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Potsdam-Mittelmark Bliesendorf hat einen Schatz vor der Tür
Lokales Potsdam-Mittelmark Bliesendorf hat einen Schatz vor der Tür
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02:15 04.03.2017
Eveline Kroll ist vor drei Jahren zur Ortsvorsteherin von Bliesendorf gewählt worden. Quelle: Luise Fröhlich
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Bliesendorf

Die Bliesendorfer haben einen Schatz vor ihrer Tür, so sagt es Ortsvorsteherin Eveline Kroll. Vieles in dem Werderaner Ortsteil mit 555 Einwohnern dreht sich um den Wald, der ihn umgibt. Er ist nicht nur attraktiver Standortfaktor für Familien mit Kindern, sondern bestimmt zu einem großen Teil auch das soziale Leben. So wird in diesem Jahr beispielsweise der sechste Aktionswandertag „Rettet den Wald“ mit einer geführten Wanderung, einer Schatzsuche und einem Fest stattfinden. Die Bliesendorfer müssen allerdings schon seit einigen Jahren dafür kämpfen, dass der Wald nicht bald durch Windräder verdrängt wird.

Trotzdem dreht sich im 780 Jahre alten Bliesendorf nicht alles um den Wald. Der Ort erfreut sich einerseits einer funktionierenden Gemeinschaft aus Zugezogenen und Alteingesessenen und hat andererseits ein dynamisches Vereinsleben, wie Kroll verrät. Der Sportverein bietet Fußball, Volleyball und Tischtennis und veranstaltet Feste wie das Oster- oder Herbstfeuer. Brauchtumspflege steht auch bei den Bliesendorfer Landfrauen, die in diesem Jahr 20-jähriges Bestehen feiern, im Vordergrund. Der Verein zählt aktuell 18 Mitglieder. „Höhepunkt bei jeder Veranstaltung im Dorf ist der selbst gebackene Kuchen“, berichtet Kroll. 60 Mitglieder in Bliesendorf hat der Verein Waldkleeblatt Zauche, der das Ziel des Natur- und Landschaftsschutzes verfolgt. Die Bürgerinitiative gegen Windräder in Bliesendorf ist dem Verein angeschlossen.

Wander- und Radwege ziehen auch Touristen an

Wegen den vielen Familien mit Kindern, die in den vergangenen Jahren nach Bliesendorf gezogen sind, spielt die Förderung der Jugend für die Ortsvorsteherin eine große Rolle. „Der demografische Wandel schlägt sich bei uns nicht nieder und das ist auch gut so“, sagt sie. Auf ihre Initiative wurden die „Bliesendorfer Waldspatzen“ gegründet, die Kinder schon früh die Besonderheiten der Natur in der Umgebung vermitteln soll. „Aber auch die Kirche unternimmt viel mit den Kindern“, so Kroll. Sind zwischen 2013 und 2016 noch 18 Kinder eingeschult worden, sind es ab dem vorigen Jahr schon 32 – eine Entwicklung, die nicht jeder Ortsteil aufweisen kann.

Zahlen und Fakten

Der im vergangenen Jahr geborene Theodor ist der 555. Einwohner in Bliesendorf. Vor 25 Jahren zählte der Ortsteil von Werder noch etwa 350 Bürger. Die älteste Einwohnerin ist in diesem Jahr 94 Jahre alt geworden.

Bliesendorf hat eine Fläche von etwa 1300 Hektar und ist eingebettet in viel Wald sowie einige Obst- und Ackerflächen. In Richtung Busendorf liegt der winzige und abgelegene Ortsteil Resau, einst ein gutsherrschaftliches Vorwerk. Dort leben heute noch vier Familien, deren Häuser amtlich zu Bliesendorf gehören.

Politik: Bis 1998 war Bliesendorf eine selbstständige Gemeinde, die dem Amt Werder zugeordnet war. Seit 1998 gehört Bliesendorf zur Stadt Werder.

Die Wahlbeteiligung bei der Kommunalwahl 2014 lag bei 58,7 Prozent. Stärkste Kraft war mit 62,5 Prozent die CDU, gefolgt von den Freien Bürger (AFB) mit 21,1 Prozent und der SPD mit 16,4 Prozent. Der Ortsbeirat hat drei Sitze. Eveline Kroll ist seit 2014 Ortsvorsteherin in Bliesendorf.

Die bekannten Wander- und Fahrradrouten im Ort nutzen nicht nur die Bliesendorfer selbst, sondern vor allem im Sommer auch die Touristen. So führt etwa der Radweg Berlin-Hameln, der Brandenburgische Jakobsweg Frankfurt/Oder-Tangermünde, der Obst-Panoramaweg und der Zisterzienserweg durch den Ort und das Waldgebiet. Eine Attraktion für Besucher im Wald ist unter anderem die Bogendüne Renneberge. Kernbohrungen im September 2014 haben ergeben, dass sie die älteste Düne des gesamten Raumes ist. In einem Teil der Mulde im Dünenkomplex befindet sich ein Findlingsfeld. Vor einigen Jahren wurden die großen Findlinge ausgegraben und als „Die drei dicken Männer“ aufgestellt. Erfreulich ist laut Kroll auch, dass die Baumblüten-Rundfahrt Besucher nach Bliesendorf bringt. „Leider gibt es bei uns keine Gasthäuser und seit vergangenem Jahr auch keine Gastronomie mehr“, merkt sie an.

Zusammenarbeit mit Glindow verstärken

Für die Zukunft wünscht sich Kroll wenigstens einen Wohnmobilstellplatz, damit Touristen auch über Nacht bleiben können. Künftig will die Ortsvorsteherin zudem die Zusammenarbeit mit dem Nachbarort Glindow, dem dortigen Heimatverein und dem Gemeindeteil Elisabethhöhe verstärken. „Wir gehören einfach zusammen, der Wald liegt auch dort dran und ich erhoffe mir dadurch Synergieeffekte“, erklärt Kroll. Durch die Zusammenarbeit könnten zum Beispiel neue Wanderrouten angeboten werden, die den Wald bekannter machen.

Eine Tafel am Gemeindezentrum informiert über die Wanderrouten. Quelle: Luise Fröhlich

In den Schlagzeilen war der Wald zuletzt häufig wegen der drohenden Bebauung mit Windrädern. Schon als die ersten Pläne für Windparks spruchreif wurden, haben die Bliesendorfer ihre Protestbewegung gestartet und seitdem stetig ausgebaut. Die Stadt Werder unterstützt die Aktivitäten der Bürgerinitiative und hat im Dezember erneut an die Landesregierung appelliert, den Bau von Windrädern in Wäldern zu verhindern. Dem Landesamt für Umwelt liegt eine Genehmigung zum Bau von zwölf Windkraftanlagen auf dem Gebiet der Reesdorfer Heide in Beelitz vor. Die Anträge, die Bliesendorf betreffen, befinden sich noch im Genehmigungsverfahren.

Info: Am 21. März veranstalten die Kirche und die Bürgerinitiative zum internationalen Tag des Waldes um 18.30 Uhr eine „Waldbesinnung“. Sie besteht aus einer Abendandacht mit meditativer Musik und einer Lichtinstallation, die symbolisch die gefährdeten Bäume des Waldes darstellt.

Von Luise Fröhlich

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