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Betrüger wollen Unternehmen abzocken

Behörden sind alarmiert Betrüger wollen Unternehmen abzocken

Unternehmen in der Region werden derzeit von Betrügern mit amtlich aussehenden Schreiben per E-Mail bombardiert. Darin wird angeraten, sich in ein Gewerbeverzeichnis in Leipzig einzutragen. Wenn man das tut, muss man indes ordentlich zahlen. Doch die Schreiben sind gefälscht – das Konto, auf das die Fimenchefs einzahlen sollen, führt nach Malta.

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Das Schreiben kommt angeblich von der Stadt Beelitz, ist aber eine Fälschung.

Quelle: Stadt Beelitz

Beelitz/Stahnsdorf. Wieder einmal sind Unternehmen in der Region das Ziel von Anzeigenbetrügern. Wie der Beelitzer Stadtsprecher Thomas Lähns mitteilte, werden derzeit behördlich aussehende Schreiben per Fax versandt, in denen die Rede von der Auflösung dezentraler Gewerbeverzeichnisse in der Bundesrepublik Deutschland ist. Dafür, so die Behauptung, könne man sich aber in ein Zentralverzeichnis, das von Leipzig aus gepflegt werde, eintragen lassen – und müsse nur seine Daten aktualisieren. „Wer allerdings unterschreibt, schließt ein Abonnement ab“, warnt Lähns.

Die E-Mail-Adressen klingen amtlich

In dem Schreiben werde der Eindruck erweckt, dass es sich bei den Gewerbeverzeichnissen um das Gewerberegister der Kommune handele. „Verstärkt wird dieser Eindruck durch den Stadt- oder Gemeindenamen im Absender.“ Je nach Kommune wird zum Beispiel stahnsdorf.gewerbe-meldung.de oder beelitz.gewerbe-meldung.de als Kontaktadresse angegeben. Ruft man diese Seite auf, landet man tatsächlich auf einem Portal, in dem örtliche Gewerbebetriebe bereits eingetragen sind. „Deren Daten dürften aber zumeist aus anderen Branchenverzeichnissen entnommen worden sein“, vermutet Lähns.

Im Kleingedruckten wird klar: Die Anmeldung kostet richtig Geld

Erst im Kleingedruckten wird angemerkt, dass es sich nicht um ein gebührenfreies Register, sondern ein kostenpflichtiges Angebot handelt. „Und dass es sich bei dem Vertragspartner nicht um eine Behörde aus Leipzig handelt, sondern dort lediglich der Briefkasten eines Unternehmens mit Sitz auf Malta hängt.“ Wer das Angebot annimmt, müsse über drei Jahre jährlich 348 Euro netto zahlen. „Die Unterschrift soll also mindestens 1.242,36 Euro kosten“, sagt der Berliner Rechtsanwalt Thomas Meier-Bading, der auch auf seiner Homepage vor der Betrugsmasche warnt. Wer unterschrieben hat und die Rechnung bekommt, könne zwar keinen Widerspruch einlegen, aber sich auf anderem Wege wehren: „Das richtige Rechtsmittel ist die Anfechtung – wenn deren Voraussetzungen vorliegen.

Rechtsanwalt rät den Unternehmern, den „Vertrag“ anzufechten

Hier kann man sich zum Beispiel wegen bestimmter Irrtümer vom Vertrag lösen“, so Meier-Bading. Dies müsse man dem Gegenüber am besten per Einschreiben darlegen – und betonen, dass man bei der Unterschrift zum Beispiel von einem kostenlosen Angebot ausgegangen ist. „Zu zahlen, löst das Problem nicht“, sagt er. Zwar werde auch danach noch Druck ausgeübt, irgendwann sei aber erfahrungsgemäß Ruhe. Noch besser ist es, solche Faxe zu ignorieren. „Behördliche Schreiben werden zumindest aus dem Rathaus der Stadt Beelitz grundsätzlich per Post verschickt – und zwar direkt von hier aus und nicht über eine ’zentrale Poststelle’ in Leipzig, die es nicht gibt“, so Lähns.

Von Jens Steglich

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