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Hallo, hier ist das „Betrugsdezernat“

Mit „Kollegentrick“ um 30 000 Euro gebracht Hallo, hier ist das „Betrugsdezernat“

„Enkeltrick“-Betrüger haben offenbar eine neue Masche: Den „Kollegentrick“. Sie missbrauchten den Namen eines Teltower Stadtpolitikers und haben damit einer früheren Kollegin 30 000 Euro abgenommen. Als die eine Rückzahlung forderte, flog der Schwindel auf. In diesem Fall waren die Betrüger besonders raffiniert vorgegangen.

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Mit immer raffinierteren Maschen werden ältere Menschen von Betrügern um große Summen bestohlen.

Quelle: dpa

Teltow. Mit einer besonders dreisten Masche des „Enkeltricks“ haben Betrüger Ende August den Namen des Teltower Stadtverordneten und Vorsitzenden des Stadtverbandes der Linken, Reinhard Frank, missbraucht und von einer früheren Kollegin des Lokalpolitikers in Potsdam 30 000 Euro erbeutet. Man könnte den Trick auch als „Kollegentrick“ bezeichnen. Als sich die ehemalige Mitarbeiterin einige Tage nach der Geldübergabe bei Frank nach den Modalitäten der Rückzahlung erkundigen wollte, flog der Betrug auf. Die Rentnerin erstattete daraufhin Anzeige bei der Polizei.

Die 78-Jährige hatte an dem bewussten Tag einen Anruf erhalten und geglaubt, an der Stimme Frank zu erkennen. Auf ihre vergewissernde Nachfrage gab sich der Anrufer auch für den Teltower aus und behauptete, bei einem Notar zur Unterzeichnung eines Vertrages zu sitzen und eine größere Menge Geld zu benötigen. Den Grund für das Darlehen werde er mit ihr „später besprechen“. Das Angebot der Frau von 30 000 Euro nahm der Unbekannte sofort an.

Der Herr vom „Betrugsdezernat“ machts noch glaubwürdiger

Kurz nachdem die Seniorin bei ihrer Bank den Betrag angemeldet hatte, rief bei ihr ein Herr Ludwig vom „Betrugsdezernat“ an und erkundigte sich, ob sie wirklich so viel Geld abheben wolle und der Empfänger auch vertrauenswürdig sei. Er bot an, den Anrufer von der Polizei überprüfen zu lassen. Wenn etwas schief laufe, könne die Frau Anzeige erstatten. Immer noch überzeugt, mit Frank gesprochen zu haben, lehnte die Rentnerin ab. Eine Rückrufnummer konnte ihr „Herr Ludwig“ nicht geben. „Das ist im Betrugsdezernat so.“

Der Bankangestellte soll der Frau das Geld problemlos in einem Briefumschlag übergeben haben. Die Auszahlung hatte sie zuvor mit einer dringenden Familienangelegenheit begründet. Da der vermeintliche Reinhard Frank noch vom angeblichen Anwalt aufgehalten wurde, sollte dessen Buchhalter das Geld vor dem Wohnhaus übernehmen. Auf die Aufforderung, sich auszuweisen, entschuldigte sich der etwa 30-jährige, sportlich wirkende, schwarzhaarige „Herr Kowalski“, er habe den Ausweis im Büro vergessen. Aber die Seniorin könne ihm vertrauen. Zögernd übergab sie ihm den Umschlag... .

Senioren werden immer misstrauischer

Der „Enkeltrick“ trete immer wieder in bestimmten Intervallen verstärkt auf und werde von den Betrügern in den raffiniertesten Szenarien angewendet, bestätigt ein Sprecher der Polizeidirektion West. Meist suchten sich die Gauner ihre Opfer aus dem Telefonbuch anhand älter klingender Vornamen heraus. In jüngster Zeit seien die Senioren allerdings misstrauischer geworden und hätten sich bei der Polizei gemeldet. Dadurch hätten bereits einige Betrügereien verhindert werden können, sagt der Polizeisprecher.

Die Polizei mahnt immer wieder: Im Zweifelsfall anrufen

Die Bankangestellten seien für den „Enkeltrick“ geschult worden und würden bei größeren Summen auch mal vorsichtig nach dem Verwendungszweck fragen, sagt eine Sprecherin der Mittelbrandenburgischen Sparkasse (MBS). Dadurch hätten bereits einige Betrügereien verhindert werden können.

In Zusammenarbeit mit der Polizei würde beispielsweise die MBS in ihren Filialen Aufklärungskampagnen zum „Enkeltrick“ veranstalten. Dort lägen auch Broschüren aus, in denen die Betrugsmaschen beschrieben und Hinweise zu deren Verhinderung gegeben werden.

Bei merkwürdigen Anrufen sollten sich ältere Menschen bei Verwandten beziehungsweise Bekannten über die Identität des Anrufers vergewissern und im Zweifel die Polizei anrufen.

 

Von Heinz Helwig

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