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Bio-Obst und Gemüse aus der Nachbarschaft

Brück Bio-Obst und Gemüse aus der Nachbarschaft

Den Ruf der Ökobauern haben die Mahlows bereits weg. Ulrike und Marius Mahlow aus Brück verkaufen seit vier Jahren ihr selbst angebautes Obst und Gemüse in sorgfältig gepackten Kisten an Kunden in Beelitz, Potsdam und sogar bis nach Berlin. Erntetag ist immer mittwochs. Für den Erfolg des Geschäfts muss das Ehepaar jedoch auch Opfer bringen.

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Ulrike Mahlow bei der Ernte.

Quelle: Andreas Koska

Brück. Einmal in der Woche rollt ein vollbepackter Lieferwagen von Brück aus über Beelitz, Wilhelmshorst und Potsdam nach Berlin. Denn die 23 Abonnenten von Ulrike Mahlow warten schon – auf ihre Obst- und Gemüsekisten mit allerlei frischen Sachen.

Seit nunmehr vier Jahren verkauft Mahlow gemeinsam mit ihrem Mann Marius Obst, Gemüse, Saft und Eier aus eigenem Anbau. So können Kürbis, Mais, Tomaten, Kohl, und Kartoffeln, aber auch Melone, Zucchini und Paprika in der Kiste landen. „Alle bekommen das gleiche Angebot, allerdings nehmen wir schon Rücksicht auf Unverträglichkeiten und Allergien“, sagt die 43-Jährige. Das Motto lautet: „In die Kiste kommt, was wächst“.

Das Ehepaar hat in der Nachbarschaft bereits den Ruf der Ökobauern weg. Dabei sind die beiden keine Bio-Bauern im zertifizierten Sinne – verzichten aber natürlich auf den Einsatz chemischer Pflanzenschutz- und Schädlingsbekämpfungsmittel. „Wir haben schon immer Bio-Produkte gekauft und gegessen, deshalb bauen wir auch alles so an, dass wir es selbst essen wollen“, sagt die gelernte Sozialarbeiterin, die aus Potsdam stammt und halbtags weiterhin in Berlin arbeitet.

Vom Selbstversorger zum Lieferanten

Das Ehepaar hatte sich einst auf die Suche nach einem kleinen Hof begeben und ist 2002 in Brück fündig geworden. „Ich wollte schon seit langem Schafe haben – und jetzt habe ich eine kleine Herde“, sagt Marius Mahlow, der außerdem an der Kläre-Bloch-Schule in Berlin Mathe, Physik und Elektrotechnik unterrichtet.

Zuerst haben die Mahlows nur als Selbstversorger angebaut, irgendwann kamen die ersten Freunde und Familienmitglieder und fragten, ob sie etwas haben oder kaufen könnten. Das Paar war vorher Mitgliede der solidarischen Landwirtschaft in Lübnitz, auf Dauer war ihnen jedoch der Weg zu weit. Also kauften sie ein weiteres Gartengrundstück mit Scheune und nennen inzwischen rund 2,5 Hektar Land ihr eigen. Ein halber Hektar wird für den Obst- und Gemüseanbau genutzt.

„Für die Kunden packen wir die Kisten von Juni bis Dezember, wir selbst versuchen, uns das ganze Jahr über zu versorgen“, sagt die zweifache Mutter. Jeden Mittwoch wird geerntet – sofort danach werden die Kisten gepackt und ausgeliefert. „Es wäre schön, noch mehr Abonnenten in der Umgebung zu haben“, sagt Mahlow mit Blick auf Borkheide und Borkwalde.

Kaum noch Zeit für Urlaub

Die Landwirtschaft lässt ihnen nicht mehr die Zeit für längere Urlaube. Im Frühjahr und Sommer gilt eine selbstauferlegte Urlaubssperre, verreist wird erst im Herbst und im Winter. „Im Oktober wollen wir kurz wegfahren“, lautet die jetzige Planung der Familie.

Wer neugierig geworden ist, kann die kleine Landwirtschaft, die ohne Fördermittel wirtschaftet, gern besuchen und besichtigen. „Wir haben auch Arbeitseinsätze, zu denen wir unsere Kunden ebenfalls gern einladen“, die Tür bei Familie Mahlow wird gern geöffnet.

Den Hof findet man in der Straße des Friedens 89 in Brück, die Kiste kostet 17 Euro, eine halbe neun Euro.

Von Andreas Koska

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