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Beteiligung: Jetzt sind die Einwohner am Zug

Treuenbrietzen Beteiligung: Jetzt sind die Einwohner am Zug

In einen ehemaligen Aldi-Komplex in Treuenbrietzen sollen neben Familienzentrum, Stadtinformation und Bibliothek auch von Bürgern initiierte Projekte einziehen. Das zumindest ist das Ziel des Projekts, das Bürgerbeteiligung koordinieren und ehrenamtliches Engagement langfristig planen will. Ideen dafür werden nun gesammelt.

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Franziska Brocksch (Bürgerbeteiligung) und Bürgermeister Michael Knape vor dem ehemaligen Aldi-Markt in Treuenbrietzen. Hier soll am 10. Mai der „Marktplatz der Ideen“ für den geplanten Sozialraum stattfinden.

Quelle: Josephine Mühln

Treuenbrietzen. Nur schemenhaft ist der Schriftzug „Aldi-Markt“ in der Großstraße 61 bis 63 in Treuenbrietzen noch lesbar. Dem Gebäude, in dem der Discounter bis 2014 ansässig war, soll in den kommenden Monaten neues Leben eingehaucht werden. Geplant ist ein Ort der Begegnung, ein „Sozialer Marktplatz“ – so der bisherige Arbeitstitel des Projekts – für alle Bürger der Stadt und ihrer Ortsteile. „Das Ganze ist ein Versuch, andere Wege zu finden, um die Leute dafür zu begeistern, sich einzubringen“, sagt Bürgermeister Michael Knape (parteilos).

Seit der Startschuss für die Planungen zur Begegnungsstätte im August 2016 gefallen ist, hat die Stadtverwaltung Gespräche mit 33 Akteuren geführt, darunter Verwaltungsmitarbeiter, Ausschussmitglieder und Ehrenamtler. Im Fokus standen die Fragen: Wie fühlen sich die Menschen hier? Wie kann eine Beteiligungskultur in Treuenbrietzen aussehen und welche bürgerschaftlichen Projekte könnten künftig angepackt werden?

„Dabei sind drei Themen immer wieder genannt worden“, sagt Projektbetreuerin Franziska Brocksch. „Bessere Angebote für Jugendliche und eine intensivere Beteiligung der Jugendlichen an kommunalen Prozessen, eine bessere Einbindung der Ortsteile in die städtischen Aktivitäten und die Frage danach, wie sich regionale Produkte besser vermarkten lassen – zum Beispiel über einen Regionalladen.“ All das könnte der „Soziale Marktplatz“ aufgreifen und Lösungen anbieten. „Deshalb wollen wir alle Bürger einladen aktiv zu werden“, sagt Brocksch weiter.

Gelebte Bürgerbeteiligung

Der soziale Marktplatz soll im Rahmen des Projekts „Transform-Bar“ umgesetzt werden.

Dieses hat zum Ziel, Bürgerbeteiligung zu koordinieren und ehrenamtliches Engagement für Kultur und Soziales langfristig zu planen.

Gefördert wird „Transform-Bar“ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Außerdem wird das Projekt wissenschaftlich von Forschern der Universität Göttingen, die aus der Sozialwissenschaft und der Umweltpsychologie kommen, begleitet.

Es läuft seit August 2016 bis Mai 2019.

Beim „Marktplatz der Ideen“ am Mittwoch, 10. Mai, sollen weitere Anregungen für den geplanten Sozialraum gesammelt werden. Interessierte sind eingeladen, sich von 16 bis 21 Uhr aktiv an der Gestaltung der Begegnungsstätte zu beteiligen. Bis 18 Uhr ist zudem eine Kinderbetreuung durch das Familienzentrum gesichert.

Eine Gelegenheit dafür soll es am 10. Mai geben. Dann wird vor dem Gelände des ehemaligen Aldi-Marktes ein „Marktplatz der Ideen“ errichtet: An verschiedenen Thementischen und -wänden können sich Interessierte über die Vorhaben zum geplanten Sozialraum informieren und eigene Ideen vorbringen. Auch bereits ins Boot geholte Projektpartner werden an diesem Tag mit vor Ort sein und sich den Fragen der Besucher stellen.

„Natürlich sind die 33 im Vorfeld geführten Gespräche nicht repräsentativ und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit“, sagt Bürgermeister Knape. „Das Ganze muss relativ zu den Rahmenbedingungen vor Ort gesehen werden.“

Der Rathauschef erwartet einen spannenden Prozess. Verschiedene Institutionen und damit auch Generationen unter ein Dach zu bringen, berge Chancen – aber auch Konfliktpotenzial. „Das Projekt steht und fällt mit dem Engagement der Bürger“, sagt Knape weiter. „Und natürlich wollen wir den Bürgern das Gefühl geben, dass sie und ihre Ideen ernst genommen werden.“ Er appelliert an die Bürger, die Chance der Mitbestimmung zu nutzen.

Bei allen Ideen, die die Bürger für den „Sozialen Marktplatz“ anbringen, wolle die Stadt nur unterstützend tätig werden, erklärt Franziska Brocksch. Sie werde beispielsweise helfen, Möglichkeiten einer finanziellen Förderung ausfindig zu machen – die Inhalte aber müssten von den Bürgern selbst kommen. Das sei auch entscheidend, um die Projekte nachhaltig weiterzuführen.

Was bereits feststeht: Der „Soziale Marktplatz“ soll neues Domizil des Familienzentrums, der Stadtbibliothek und der Stadtinformation werden – auch, wenn zusätzliche Nutzungsideen der Bürger ausbleiben. Außerdem ist geplant, seniorengerechte Wohnungen zu schaffen. Für die künftige Nutzung stehen insgesamt 1 400 Quadratmeter Fläche zur Verfügung. Der Charakter eine offenen Marktplatzes solle zwar weitestgehend erhalten bleiben, dennoch müssten natürlich die Bibliothek oder das Familienzentrum auch Rückzugsmöglichkeiten bekommen, sagt Michael Knape. Die genannten Institutionen sollen so schnell wie möglich umziehen.

Noch sei aber der Kauf des ehemaligen Aldi-Marktes nicht komplett abgeschlossen. Sollte entgegen aller Annahmen noch etwas schief gehen, sei ein Plan B verfügbar. „Das Projekt des Sozialraumes wird also in jedem Fall weiter verfolgt“, so Knape.

Von Josephine Mühln

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