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Potsdam-Mittelmark Bewegungsbecken: Klinik will nicht zahlen
Lokales Potsdam-Mittelmark Bewegungsbecken: Klinik will nicht zahlen
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00:20 19.08.2017
Dietmar Donner, Geschäftsführer des Krankenhauses Bad Belzig. Quelle: Gaffron
Bad Belzig

Über die Stilllegung des Bewegungsbeckens im Krankenhaus scheint das letzte Wort noch nicht gesprochen. „Es besteht jedenfalls nicht die Absicht, die Anlage zurückzubauen“, sagt Dietmar Donner. Der Geschäftsführer des hiesigen Standortes des Ernst-von-Bergmann-Klinikums hat zumindest die Bereitschaft zu Gesprächen signalisiert, in denen eine Lösung für die Zukunft gesucht wird.

Nicht zuletzt haben wohl Ärzte im Hause bzw. nachgeordneter Einrichtungen wie Medizinisches Versorgungszentrum ein Interesse daran. „Die Einrichtung ist insgesamt, einschließlich Funktionsräumen für Physio- und Ergotherapie, gut ausgestattet“, hatte Winfried Ryczlewicz dieser Tage gesagt. „Insofern wäre es natürlich dienlich, wenn diese Angebote im Wasser ebenfalls wieder unterbreitet werden könnten“, sagt der seit Mai in der Kur- und Kreisstadt tätige Chirurg.

Wo das Geld – 100 000 Euro werden wohl fällig – auf jeden Fall nicht herkommen wird, hat Donner indes nochmals betont. Der erstmals erwirtschaftete Gewinn in sechsstelliger Höhe sei für die Deckung von Personalkosten im Hause eingeplant. Neueinstellungen und Entgelterhöhungen müssten finanziert werden. Ob eine Zuwendung aus dem Etat des Kreistages Potsdam-Mittelmark oder andere Quellen ins Auge gefasst werden, ließ der Klinikchef offen.

Wolfgang Blasig (SPD), der als Landrat die Interessen des Landkreises Potsdam-Mittelmark im Aufsichtsrat der kommunalen Klinikgesellschaft vertreten soll, ist derzeit im Urlaub. Nach Aktenlage sei nicht zu erkennen, dass die hiesige Verwaltung in den Entscheidungsprozess einbezogen war, in dessen Folge die notwendige Reparatur der Filtertechnik am 1999 errichteten Becken ausgesetzt wurde, heißt es auf MAZ-Anfrage aus dem Landratsamt Bad Belzig.

Einmal mehr betont die Klinikleitung, dass die Vorhaltung eines Bewegungsbeckens keineswegs zum Standard für ein Krankenhaus der Grundversorgung gehöre. Abgesehen davon, dass diese Definition auf allen Seiten jeweils unterschiedlich ausfällt, hat der gegenüber den Betroffenen lange nicht einmal kommunizierte Ausfall seit Ende Mai schon zu Einschnitten bei Prävention, Babyschwimmen und Therapien geführt.

Längst überlegen Lokalpolitiker im Hohen Fläming, allen voran die ehrenamtlichen Bürgermeister des Amtes Niemegk, die Geschicke in eigene Hände zu nehmen. Sie hatten bekanntlich einen Brief an die Stadt Potsdam geschrieben und an deren Verantwortung appelliert. „Wir werden ihn direkt an die Absender beantworten und öffentlich nicht weiter kommentieren“, erklärte deren Sprecher Jan Bunzlow.

In jedem Fall wird es noch Gespräche im Ministerium für Arbeit, Gesundheit, Soziales und Frauengeben. Niemegks Amtsdirektor Thomas Hemmerling hat dort einen Termin im September erhalten.

Von René Gaffron

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