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Potsdam-Mittelmark Landesregierung zeichnet Fläming-Bibliothek aus
Lokales Potsdam-Mittelmark Landesregierung zeichnet Fläming-Bibliothek aus
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21:26 21.02.2018
Die Rädigker Fläming-Bibliothek wird als „Demografie-Beispiel des Monats“ gewürdigt. Thomas Kralinski, Chef der Staatskanzlei, übergibt die Auszeichnung und schießt sein Erinnerungsfoto.      Quelle: Christiane Sommer
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Rädigke

Seit zwölf Jahren können sich Besucher im Gasthof Moritz in Rädigke nicht nur an Speis und Trank laben, sondern auch an geistiger Nahrung. Das hat sich zwischenzeitlich weit über die Region hinaus herumgesprochen.

Die Fläming-Bibliothek in dem 170 Einwohner zählenden Dorf hat sich als Deutschlands erster Gasthof mit Bibliothek einen Namen gemacht. Rund 965 Nutzer kommen in regelmäßigen Abständen vorbei, um im Bücherfundus zu stöbern. Das Erfolgsprojekt ist jetzt von der Landesregierung Brandenburgs als „Demografie-Beispiel des Monats“ ausgezeichnet worden.

Aus einer Schnapsidee entstanden

„Dabei war das ganze eine Schnapsidee, die am Stammtisch entstand“, erzählt Gastwirt Bernd Moritz. Steffen Gommel, der als Vorsitzender des Bibliotheksvereins zu den Mitbegründern der Idee gehört, lächelt bei diesen Worten. Doch brauchte es zur Verwirklichung einer so ungewöhnlichen Idee „auch Menschen, die echt sind“, sagt der Rädigker Bernd Fredrich. „So wie es Moritzes sind“, ergänzt der 60-Jährige.

Und so trudeln am Freitag immer mehr Menschen im Gasthof ein, die es allesamt in den früheren Saal zieht. Aus dem ist seit Eröffnung der Bibliothek ein charmanter Gastraum geworden. An den Wänden reihen sich die neuesten Bestseller an beliebte Klassiker und Regionalliteratur.

Dennoch sind die Frauen und Männer ausnahmsweise nicht der Buchausleihe wegen gekommen. Sie erwarten den Chef der Staatskanzlei Thomas Kralinski. Nach einem Vorschlag des Wahlkreisabgeordneten im Landtag Brandenburg, Günter Baaske (SPD), überreicht er die Auszeichnung für das Demografie-Beispiel des Monats.

Weitere Preisträger schon im Fläming

Mit dem sperrigen Titel würdigt die Landesregierung regelmäßig Initiativen, die sich dem Erhalt und der Verbesserung der Lebensqualität auf dem Lande widmen. Weitere Preisträger gibt es bereits im Fläming.

Die Coconat AG, die im alten Gutshof von Klein Glien Zeitarbeitsplätze für digitale Nomaden anbietet, der Bürgerbusverein „Hoher Fläming“ und die Bahnhofsgenossenschaft Wiesenburg haben diese Anerkennung, mit der keine Prämie verbunden ist, ebenfalls schon erhalten.

Rund 4000 Bücher verfügbar

Die 2006 gegründete Fläming-Bibliothek Rädigke wird ehrenamtlich vom gleichnamigen Verein betrieben.

Die Buchausleihe ist stets möglich zu den Öffnungszeiten des Gasthofs.

Im Medienbestand können die aktuell 965 Nutzer unter rund 4000 Titeln wählen. Davon sind rund 1500 Bücher ständig im Umlauf.

Der Bestand wird viermal im Jahr durch den Vereinsvorsitzenden Steffen Gommel durch Neuerscheinungen aktualisiert – bis auf die alten Klassiker.

Ausrangierte Bücher werden den umliegenden Bibliotheken in der Fläming-Region zur Verfügung gestellt.

In der Bücherei finden regelmäßig auch Dichterlesungen, Buchdiskussionen oder Themenabende statt.

„Multifunktionalität heißt eines der Rezepte, um dem demografischen Wandel aktiv zu begegnen und auch in kleinen Orten Angebote der Daseinsvorsorge aufrechtzuerhalten“, lobte Thomas Kraliniski während der Auszeichnung und zollt viel Anerkennung.

Anreize zum Lesen und Mitmachen auch für die Jüngsten

Die Bücherei im Ort, die Leseratten lange Wege erspart, bietet Einwohnern und Gästen zugleich Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen und neue Ideen für das Zusammenleben im Dorf zu entwickeln. „Hier werden alle Generationen einbezogen und auch den Jüngsten Anreize zum Lesen und Mitmachen geboten“, sagt Kralinski.

„Dieses Miteinander stärkt das Heimatgefühl und den Zusammenhalt im Ort. Ich wünsche mir, dass dieses Erfolgsprojekt in anderen Orten Nachahmer findet“, so der Chef der Staatskanzlei.

Thomas Kralinski, der Chef der Staatskanzlei Brandenburgs, dankt den Rädigkern für ihren Beitrag für ein lebenswertes Brandenburg.      Quelle: Christiane Sommer

Mit Steffen Gommel und den Wirtsleuten Doris und Bernd Moritz freuen sich auch die Bibliotheksnutzer der ersten Stunde über die Ehrung. „Ich verpasse keine einzige Lesung. Die Bibliothek bedeutet für mich Kultur vor der eigenen Haustür“, sagt Angelika Dutschke aus Rädigke.

Kurt Knabe nickt und pflichtet ihr bei. Der 66-Jährige gehört zu den Stammlesern und mag besonders den Literaturzirkel unter Federführung von Christine Maschke.

Schirmherr war anfangs skeptisch

Günter Baaske, der Schirmherr des Bibliotheksvereins ist, gesteht: „Am Anfang dachte ich, dass funktioniert nie.“ Doch brauchte es nicht lange, um ihn vom Gegenteil zu überzeugen.

„Die Bibliothek strahlt, sie ist ein Leuchtturm. Hier erlebt man Flair, dass man in Berlin nicht findet“, sagt der 60-Jährige voller Stolz auf die Rädigker Bibliothek und seine Heimatregion.

Von Christiane Sommer

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