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Potsdam-Mittelmark Bienen erobern Weide bei Cammer
Lokales Potsdam-Mittelmark Bienen erobern Weide bei Cammer
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02:16 07.09.2015
Claudia Thiele übt sich als Imkerin und pflegt zwei Bienenvölker. Quelle: Andreas Koska
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Cammer

Dill, Phacelia, Korn- und Ringelblume, Sonnenblumen und viele andere blühende Pflanzen und Wildkräuter säumen die Bienenweide bei Cammer. Wer auf der zwei Hektar großen Flächen verweilt, kann ein Konzert mit dem Summen von Hummeln, Bienen und Wildbienen hören. „Es ist ein Liebesbeweis, der so bei mir angekommen ist“, erzählt Claudia Thiele.

Die 27-Jährige besitzt seit Anfang Juli zwei Bienenvölker. Ihr Freund legte daraufhin die Weide am Rand des Dorfes an. Die Cammeranerin war schon als Kind von Bienen fasziniert. „Ich habe in der Grundschulzeit immer wieder Vorträge über die fleißigen Insekten gehalten, Plakate gemalt. Leider gab es damals die Imker-AG noch nicht“, berichtet die Physiotherapeutin. Sie fasziniert die Struktur eines Bienenstocks und das Leben im Volk. „Es ist das Gegenteil von mir“, so Thiele. „ich bin das totale Chaos, bei den Bienen herrscht die absolute Ordnung“, sagt sie und lacht lachend über die Selbsterkenntnis.

Rat vom erfahrenen Imker geholt

Während ihrer Berufsausbildung hatte Claudia Thiele das Ziel, einmal Imkerin zu werden, aus den Augen verloren. „Man braucht Geld und vor allem Zeit“, weiß die Naturfreundin. Ihr mangelte es vor allem an Zeit. Anfang des Jahres begann sie dennoch, ihren langgehegten Wunsch in die Tat umzusetzen. Sie suchte Rat beim erfahrenen Imker Alfred Sonntag in Damelang. Es blieb nicht bei der Beratung. Einige Monate lang assistierte sie dem Fachmann bei der Arbeit und fasste mit an. „Jetzt habe ich immerhin eine Grundlage, um meine Bienen entsprechend zu behandeln“, erzählt Claudia Thiele. „Wenn ich Fragen habe oder Hilfe brauche, ist Herr Sonntag immer zu Stelle.“ Sie weiß den Rat des Experten nach wie vor zu schätzen.

Ökologisch und ökonomisch bedeutend

Bienen zählen weltweit zu den wichtigsten Bestäubern. Sie tragen so in erheblichem Maße zum Erhalt von Wild- und Kulturpflanzen sowie deren Erträgen bei. Ihre ökologische wie ökonomische Bedeutung ist daher beträchtlich.

In Deutschland halten derzeit mehr als 80 000 Imker circa eine Million Bienenvölker. Mit der Produktion von etwa 25 000 Tonnen Honig pro Jahr decken die Imker und ihre Bienen etwa 20 Prozent des heimischen Bedarfs.

Zum anhaltenden Bienensterben trägt die zunehmende Intensivierung der Landwirtschaft bei. In Monokulturen finden Bienen kaum noch ganzjährig Blütenpflanzen, von denen sie sich ernähren können.

Die Langzeitstudie Deutsches Bienen-Monitoring (DeBiMo) kommt für Deutschland zu dem Schluss, dass die Hauptgründe für die periodisch auftretenden erhöhten Winterverluste mit dem starken Befall mit Varroa-Milben, Infektionen mit Viren sowie der Schwächung der Völker im Herbst zusammenhängen.

Claudia Thiele sieht ihre Imkerei als einen Beitrag zum Erhalt der Natur. „Früher gab es bei mir in der Kietzstraße vier Imker und im ganzen Dorf noch viel mehr“, erinnert sie sich. „Jetzt bin ich wieder die einzige.“ Die Züchterin hofft, dass sich weitere Bienenfreunde finden. „Denn durch ihre Bestäubungsleistung sichern die Hautflügler unser Überleben.“

Bienen arbeiten fleißig auf der Weide bei Cammer. Quelle: Andreas Koska

Derzeit sieht man sie regelmäßig am Rande ihrer Bienenweide bei der Pflege ihrer Völker. Ihr Pferd „Cheyenne“ beobachtet sie dabei. Neben den Bienen gehört dem Wallach ihre Zuneigung.

Fünf eigene Völker sind das Ziel

Dieses Jahr wird Claudia Thiele noch keinen Honig einbringen können. „Dafür habe ich die Bienen zu spät geholt“, weiß sie. Nachdem die Lindenblüte vorbei ist, sei es nicht sinnvoll, auf die süße Zutat zu hoffen. Die Honigernte ist ohnehin nicht ihr Hauptaugenmerk. „Es geht um den Erhalt der Spezies“, sagt die Hobbyimkerin bestimmt. Im kommenden Jahr könnten übrigens drei weitere Völker folgen. „Fünf sind mein Ziel“, sagt Claudia Thiele zielstrebig.

Von Andreas Koska

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