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Potsdam-Mittelmark Biber am Buschsee fällen Bäume
Lokales Potsdam-Mittelmark Biber am Buschsee fällen Bäume
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18:30 17.04.2017
Umweltschützer Jörg Dorowski (66, r.) und Anlieger Georg Goosmann (79) betrachten den von einem Biber gefällten Baum am Buschsee. Quelle: kkh
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Kleinmachnow

Am Kleinmachnower Buschsee neben dem Zehlendorfer Damm werden Bäume gefällt – aber nicht bauwütige Investoren sind der Grund, sondern pelzige Säugetiere mit scharfen Zähnen: Ein Biber oder eine Biberfamilie – wie viele Tiere es sind, weiß man nicht – ist vom Teltowkanal über Land oder durch das Zuleitungsrohr eingewandert.

Bemerkt wurden sie durch Fraßspuren an Bäumen, seit September des Vorjahres arbeiten sie, im Oktober ist schließlich der erste Baum gefallen. Auch an den Dämmen, die sie beim Abfluss des Pfuhls bauen, ist die Tätigkeit der nachtaktiven Tiere bemerkbar – und genau das scheint einigen Menschen nicht zu gefallen: Immer wieder werden diese Wälle zerstört.

Gegen die Zerstörung der Biberdämme ist nichts zu machen

Dem Umweltschützer Jörg Dorowski (66), im Vorstand des Fördervereins Landschaftsschutzgebiet Buschgraben-Bäketal, und dem Anlieger Georg Goosmann (79) sind die Tiere und ihr ungestörter Lebensraum ein Anliegen: „Vom Berliner Bezirksamt war jemand wegen der Zerstörung der Dämme da, auch die Untere Naturschutzbehörde aus Belzig – aber es hieß, man könne nichts machen“, berichten sie. Auf die Frage, ob man nicht ein Schild aufstellen sollte, um darauf hinzuweisen, dass es sich um das Werk von Bibern handle, bekamen sie als Antwort, dass man die Aufmerksamkeit damit erst recht auf die Biber ziehen würde. Aber geschützte Tiere in ihrem Lebensraum zu beeinträchtigen, sei eine Straftat, nicht nur eine Ordnungswidrigkeit, betont Dorowski, das gelte für das Zerstören von Biberdämmen ebenso wie etwa für das Abschlagen von Schwalbennestern.

Anwohner befürchten überflutete Keller

Es gäbe jedoch die Befürchtung, dass durch die Dämme der Wasserstand des Tümpels zu hoch werde und dadurch Keller geflutet werden könnten, so die Naturschützer. Dem könnten technische Einrichtungen entgegenwirken, sagen sie. Schon jetzt beklagen einige Anlieger Feuchtigkeit wegen eines höheren Wasserstandes, doch die Biberfreunde bezweifeln die Ursache, da der Baugrund gut drei Meter über dem Teich liege, betonen sie. „Es war ein feuchtes Frühjahr, es hat mehr geregnet als sonst“, geben sie zu bedenken, und über einer Lehmschicht in 1,80 Meter Tiefe würde sich das Wasser sammeln.

Neben dem Biber gibt es am Buschgraben-Pfuhl auch noch andere nicht alltägliche Tiere – Knoblauchkröten, verschiedene Froscharten, Reiher, Schlangen und Echsen. Aber dieser Bereich sei im Flächennutzungsplan noch eine „weiße Fläche“, so Dorowski, und ein erster Antrag als Naturschutzgebiet sei abgelehnt worden. Unverständlich daran: Der Bereich des restlichen Buschgrabens über die Straße, also südlich des Zehlendorfer Damms, gehört zum Naturschutzgebiet Parforceheide. Der Großteil des Areals nördlich des Zehlendorfer Damms, wo die Biber leben, ist in Privatbesitz, erzählen die beiden Naturschützer, und wäre es nach den Investoren gegangen, wäre es schon verbaut. Der Förderverein Landschaftsschutzgebiet Buschgraben-Bäketal – gemeinsam gegründet von Berlinern und Kleinmachnowern – habe seinen Ursprung dem Kampf zu verdanken, dieses Areal nicht zu bebauen, berichten sie.

Ein Biber saß einst in der Kleinmachnower Schleuse fest

„Der Biber ist das Symbol für die Erfolgsgeschichte des Naturschutzes“, betont Dorowski, der seit 61 Jahren in Kleinmachnow lebt. Die Art war schon fast ausgerottet und ist jetzt wieder überall vertreten. Auch in der Region sind mehrere Orte bekannt, an denen sich Biber wieder eingelebt haben.

So kennt man eine Burg in Steglitz hinter dem Baumarkt, der ausgerechnet einen Biber im Logo hat, eine weitere ist in Potsdam bekannt und eine am Machnower See. Ein Biber hing vor einigen Jahren in der Kleinmachnower Schleuse fest, daran erinnert sich Dorowski noch gut, denn er wurde dazu gerufen. Dem Tier wurde eine Ausstiegshilfe aus Paletten gebaut und es wurde über einen Stock mit Äpfeln und Mohrrüben gefüttert. „Die hat er sich vom Stock genommen – und die Bretter von den Paletten hat er auch angeknabbert“, erzählt er.

„Auf die Ausstiegshilfe hat sich der Biber dann draufgesetzt, um sich auszuruhen und zu putzen, und als es dämmrig war, dürfte er wohl rausgeklettert sein.“ Jetzt gebe es dort dauerhaft ein Brett mit Schwimmer – da sitzen jetzt die Enten drauf.

Von Konstanze Kobel-Höller

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