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Firmen haben ein Herz für Familie

Potsdam-Mittelmark Firmen haben ein Herz für Familie

Beim „Treffpunkt Wirtschaft“ des Landkreises Potsdam-Mittelmark in Seddin ist die PGG Potsdamer Gartengestaltung GmbH aus Werder mit dem diesjährigen Unternehmerpreis „Familienfreundlich in PM“ ausgezeichnet worden. In der Veranstaltung in der Heimvolkshochschule am Seddiner See stand die Vereinbarkeit von Beruf und Familie im Mittelpunkt.

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Jens Biewendt, Geschäftsführer der PGG Potsdamer Gartengestaltung GmbH, und Marketingbeauftragte Tatjana Kassilova wollen, dass sich die Beschäftigten des Unternehmens bei ihrer Arbeit wohlfühlen.

Quelle: Heinz Helwig

Potsdam-Mittelmark. Eine Stellenanzeige allein reicht längst nicht mehr aus, um Fachkräfte zu gewinnen und zu halten. Immer mehr Unternehmen erkennen, dass die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ein entscheidendes Kriterium für viel umworbene Fachleute ist, sich für die Firma zu entscheiden und dort langfristig zu bleiben, sagte Potsdam-Mittelmarks Landrat Wolfgang Blasig (SPD) am Donnerstagabend zur Eröffnung des „Treffpunktes Wirtschaft“ in Seddin. Mittlerweile würden manche Bewerber diese Voraussetzung in den Gesprächen auch schon einfordern. Familienfreundliche Maßnahmen im Betrieb führen zu einem motivationsfördernden Arbeitsklima, das die Mitarbeiter zusammenschweißt und ihr Bekenntnis zum Unternehmen nach außen hin verstärkt, erklärte der Landrat.

Das beste Beispiel dafür gibt im Landkreis Potsdam-Mittelmark derzeit die PGG Potsdamer Gartengestaltung GmbH in den Werderaner Havelauen. Blasig zeichnete das Unternehmen in der Veranstaltung mit dem diesjährigen Unternehmerpreis „Familienfreundlich in PM“ aus. Geschäftsführer Jens Biewendt fühlt sich für seine mehr als 40 Mitarbeiter, von denen ein Drittel Frauen sind, persönlich verantwortlich. „Traditionell kümmern sich noch immer überwiegend die Frauen um die Familie. Wir wollen, dass unsere Mitarbeiterinnen Familie und Beruf miteinander vereinbaren können“, sagt Biewendt.

Wer seine Mitarbeiter vernünftig behandelt, erhält auch gutes Personal, lautet die Philosophie des Geschäftsführers. Angestellte, die aus der Elternzeit kommen, können beispielsweise ihre Arbeit zunächst in Teilzeit wieder aufnehmen, die sie mit der Geschäftsführung nach ihren Bedürfnissen vereinbaren können, sofern es in den Betriebsablauf passt. Eine spätere Vollbeschäftigung ist jederzeit möglich. Das Unternehmen stellt nicht nur die Arbeitskleidung für seine Angestellten, sondern wäscht und repariert sie bei Bedarf auch. Es hilft seinen Beschäftigten beim Ausfüllen amtlicher Formulare und begleitet sie auch bei Behördengängen oder vermittelt zumindest die Gespräche. Die Betriebstechnik kann auch mal kostenlos, jedoch nur für den Eigenbedarf daheim, entliehen werden. „Für Schwarzarbeiten haben wir auch gar keine Zeit“, scherzt Biewendt.

In den mehr als 25 Jahren ihres Bestehens hat sich die Gartengestaltungsfirma von einem einfachen Gartenbaubetrieb zu einem Dienstleister für ausschließlich private Kunden entwickelt, die sich qualitativ hochwertige Gartenlandschaften leisten möchten. Die Firma plant, baut und pflegt auf Wunsch die Gärten auch. „Wir wollen, dass sich unsere Mitarbeiter bei ihrer Arbeit wohlfühlen. Wenn wir im Unternehmen Familienfreundlichkeit vorleben, nehmen sie dieses Wohlgefühl mit hinaus zum Kunden. Das schafft Vertrauen in die Firma und bringt uns wieder neue Aufträge“, bekräftigt Biewendt. Bei gemeinsamen Fahrradtouren, Betriebsausflügen und -festen bringt manch ein Angestellter auch mal ein selbst gereimtes Gedicht mit und träge es vor.

Viele Leute investieren immer mehr in ihre Gärten, hat Biewendt festgestellt. Darum möchte er seinen Betrieb erweitern. Jährlich stellt er durchschnittlich zwei bis drei neue Mitarbeiter ein. „Wir haben derzeit sechs Lehrlinge im Betrieb und bereiten uns auf drei weitere Azubis vor.“ Auch wenn jemand anderswo die Lehre abgebrochen hat, gibt ihm der Geschäftsführer erst einmal eine neue Chance.

Erstmals für dieses Jahr hatte die Kreisverwaltung die Vergabekriterien für den Unternehmerpreis geändert. Bislang erfolgte die Bewertung nach den Kategorien Nachwuchsgewinnung, Mitarbeiterbindung und Mitarbeitersicherung. „Wir haben festgestellt, dass die Kategorien inhaltlich ineinander gleiten, und uns darum entschlossen, künftig bei der Preisverleihung eine Reihenfolge festzulegen“, erläutert Koordinatorin Simone Kühn. Außerdem erhalten die Preisträger zusätzlich zu den Aufklebern, die sie als familienfreundlichen Betrieb kennzeichnen, der Image-Broschüre und dem Imagefilm jetzt auch Geld, das sie für die Nachwuchsgewinnung und die Fachkräftesicherung einsetzen können. Für den Erstplatzierten gibt es 1500 Euro, für den zweiten 1000 Euro und für den dritten Platz 500 Euro.

Sechs Unternehmen buhlten um den Preis

Um den Unternehmerpreis „Familienfreundlich in PM“ hatten sich sechs Firmen im Landkreis Potsdam Mittelmark beworben.

Hinter dem Erstplatzierten folgten der Gasthof „Zur Linde“, Wildenbruch (2.), die Rewe Markt GmbH Regio Ost Teltow (3.), das Reha-Klinikum „Hoher Fläming“ im Oberlinhaus Bad Belzig (4.), die Recura-Kliniken in Beelitz-Heilstätten (5.) und der Menühersteller Struik Foods in Beelitz (6.).

Von Heinz Helwig

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