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Bis nach Russland: Titanen gehen auf Tour

Brück Bis nach Russland: Titanen gehen auf Tour

Vom belgischen Brügge ins brandenburgische Brück haben sie es bereits geschafft. Jetzt will sich der Kaltblut Zucht- und Sportverein des Planestädtchens erneut auf den Weg machen. Ziel diesmal: Das rund 2100 Kilometer entfernte Weliki Nowgorod in Russland. Die Vorbereitungen laufen bereits, der Plan steht und fällt mit der Finanzierung.

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Mit sechs bis acht Planwagen wollen sich Kutscher und Begleitpersonen auf den Weg nach Russland machen.

Quelle: Verein

Brück. Das Abenteuer soll weitergehen: Acht Jahre nach der ersten Tour der Titanen vom belgischen Brügge ins brandenburgische Brück will sich der Kaltblut Zucht- und Sportverein des Planestädtchens erneut auf den Weg machen. Ziel diesmal: Das rund 2100 Kilometer entfernte Weliki Nowgorod in Russland. Im Juli 2018 soll der Track losrollen – die Vorbereitungen laufen bereits auf Hochtouren.

„Es hat eine Weile gebraucht, den Entschluss für eine neue Tour zu fassen – schließlich Bedarf das Vorhaben einiger Organisation“, sagt Vereinssprecherin Katharina Lindner. Aber eine kleine Keimzelle der Idee hatte sich bereits bei der letzten Tour in den Köpfen des Teams festgesetzt. Da nämlich war es in Aachen an einem Wegweiser vorbeigekommen, der auf den weiteren Weg der einstigen Handelsroute in Richtung Russland hingewiesen hat. Etwa im November des vergangenen Jahres hätten die Hauptinitiatoren dann laut ausgesprochen, „dass es passieren soll“, erinnert sich Lindner.

Der Track aus Brück hat 2009 auf dem Marktplatz im belgischen Brügge viele Zuschauer angezogen

Der Track aus Brück hat 2009 auf dem Marktplatz im belgischen Brügge viele Zuschauer angezogen.

Quelle: Dirk Fröhlich

Im April dieses Jahres stand bereits eine Erkundungstour an, bei der die geplante Strecke abgefahren wurde. Außerdem haben Gespräche mit den Verantwortlichen vor Ort stattgefunden, etwa mit den Ministerien für Landwirtschaft in Kaliningrad und Nowgorod, die Vorschläge für die mögliche Streckenführung unterbreitet haben.

Aktuell ist der Verein vor allem damit beschäftigt, weitere Sponsoren mit ins Boot zu holen. „Das Ganze steht und fällt mit der Finanzierung“, sagt Thomas Haseloff, Vereinsvorsitzender. „Wir kämpfen darum, dass es klappt.“ Eine mindestens sechsstellige Summe werde gebraucht, um die Tour Wirklichkeit werden zu lassen, sagt Haseloff. An Aktiven, die auf den Planwagen mitfahren wollen, mangelt es dagegen nicht – und es sind weitere Plätze frei.

Über 70 Unterkünfte werden benötigt

Auf dem Weg nach Nowgorod müssen für den gesamten Track über 70 Unterkünfte gebucht werden.

Es werden sich voraussichtlich acht Planwagen mit je zwei Pferden auf den Weg machen.

Pro Wagen können bis zu drei Personen mitfahren.

Die Brücker werden bei ihrem Vorhaben auch vom Berliner Verein „Friedensbrot“ unterstützt.

Er will einen Beitrag leisten, den wechselseitigen Zusammenhang zwischen Friedenssicherung in Europa und der Welt und nachhaltiger Landwirtschaft zu verdeutlichen.

Der Verein gibt dem Titanen-Track einen Sack Roggen mit, der gemahlen werden und zu einem „Friedensbrot“ verbacken werden soll.

Im Vergleich zur letzten Tour warten diesmal ein paar mehr Herausforderungen auf Mensch und Tier. „Schwieriger dürfte es auf jeden Fall mit der Sprache werden“, mutmaßt Katharina Lindner. „Richtung Brügge konnten wir uns mit Deutsch und Englisch verständigen, diesmal sind Polnisch und Russisch gefragt.“ Außerdem gilt es, mehr Grenzen zu überqueren und die Europäische Union zu verlassen. „Alle Teilnehmer brauchen ein Visum – diesmal kann nicht mal schnell jemand hinterher fahren, derjenige müsste fliegen.

Auch mit dem Nachschub für die Kutschen, was Material für die Pferde oder eine frische gepackte Reisetasche für die Teilnehmer angeht, wird es damit schwieriger.“ Schließlich dauert diese Tour voraussichtlich drei Monate – die wenigsten Mitreisenden können die ganze Zeit dabei sein. Das Wetter wird ebenfalls eine Herausforderung. „Wir müssen uns beeilen, denn wenn wir Anfang Oktober in Russland ankommen, kann es schon sehr kalt sein“, sagt Haseloff.

Nicht nur Abenteuerfahrt, sondern auch Friedensmission

Die Tagesetappen sollen wieder zwischen 30 und 35 Kilometer lang sein. Unterkommen soll der Track nach Möglichkeit auf den Gehöften von Einheimischen oder notfalls auch in Jugendherbergen. „Wir wollen, dass sich die Menschen begegnen und ein kultureller Austausch stattfindet“, sagt Katharina Lindner.

Hier wie dort herrscht bereits große Vorfreude: In Riga wird 2018 „100 Jahre Baltikum“ gefeiert – der Track aus Brück soll an den Feierlichkeiten teilnehmen. Außerdem wird ein polnisches Gespann zu den „Titanen der Rennbahn“ kommen und dann von Brück aus mit in Richtung Russland starten.

„Die Tour soll nicht nur eine Abenteuerfahrt werden“, betont Lindner. „Unsere Vision ist es, dass die Menschen in Europa in Frieden leben und sich füreinander interessieren. Alle sollten aufeinander zugehen.“ Thomas Haseloff ergänzt: „Wir wollen einen kleinen Beitrag leisten, dass die Menschen mehr miteinander reden und zusammenrücken, anstatt sich das Leben schwer zu machen.“

Von Josephine Mühln

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