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Bettenprämie ist noch nicht ausgeschöpft

Mittelmark Bettenprämie ist noch nicht ausgeschöpft

Zur Qualitätssteigerung von Tourismusunterkünften stehen noch einige Tausend Euro im Kreis Potsdam-Mittelmark bereit. Betreiber von Ferienunterkünften bis zu 20 Betten sollten sich mit der Bewerbung ranhalten – denn wer zuerst kommt, malt zuerst. Cornelia Schubbert aus Borkheide hat ihre Chance bereits vor einigen Jahren genutzt. Wir haben sie besucht.

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Besitzer von Ferienunterkünften können noch Anträge auf Fördergelder stellen, um die Qualität der Zimmer zu verbessern.

Quelle: Pexels

Borkheide. Inhaber von Ferienunterkünften können dieses Jahr noch Anträge auf Bettenprämie stellen. Im Topf für „kleinteilige touristische Förderungen“ sind noch rund 17500 Euro. Demnach seien erst 65 Prozent der Summe mit Anträgen unterlegt, erklärt Andrea Metzler, Pressesprecherin des Landkreises Potsdam-Mittelmark.

Hochwertige Matratzen, moderne Technik oder der Abbau von Barrieren: Der Fördertopf soll Gastgeber unterstützen, die ihre Qualität steigern wollen. „Der Landkreis konzentriert sich auf Anträge zur Qualitätserhöhung, um den gestiegenen Anforderungen gerecht zu werden“, sagt Uta Hohlfeld von der Lokalen Aktionsgruppe Fläming-Havel, die mit der Verteilung der Gelder betraut ist. Es gehe darum, die Standards anzuheben und Stammgäste zu gewinnen. Gäste sollen sich im Kreis wohlfühlen. Bekannt geworden war die Fördermaßnahme 2009 als Bettenprämie, denn bis 2014 gab es die Gelder auch für die Schaffung neuer Betten im Landkreis.

Cornelia Schubbert hat zur Ferienwohnung eine neue Treppe und eine Eingangstür installieren lassen, damit die Gäste unabhängig von ihr sind

Cornelia Schubbert hat zur Ferienwohnung eine neue Treppe und eine Eingangstür installieren lassen, damit die Gäste unabhängig von ihr sind.

Quelle: Christin Iffert

So betreibt Cornelia Schubbert mit ihrem Mann die Ferienwohnung“Im Sonnenschein“ in Borkheide. Als die Rechtsanwaltsfachfrau 2014 von der Förderung las und die Räume in ihrem großen Einfamilienhaus nach dem Auszug beider Töchter leer standen, kam ihr die Idee von einer Ferienwohnung. Alles Ersparte der Familie steckt in der kleinen Vermietung, denn es gab etliche Umbaumaßnahmen. Zum einen ist da der separate Eingang ins Haus über eine neu installierte Metalltreppe. Öffnet sich die Tür, steht man direkt in der Küche. „Hier war früher mein begehbarer Kleiderschrank“, erklärt die 57-Jährige. Daneben ist das ehemalige Schlafzimmer einem Gästeraum gewichen. Die Kinderzimmer sind nun Aufenthaltsraum und Schlafraum für Ferienbesucher. Die Gastgeberin ist indes zu Hausmeister, Putzfrau und Bürokraft geworden. Sie möchte den Besuchern möglichst viel bieten. „Es muss nicht perfekt sein, aber ich gebe mir große Mühe es etwas heimisch und in Wohlfühlatmosphäre zu gestalten.“ Schließlich wisse sie ja selbst wie es ist, wenn man nur ein paar Tage im Jahr in den Urlaub fährt.

Viele Antragssteller schöpfen Förderhöhe nicht aus

Der Förderantrag für ihr Ferienwohnung-Vorhaben war aufwendig. Für jede Baumaßnahme mussten drei Kostenvoranschläge eingereicht und mit Begründungen zur Firmenwahl versehen werden. Schubbert stört das nicht. Schließlich sind am Ende auch wirklich 10000 Euro bewilligt worden. „Ohne das Geld hätten wir das Projekt nicht umsetzen können, denn wir haben ja auch noch einiges selbst gezahlt“, erinnert sich die Gastgeberin. Häufig reizen die Antragsteller das gesamte Fördervolumen aber gar nicht aus. „Die beantragten Fördersummen liegen meist unter dem Möglichen. Schließlich muss der geleistete Eigenanteil erstmal durch die Vermietung verdient werden“, erklärt Uta Hohlfeld.

Wo einst der begehbare Kleiderschrank war, ist heute eine Küche

Wo einst der begehbare Kleiderschrank war, ist heute eine Küche.

Quelle: Christin Iffert

Trotz der hohen Investitionen: Könnte sich Cornelia Schubbert noch einmal entscheiden, sie würde wieder eine Ferienwohnung einrichten. Einerseits lerne sie unterschiedliche Menschen kennen, andererseits ist die Wohnung auch gut gebucht - „entgegen der Skepsis unserer Kinder, denn die dachten, in Borkheide würde niemand Urlaub machen.“ Viele Besucher lieben die Ruhe und gleichzeitig die Nähe zu Städten wie Potsdam oder Berlin. Gebucht wird über das Internet.

Der Spiegel in einem der Gästezimmer ist ein Do-it-yourself-Projekt

Der Spiegel in einem der Gästezimmer ist ein Do-it-yourself-Projekt.

Quelle: Christin Iffert

Die Gastgeber sind nach dem Ausbau mit drei Sternen klassifiziert worden. Schon jetzt bereitet sie sich auf die nächste Klassifizierung des Tourismusverbandes vor, denn die Kriterien haben sich 2016 geändert. Für Schubbert heißt das: zwei neue Einzelbetten gegen ein zu kleines Doppelbett tauschen. Denn einen Stern will sie keinesfalls verlieren – nur die Fördergelder, die sind für die Familie bereits ausgeschöpft.

Die Bettenprämie

Pro Antrag auf Fördermittel zur Qualitätssteigerung übernimmt der Landkreis bis zu 50 Prozent der Kosten, aber maximal jeweils 5000 Euro.

2016 wurden 12 Projekte, davon 6 für den Hohen Fläming bewilligt.

So gut wie kein Antrag wird abgelehnt, da bereits vorab Unstimmigkeiten mit der Lokalen Aktionsgruppe Fläming-Havel ausgeräumt werden.

Der Förderbetrag wurde 2015 auf 50 Prozent gesenkt, um möglichst vielen Antragstellern eine Chance zu geben. Vorher betrug er 80 Prozent.

Zwischen 2009 und 2017 sind 179 Projekte mit knapp 1,2 Millionen Euro gefördert worden.

Gleichzeitig wurden insgesamt etwa zwei Millionen Euro Investitionen getätigt.

Bis 2014 wurden 282 Betten neu geschaffen, während bis 2016 insgesamt für 452 Betten eine Qualitäterhöhung erzielt wurde.

150 Unterkünfte wurden mit Sternen klassifiziert.

Von Christin Iffert

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