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Linthe Biker im Testmodus

Der elfte StartUp-Day vor Beginn der Motorrad-Saison war ein Erfolg. Weniger, was die Teilnehmerzahl betrifft, aber umso mehr, was die Besucher an neuem Wissen und an Erfahrungen mit nach Hause nehmen konnten.

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In rosa und weißen Kostümen und Langohren mischten sich die 17 Bikerder „Streetbunnycrew“ unters Volk

Quelle: Uwe Klemens

Linthe. Das Bild knallharter Jungs, die auf ihren Bikes Wind und Wetter trotzen, kommt ins Wanken. Nicht nur, weil beim Motorrad-Start-Up auf dem ADAC-Gelände in Linthe am Sonntag mancher Zopf unter dem Helm hervorlugte, sondern weil das Gros der Szene angesichts des wechselhaften Wetters zu Hause geblieben ist. Mit 600 Bikern, zur Mittagsstunde von den Organisatoren gezählt, blieb der Besuch des mittlerweile 11. Start-Up weit hinter den Besucherzahlen der Vorjahre zurück, in denen bis zu 4000 Motorradfahrer das Angebot annahmen.

Blick über die Uniform hinweg

Lange Gesichter, mit Ausnahme bei den Gastronomen, gab es dennoch keine. Denn der Mix aus Informationen von Fachleuten, Action zum Zuschauen und Mitmachen, Schnupperkursen und Bikergerechtem Shopping ließ auch in diesem Jahr, von dem nach frühlingshaftem Shopperfeeling mal abgesehen, kaum Wünsche offen. Mehr als 60 Mitarbeiter des ADAC sorgten für die Sicherheit und den Ablauf. Mindestens noch einmal so viele dürften es an den Beratungsständen der Polizei, Schrauber und an den Verkaufsständen gewesen sein.

„Solche Veranstaltungen bieten die Möglichkeit, von beiden Seiten mal über die Uniform hinweg zu gucken und von Mensch zu Mensch miteinander ins Gespräch zu kommen“, freut sich Hauptkommissar Thorsten Büchsler von der Berliner Verkehrsunfallprävention, der seit 24 Jahren Motorrad fährt, mit anderen Bikern alltags aber nur bei Fahrzeugkontrollen oder nach Unfällen ins Gespräch kommt. „Hier in Linthe können wir genau die Klientel erreichen, die wir für das Thema Sicherheit sensibilisieren wollen.“

Mit Gefühl in die neue Saison

Dass auch die Motorradfahrer das wollen, merkt Büchsler an der intensiven Art der Fragen und dem durchweg positiven Feedback für die Veranstaltung. „Die meisten Fragen drehen sich um die Technik: Was darf ich aus meinem Motorrad herausholen, damit ich trotzdem noch legal unterwegs bin?“, berichtet der Beamte.

„Klarheit darüber aber auch das richtige Gefühl für den Start in die Motorradsaison soll die Veranstaltung vermitteln“, ist sich auch ADAC-Betriebsstättenleiter Cornelius Jahn sicher. Sämtliche Schnuppertrainings sind beim Start-Up kostenlos zu haben. Wer später wiederkommen möchte um speziellere Trainings zu fahren, konnte diese bereits am Sonntag mit zehn Prozent Rabatt buchen.

Nach ein paar Proberunden auf einer nagelneuen BMW und einem 250-Kubik-Oldtimer steht für Martina Potratz aus Cammer fest, dass auch sie möglichst bald zusammen mit ihrer Suzuki ein Sicherheitstraining absolvieren wird. „Trotz meiner 28 000 Kilometer, die ich, seit ich vor dreieinhalb Jahren den Motorradschein gemacht habe, gibt es doch immer mal Momente, die schwierig sind und wo ich hinterher weiß, dass ich sie mit mehr Erfahrung besser gemeistert hätte“, sagt die 53-jährige Modistin. Die Parcoursrunde auf der alten BMW hat ihr doppelt Spaß gemacht. „Genau so eine ist früher mein Papa gefahren und hat immer davon geschwärmt. Jetzt weiß ich, warum.“

Zeichen setzen gegen das Klischee

Dass auch Osterhasen Motorrad fahren können, ist eine der neuen Erkenntnisse des Start-Up-Day. In rosa und weißen Kostümen samt Pummelschwänzchen und Langohren mischten sich die 17 Biker der Berlin-Brandenburgischern „Streetbunnycrew“ unters Volk und warben für mehr Sicherheit und die Unterstützung sozial schwacher Mitmenschen. Der Inhalt der Spendenbüchse an ihrem Stand soll einer Berliner Kita zu gute kommen. „Wir wollen ein Zeichen setzen gegen das Klischee des rücksichtslosen Bikers und allen, die uns sehen, ein Lächeln ins Gesicht zaubern“, sagt Bunnyboy Jens Breitfeld, der zu den Gründern des vor dreieinhalb Jahren ins Leben gerufen Vereins gehört. „Und natürlich fahren wir selbst auch immer streng nach Straßenverkehrsordnung und haben unter dem Kunstpelz die komplette Schutzausrüstung dran“, ergänzt seine Ehefrau Tina. „Das tun wir aus Überzeugung, weshalb wir nicht ’Kostüm’ sagen, sondern es ’Lebenseinstellung’ nennen, mit der wir unterwegs sind.“

Von Uwe Klemens

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