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Biologe erforscht Spuren der grauen Vorzeit

Neues Buch über Werder Biologe erforscht Spuren der grauen Vorzeit

Der Biologe Kai Heinemann, der ursprünglich aus Werder stammt, hat sich in seinem neuen Buch zu den Geheimnissen der Urgeschichte mit dem pflanzlichen und tierischen Leben der Region vor der menschlichen Besiedlung beschäftigt. Er erklärt zum Beispiel, dass es einst Nashörner in Phöben gegeben hat.

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Kai Heinemann forschte unter anderem in der Havellandschaft Töplitz, wie hier im Wolfsbruch.

Quelle: Kai Heinemann

Werder. In den Köpfen der meisten beginnt die Historie der Blütenstadt mit den ersten Siedlern in der Ur- und Frühgeschichte. Das ist auch der Startpunkt der beliebten Werder-Chroniken. Für den Biologen Kai Heinemann aber beginnt die Geschichte seiner Heimat noch viel früher. In seinem Buch „Geheimnisse der Urgeschichte. Werders Erbe aus der ,grauen Vorzeit’“ beschreibt er, welches pflanzliche und tierische Leben die Region um Werder und Schwielowsee vor der menschlichen Besiedlung bevölkerte.

Er belegt seine Ausführungen durch hiesige Funde von Tierzähnen oder Spuren in Gesteinen. So stellt sich heraus, dass in Phöben einmal Steppenmammuts, Wollnashörner und Waldnashörner durch die Gegend gelaufen sind. Wahrscheinlich wüssten nur sehr wenige, dass ihre Heimat vor Millionen von Jahren in Äquatornähe lag und die Landschaft von einer subtropischen beziehungsweise tropischen Lebenswelt geprägt war, schreibt Kai Heinemann in der Einleitung. Dies bezeugten zum Beispiel Funde von Muscheln, die sonst nur in wärmeren Gewässern beheimatet sind.

In allen Ortsteilen nach Spuren gesucht

Forschungsergebnisse aus 14 Jahren stecken in dem fast 130 Seiten starken Buch mit vielen farbigen Bildern, das er im Frühjahr veröffentlicht hat. Schon während des Studiums fing der 46-Jährige damit an, Funde zu sammeln, recherchierte Stück für Stück und forschte in der Literatur. Vor allem war er aber auch viel in der Natur unterwegs – und zwar in allen Ortsteilen Werders und Schwielowsees. „Man muss nur wissen, wo es die Spuren gibt. Aber ein bisschen Glück und der richtige Riecher gehören natürlich auch dazu“, sagt er. Bei seiner Ausbeute handelte es sich um Fossilien oder auch archäologische Funde. Erfolgreich sei die Suche hauptsächlich auf offenen, nicht bebauten Flächen oder am Wasser gewesen, erzählt er.

Aber seine Schlüsse über Werders Erbe aus der grauen Vorzeit beruhen natürlich nicht nur auf eigenen Funden, sondern zum Beispiel auch aus den Errungenschaften der Geologen aus den vergangenen Jahrhunderten.

Erstaunt über die Vielfalt der Daten und Kulturen

Kai Heinemann wählte die Region rund um Werder für sein Buch aus, weil er hier groß geworden ist. 2000 zog er nach Potsdam, wo er an der Uni Ökologie und Naturschutz studierte. Schon als Kind habe ihn die Biologie interessiert. „Ich war schon damals gern in der Natur, habe Sachen infrage gestellt und war einfach ein kleiner Abenteurer“, erzählt Kai Heinemann. In seinem Werk behandelt er neben Themen wie Lebensspuren aus der Urzeit auch die verschiedenen Eiszeiten und die Überreste der frühen Siedlungen in der Region ab. Wissenschaftlich wird es besonders beim Kapitel „Datierung der Vergangenheit“, in dem es um Nachweismethoden wie etwa die Pollenanalyse geht. Beim restlichen Teil rücken die Fachbegriffe der reinen Wissenschaft etwas in den Hintergrund: „Es wäre einfach schade gewesen, wenn das ganze Material auf meiner Festplatte geblieben wäre. Aber für den interessierten Laien muss man es entsprechend verständlich aufschreiben“, sagt Kai Heinemann. Denn an den richtet sich sein Werk. Erstaunt war der Autor selbst während der Recherche darüber, dass mehr Kulturen und Daten über die graue Vorzeit vorhanden sind, als man denkt. „Die Besiedlung begann beispielsweise doch schon recht früh nach der letzten Eiszeit.“

Positives Feedback habe er bereits von den Bürgermeisterinnen in Werder, Manuela Saß (CDU), und in Schwielowsee, Kerstin Hoppe (CDU), bekommen, denen er je ein Exemplar zukommen ließ, wie er berichtet. Von der Blütenstadt bekam Heinemann sogar eine der exklusiv zum 700-jährigen Bestehen angefertigten Silbermedaillen.

Info: Erhältlich ist das Buch für 35 Euro in der Buchhandlung Hellmich in Werder, beim Internationalen Buch in Potsdam oder per Mail: heinemannnatur@gmail.com

Von Luise Fröhlich

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