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Bibliotheken starten Flatrate-Musikangebot

Mittelmark Bibliotheken starten Flatrate-Musikangebot

Ein neues Angebot der Bibliotheken im Landkreis Potsdam-Mittelmark ermöglicht es den Nutzern jetzt, Musik im Internet zu hören und kostenlos herunterzuladen. Damit sind nun auch die Mittelmärkischen Bibliotheken Teil es weltweiten Netzwerkes öffentlicher Büchereien, die auf einen Katalog von über zehn Millionen Liedern und Musikvideos zugreifen können.

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Blick in die Musikbibliothek: Nutzer können von verschiedenen Geräten auf die Songs ihrer Lieblingskünstler zugreifen.

Quelle: Danilo Hafer

Lehnin. Das Klischee von einer Bibliothek mit verstaubten Büchern gilt heute längst nicht mehr. Büchereien sind inzwischen auch im Landkreis Potsdam-Mittelmark multimediale Orte. Ein neues Angebot ermöglicht es den Nutzern jetzt, Musik im Internet zu hören und kostenlos herunterzuladen. Freegal-Music heißt dieser in den USA entwickelte Service. Damit sind nun auch die mittelmärkischen Bibliotheken Teil es weltweiten Netzwerkes öffentlicher Büchereien, die auf einen Katalog von über zehn Millionen Liedern und Musikvideos zugreifen können.

Für jeden Besitzer eines Bibliotheksausweises ist es so möglich, bis zu acht Stunden am Tag Musik online zu streamen und fünf Lieder pro Woche als mp3-Datei herunterzuladen. Der komplette Dienst ist werbefrei und kostet den Nutzer nichts, bis auf die örtlich anfallenden Bibliotheksgebühren. „Das Angebot an Musik ist dabei sehr vielschichtig und reicht von Klassik bis Pop“, erklärt Jürgen Otto, Fachdienstleiter für Schülerbeförderung, Kultur und Sport.

Die Liste der Titel sei keineswegs eingestaubt und veraltet, sondern immer auf dem neuesten Stand. So sei auch das Lied der Gewinnerin des jüngst veranstalteten deutschen Vorentscheids für den Eurovision Song Contest bereits am nächsten Tag im Onlinekatalog zu finden gewesen. Und für die Nutzer gibt es keinerlei Einschränkungen: Das Angebot kann sowohl auf dem heimischen Computer als auch mit dem Smartphone ganz bequem unterwegs genutzt werden. „Wenn man die Musik auf seinem Handy hören möchte, muss man sich lediglich eine App herunterladen“ erklärt Jürgen Otto.

In Deutschland waren die Hamburger Bücherhallen die ersten, die diesen neuen Streamingdienst angeboten haben. Danach folgte die Stadtbibliothek in Hannover. Weltweit nutzen mehr als 5000 Bibliotheken Freegal-Music. Neben den Bibliotheken in Potsdam-Mittelmark wird der Service auch in Potsdam und dem Verbund öffentlicher Bibliotheken in Berlin angeboten. „Wir haben zu dritt einen gemeinsamen Vertrag mit dem Anbieter unterschrieben“, sagt Jürgen Otto.

7000 Euro kostet der Streamingdienst den Landkreis im Jahr. Gemessen am Potenzial, dass es bietet, sei dies aber ein kleiner Betrag. „Die Nutzerzahlen in Kleinmachnow zeigen bereits, dass das Angebot gut angenommen wird, im Rest des Kreises läuft es noch etwas schleppend“, so Otto. Daher wird nun auch jedem ausgeliehenen Buch ein Lesezeichen beigefügt, das auf den neuen Dienst aufmerksam machen soll.

Zahlen und Fakten

45 Bibliotheken gibt es im Landkreis Potsdam-Mittelmark. Davon werden 14 hauptamtlich und 21 nebenberuflich betrieben. Acht Büchereien befinden sich in Schulen und zwei Büchereien bieten spezielle Fachbücher an.

Den Nutzern stehen 127 551 Printmedien zur Ausleihe zur Verfügung und noch einmal rund 12 765 Onlinemedien. Dazu zählen unter anderem elektronische Ausgaben von Magazinen und Zeitschriften. Das Online-Angebot wird derzeit von rund 11 500 Menschen genutzt.

115 000 Euro werden jährlich für neue Bücher ausgegeben und rund 35 000 Euro für die Verwaltung der öffentlichen Bibliotheken.

Mit dem Angebot, Musik von überall aus hören zu können, bauen die Bibliotheken im Landkreis ihr Online-Angebot noch einmal aus. Für den langjährigen Leiter des Medienzentrums und der Kreisbibliothek in Lehnin, Michael Bader, ist es gar nicht abwegig, dass nun auch Büchereien ein breites Musikangebot bieten. „Seit es die Schallplatten gibt, kann man in den Büchereien auch Musik ausleihen“, sagt er.

Aber auch damals habe es schon Diskussionen darüber gegeben, was eine Bücherei anzubieten hat und was eher nicht. „Nach den Schallplatten kamen die Videos und DVDs, jetzt kommt der Streamingdienst, das ist eine normale Entwicklung“, sagt der Standortleiter. Außerdem habe der Onlinedienst einen entscheidenden Vorteil: „Die Menge an Musik, die im Internet zur Verfügung steht, könnten wir hier als haptischen Datenträger gar nicht lagern“, sagt Bader.

Trotz aller multimedialer Einflüsse sei die Hauptaufgabe der Bibliotheken aber noch immer die gleiche. „Es geht darum, jedem den gleichen Zugang zu Bildung zu ermöglichen, egal aus welcher sozialen Schicht jemand kommt, “, sagt Doris Patzer, Kulturreferentin des Landkreises. Eine Bibliothek sei so etwas wie ein sozialer Dienst. Auch der Zugang zu Musik und anderen Medien sei ein Teil davon.

Zu erreichen ist der neue Musikdienst über die Internetseite des Landkreises oder die der jeweiligen Bibliotheken.

Von Danilo Hafer

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