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Potsdam-Mittelmark Bezeichnung Straße spottet jeder Beschreibung
Lokales Potsdam-Mittelmark Bezeichnung Straße spottet jeder Beschreibung
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06:15 16.08.2017
Der Flickenteppich zwingt Autofahrer zum Zickzack-Kurs. Quelle: Friedrich Bungert
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Fichtenwalde

Schritttempo. Im Auto wackelt alles, egal wie neu die Karosserie ist. Die Person hinter dem Steuer sitzt nach vorn gebeugt mit angespannten Schultern im Wagen und sucht konzentriert die Straße ab, um auch ja kein Schlagloch zu übersehen. So fühlen sich Autofahrer in der Kaniner Straße in Fichtenwalde. Die offiziell als Verbindungsstraße in den Ortsteil Kanin gekennzeichnete Buckelpiste ist nicht lang, trotzdem brauchen Pkw lange, um sie zu durchqueren. Die Bezeichnung Straße spottet hier jeder Beschreibung. Das sehen auch die MAZ-Leser genauso und wählten die Kaniner Straße in Fichtenwalde zur schlechtesten Straße und Potsdam und dem Umland.

Warum die Straße in einem so elenden Zustand ist, weiß Eva Griebel. Die Fichtenwalderin wohnt seit vielen Jahren in der Kaniner Straße und kennt nicht nur jedes Schlagloch auf dem Weg zu ihrer Haustür. Sie war viele Jahre lang auch Ortschronisten. „Spatensoldaten brachten die Decke zu DDR-Zeiten auf“, erklärt sie, „als Übung.“ Niederschläge trugen ihren Teil zum Ansehen der Straße bei. „Bei Regen werden die Schlaglöcher noch tiefer“, sagt Eva Griebel. Denn eine wirkliche Asphaltdecke gibt es gar nicht mehr in der Kaniner Straße. Deshalb umfahren die Autos die Huckel im nassen Boden auf beiden Straßenseiten weitläufig – oder versuchen es zumindest. Denn die Ausweichmanöver haben nur weitere Schlaglöcher entstehen lassen.

Mehrere Online-Beschwerden an die Gemeinde

Nicht nur die MAZ-Leser regt der Zustand auf. Auf die knapp 400 Meter, die in einen Waldweg münden, weisen Fichtenwalder auch auf dem Internetportal Maerker hin. Dort können die Bürgerinnen und Bürger einer Gemeinde Infrastrukturprobleme melden, beispielsweise wenn die Straßenbeleuchtung nicht funktioniert oder der Müll nicht abgeholt wurde. „Die Kaniner Straße ist zwischen Klaistower und Charlottenburger Straße nicht mehr sicher befahrbar“, schrieb ein Bürger dort am 20. März 2017. „Selbst unbefestigte Straßen sind nicht so gefährlich“, warnte er und fürchtet, dass sich Radfahrer verletzen könnten. Auch die MAZ-Leser haben dieselbe Sorge. „Wahrscheinlich muss erst ein Kind vom Rad fallen, bis die Verwaltung etwas unternimmt“, schrieb ein Leser zur Kaniner Straße.

Reagiert hat die Verwaltung auf die Meldungen im Maerker-Portal offensichtlich nicht. Denn am 31. Juli meldete sich der Mann erneut und wies auf seinen vier Monate alten Beitrag hin. Der Status bei den beiden Meldungen heute: „in Arbeit“. Die Hinweise seien an den zuständigen Fachbereich weitergeleitet worden, notiert die Verwaltung. „Einzelne Löcher wurden immer wieder provisorisch ausgebessert“, berichtet Eva Griebel. Sie hat keine Hoffnung auf eine grundlegende Sanierung der Straße. „Das wird wohl nicht passieren, ehe hier neue Abwasserleitungen gelegt werden“, sagt sie.

Fichtenwaldes Ortsvorsteher Tilo Köhn (GfB) muss Eva Griebel in diesem Punkt zustimmen. Er kann nach der MAZ-Aktion aber gute Nachrichten verkünden. „Die Kaniner Straße ist zerschlissen“, sagt er. Sie werde nicht nur von den direkten Anwohnern sondern auch von vielen Gästen des nahe gelegenen Hundesportplatzes viel genutzt. Deshalb wurde sie auf die Prioritätenliste für die Straßensanierung in Fichtenwalde aufgenommen. „Dafür sind bereits Gelder aus dem Instandhaltungsfond der Gemeinde vorgesehen“, erklärt Köhn. Die Kaniner Straße habe einen dringenden Bedarf. Einem grundhaften Ausbau muss Köhn nichtsdestotrotz absagen.

» Siehe auch: Die schlechteste Straße im Potsdamer Umland

Von Victoria Barnack

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