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Blaue Saison in Ragösen

Heidelbeerernte nach verspätetem Start recht üppig Blaue Saison in Ragösen

Auf dem Hof von Familie Mitic in Ragösen gibt es den vierten Sommer in Folge süße Heidelbeeren zum Selbstpflücken. Jung und Alt aus nah und fern haben Freude daran. Die Nachfrage wächst Die Anbaugröße hat sich in der Kürze der Zeit vervierfacht. Dabei hatten die Pflanzen ursprünglich nur dekorativen Charakter.

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Greta Ueberall und Sophia Polster naschen schon beim Pflücken

Quelle: Andreas Koska

Ragösen. Mit einer Schale in der Hand suchen sich Sophia Polster und Greta Ueberall zwischen den Sträuchern einen Weg. Die Mädchen pflücken Heidelbeeren. Es sind die Früchte der Saison auf dem Spargel- und Obsthof. „Wir wollen im Hort Lasagne machen. Danach soll es das süße Kompott als Nachtisch geben“, berichtet das Duo. Die beiden wollen damit die Kinder und Erzieher im Dippmannsdorfer „Paradies“-Hort überraschen. Sophias Oma wohnt in direkter Nachbarschaft zur Plantage. „Wir gehen häufig herüber“, sagt Ingrid Polster lächelnd. „Auch mal nur so zum Naschen.“

Süß-blaue Versuchung

Sladjana Mitic freut sich über die Treue der Nachbarn. Und die Nachfrage nach den Früchten wächst. „Es kommen von Jahr zu Jahr mehr Kunden“, freut es die Betreiberin des Heidelbeerparks. Offenbar funktioniert die Mundpropaganda.

Waltraud Wagner aus Lütte hat ebenfalls ihren Enkel mitgebracht. „Wir wollen einen Kuchen mit Heidelbeeren backen“, berichtet die rüstige Rentnerin. In diesem Jahr ist sie zum ersten Mal hier. „Allerdings war ich im vorigen Sommer häufiger zum Pflücken in Ragösen. Mit dem Fahrrad ist es ja bequem zu erreichen“, sagt sie. Enkel Jakob zeigt Ausdauer beim Sammeln und hat Spaß, vor allem das Naschen zwischendurch. „Die schmecken süß und lecker“, so der siebenjährige Junge, denn der Oma beim Backen helfen will.

Anbauschwerpunkt rund um Beelitz

Insgesamt stehen 1200 Heidelbeersträucher auf dem Areal des Obst- und Spargelhofes Ragösen.

18 Betriebe in der Mark bewirtschaften etwa 114 Hektar Anbaufläche. Mehr als 815 Tonnen Kulturheidelbeeren wurden voriges Jahr gesammelt. Vier weitere Standorte im Landkreis Potsdam-Mittelmark gibt es _ alle rund um Beelitz.

Wer selber pflückt, zahlt 5 Euro pro Schale. Ansonsten kostet das Kilogramm 8 Euro.

Der Spargel- und Obsthof Ragösen öffnet jeden Tag von 9 bis 18 Uhr seine Pforten.

Insgesamt stehen rund 1200 Sträucher in dem großen Garten. Seit Anfang Juli kann hier geerntet werden. Wegen des kühlen Frühjahrs erfolgte der Start in die Saison etwas verspätet. Jetzt reifen die Früchte aber prima. Obwohl das Obst abgewogen in Schalen gekauft werden kann, gehen die meisten selbst ans Werk. „Fast 90 Prozent wollen selbst pflücken“, berichtet Sladjana Mitic. Anders als beim Spargel, beschäftigt sie deshalb in der immerhin bis Mitte Oktober andauernden Blaubeersaison, keine Mitarbeiter. „Meine beiden erwachsenen Kinder helfen manchmal aus“, so die 48-jährige. „Ansonsten bin ich ja hier.“ Selbst empfindet sie die Arbeit als anstrengend und dennoch schön. „Wie nebenbei lerne ich die Kunden kennen und kann ein persönliche Bindung aufbauen“, erklärt sie ihre Motivation vor Ort zu sein.

Vom Spargel zur Heidelbeere

Die Sträucher der Sorten Ruka und Duke biegen sich aktuell mit der Beerenlast. Wenn deren Zeit vorbei ist, etwa Mitte September, trägt die Aurora noch reichlich. Den Kulturheidelbeeren mit weißem Fruchtfleisch innen, die wesentlich größer sind als die im Hohen Fläming durchaus weit verbreiteten, aber vergleichsweise kleinen Blaubeeren im Wald, wird eine ähnliche Wertschätzung wegen ihrer angeblichen Wirkung auf Gesundheit und Wohlbefinden entgegen gebracht. Darüber hinaus sind sie aber gut haltbar, vielseitig verwendbar und eben sehr schmackhaft.

„Die Ernte geht über rund drei Monate, also länger als beim Spargel“, berichtet die Unternehmerin. 2011 haben die Mitics, die eigentlich in Berlin leben, den Spargelhof in Ragösen übernommen. „Mein Mann hatte zufällig davon gehört und sich schon immer einen eigenen Betrieb gewünscht“, erinnert sich die frühere Arzthelferin. „Dann fuhren wir gemeinsam her. Landschaft und Leute haben mich dann überzeugt“, erzählt sie von ihrem Berufswechsel. Es sei sogar ein bisschen wie in Serbien, wo die Mitics ursprünglich herkommen, habe ihr Mann Sljadan damals geschwärmt.

Die Idee, das Spargelgeschäft um ein Heidelbeer-Angebot zu erweitern, kam dem Paar schon bald. Die ein Hektar große Wiese vor der Gerätehalle, auf der heute die Heidelbeeren stehen, lag damals brach. „Zur Dekoration wollte ich die Pflanzen aufstellen“, erzählt Sladjana Mitic. Aus der Not ist eine Tugend geworden. Schließlich gab es zwischen Bad Belzig und Brandenburg/Havel noch keinen Heidelbeerhof. Anfangs waren die beiden skeptisch, aber es funktionierte: Mit 300 Pflanzen haben sie angefangen und dann das Angebot Stück für Stück der Nachfrage angepasst. Jetzt sind es schon viermal so viele Pflanzen.

Von Andreas Koska

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