.

Als er im Oktober 1989 tatsächlich im Amt für Wirtschaft beim Rat des Kreises Belzig gestellt hat, bekam er sie noch am gleichen Tag. „Das ist die am schnellsten erteilte Gewerbeerlaubnis seit Jahren“, soll der Sachbearbeiter bestätigt haben.

Erst in einer Scheune, bald auf dem Gelände der ehemaligen Landmaschinenstation wurde der einstige Schlosser startklar. Seit 1994 ist Bodo Sternberg als Geschäftspartner mit dabei.

Fenster und Türen, Brandschutzelemente und weitere Sicherheitstechnik aus Sahl oder Aluminium gehören zur Produktpalette

„Die Vermittlung kam vom britischen Architekten, für den wir schon bei der Gedenkstätte Hohenschönhausen tätig waren“, erklärt Jörg Stoof. Er kann sich über den Auftrag mit fast siebenstelligem Volumen freuen. „Gleitende Projektierung“, nennt Bodo Sternberg als zweiter Geschäftsführer die Herausforderung im Gelände.

Bryan Adams hat in Schwanebeck schon Fenster bestellt. Quelle: dpa

Der märkische Mittelstand ist ganz offensichtlich ein verlässlicher Partner. Das hat Albrecht Gerber (SPD), Wirtschaftsminister des Landes Brandenburg, am Freitag erfahren. Statt selbst im Krisenmanagement beim Hennigsdorfer Triebwagenproduzenten Bombardier oder im Lausitzer Braunkohlerevier gefordert zu sein, hat sich Gerber im Hohen Fläming über die innovative Zusammenarbeit der Enviral-Oberflächen-GmbH Niemegk mit dem Max-Planck-Institut informiert, die preisgekrönte Belziger Fahrzeugbau-GmbH besucht und vom steten Wachstum der Victoria-Einrichtungen-GmbH im Gewerbepark Seedoche erfahren. Sorgenfrei sind die hiesigen Unternehmen aber längst nicht.

Die Arbeiten im Betrieb laufen gut. Quelle: René Gaffron

„Das Phänomen, teuer zu bauen und dennoch die Kosten bei den Betrieben zu drücken, hält sich hartnäckig“, berichtet Metallbauer Jörg Stoof. Ausdrücklich begrüßt er beispielsweise die Mindestlohnregelung. Damit sollen Preisdrücker weniger zum Zuge kommen. Zweifelhaft sei allerdings gerade die öffentliche Hand, die mit der Maßgabe, bei Vergaben den billigsten Bietern den Zuschlag zu erteilen, fragliche Angebote provoziere.

Leidige Erfahrungen über Verluste als Partner von Generalunternehmern könnte der 55-jährige Unternehmer ebenfalls erzählen. Eine solche Konstruktion meidet er daher seit über fünf Jahren konsequent. „Ebenso beteiligen wir uns nicht mehr an Ausschreinungen für 500 Fenster. So etwas wird heutzutage in Polen angefertigt“, sagt Jörg Stoof.

Beim Rundgang durch das Unternehmen. Quelle: René Gaffron

Schließlich sollen die 26 Mitarbeiter in der Werkstatt und bei der Montage gutes Geld verdienen, wenn es nach den Firmenchefs geht. Ohnehin sei es schwer genug, Fachkräfte zu bekommen. Derzeit kommen Mitarbeiter bis aus Brandenburg/Havel oder Jüterbog.nach Schwanebeck. Zwei Auszubildende dürfen hoffen, nach der Lehre übernommen zu werden.

Neben Qualität, Preis und Termintreue zählt mitunter das Auftreten der Handwerker, bestätigt Jörg Stoof. Nicht minder gibt es eine gewisse Erfahrung mit Bauherren. Bryan Adams sei nett, erklärt Unternehmergattin Christine Stoof. Begegnungen gab es schon beim Konzert und beim Richtfest. „Er nennt uns die Window-Maker“, sagt Bodo Sternberg.

Von René Gaffron

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