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Bliesendorf und Töplitz treten an

Kreiswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ Bliesendorf und Töplitz treten an

Unter den elf Dörfern Potsdam-Mittelmarks, die sich für dem 10. Kreiswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ beworben haben, sind auch die Werderaner Ortsteile Bliesendorf und Töplitz. Beide haben sich bei einer Ortsbegehung mittlerweile der Fachjury gestellt und ihre Stärken und Schwächen herausgearbeitet.

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Mit dem Fahrrad startete die Ortsrundfahrt in Bliesendorf an der alten Schule – erster Halt war am Bolzplatz.

Quelle: Luise Fröhlich

Bliesendorf/Töplitz. Als Ortsvorsteherin Eveline Kroll vor 26 Jahren nach Bliesendorf gezogen ist, war die Straße zu ihrem Haus noch eine Sandpiste. Einmal blieb sie mit dem Wagen stecken und war noch nicht mal das Stück bis nach Hause gelaufen, da rollte schon der Bagger an, um ihr aus der Patsche zu helfen. „Man wird in Bliesendorf gesehen“, sagt sie, nachdem sie der siebenköpfigen Jury des Kreiswettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ am Mittwoch diese kleine Anekdote erzählt hatte. Es war ein Beispiel dafür, wie Zusammenhalt und ein tolerantes Miteinander das Leben der 550 Bliesendorfer bestimmen. Soziales Engagement war einer der vier Aspekte, für die sich die Jury besonders interessierte.

Neben Bliesendorf hat sich auch Töplitz bei dem Wettbewerb angemeldet. Ortsvorsteher Frank Ringel (Bürgerbund Töplitz) durfte die Jury bereits in der vorigen Woche quer durch den Ort mit 1738 Einwohnern lotsen. „Ich bin optimistisch“, sagte er der MAZ danach. Aber es ginge nicht um Konkurrenz. „Die beiden Ortsteile sind vom Charakter völlig verschieden. Töplitz hatte den Vorteil, als Insel schon sehr früh eine gut ausgebaute Infrastruktur mit Läden, Ärzten und Straßen zu haben“, erklärte Frank Ringel. In Bliesendorf stehe anstelle des Wassers eher der Wald im Mittelpunkt. 1999 haben sich die beiden Dörfer schon einmal bei dem Wettbewerb angemeldet, der damals noch „Unser Dorf soll schöner werden“ hieß.

Bauarbeiten in Bliesendorf zeigen Potenzial

„In der Gastronomie und im Wassertourismus können wir noch zulegen“, findet Frank Ringel. Angesprochen hat er bei der Ortsbegehung auch das Problem, dass es mehr Zuzugswünsche als freie Bauflächen gibt. Diese Diskrepanz kennt auch Eveline Kroll in Bliesendorf nur zu gut. An der Staffelei zeigte sie der Jury Aufnahmen von Bliesendorf aus verschiedenen Epochen, die den Wachstum demons­trieren. Derzeit werde zwar noch in der Bliesendorfer Poststraße gebaut, aber ansonsten seien alle Grundstücke und Häuser verkauft. „Für die Erschließung im Außenbereich will der Landkreis einen B-Plan haben und das ist teuer“, erklärte die Ortsvorsteherin. Worüber die Bliesendorfer froh sind, ist, dass sie gerade mit einem neuen Abwassernetz ausgestattet werden. „Bislang mussten wir immer aufpassen, dass die Gruben nicht überlaufen“, berichtet Eveline Kroll.

Diese Bauarbeiten würden das Ortsbild zwar aktuell nicht verschönern, aber dennoch zeigen, dass Potenzial in Bliesendorf steckt, sagte Werders Bürgermeisterin Manuela Saß (CDU). Sie ist überzeugt von den Stärken des Ortes, zum Beispiel der kleinen Waldsiedlung Resau oder dem gemeinsamen Kampf der Bürger gegen die geplanten Windräder im Wald. „Die würden den kompletten Wald zerstückeln. Wir werden uns mit der Stadt Werder weiter dagegen wehren“, sagte Eveline Kroll, die selbst Sprecherin der Bürgerinitiative im Verbund des Vereins Waldkleeblatt ist.

Bessere Vernetzung der Weinberge geplant

Auf dem Plan der Rundfahrt mit Rad und Auto standen unter anderem die Dorfkirche, der Obstweinhof „Lapp a Rosa“, das Sportlerheim, das Uhrenatelier von Frank Kleber und auch die Bogendüne Renneberge. In Töplitz war es der Dorfplatz, der Sozial- und Bildungscampus mit Ärzten, Feuerwehr und Sportplatz sowie das Fischerdorf Göttin, das Landgasthaus auf dem Mühlenberg und der Wanderweg.

Nach diesen Richtlinien wird bewertet

Die Jury des 10. Kreiswettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ orientiert sich bei der Bewertung an vier Kriterien.

1. Entwicklungskonzepte und wirtschaftliche Initiativen: Leitbild für das Dorf, Ziele, Kooperation haupt- und ehrenamtlicher Verwaltung, ortsansässige Unternehmen etc.

2. Soziales Engagement und kulturelle Aktivitäten: Vereine, Gruppen, Bürgerinitiativen, Angebote für Jugendliche, Traditionen etc.

3. Baugestaltung und Siedlungsentwicklung : Erhaltung charakteristischer Dorfelemente, Barrierefreiheit, Pflege historischer Gebäude, Straßenraum etc.

4. Grüngestaltung und das Dorf in der Landschaft: Umgang mit naturnahen ökologischen Lebensräumen, harmonische Einpassung der Bauten in die Landschaft etc.

Auch ein Gesamteindruck fließt zu gleichen Teilen in die Bewertung ein. Die maximale Punktzahl liegt bei 100.

In Hinblick auf den Töplitzer Tourismus ist eine bessere Vernetzung der Weinberge in Werder und der Ortsteile geplant. Laut Frank Ringel sei bereits im Gespräch, dass Radfahrer mit dem Wassertaxi von Töplitz nach Phöben übersetzen können, damit der Radweg nicht auf der Insel endet. „Aber da müssen wir natürlich auf uns aufmerksam machen und sagen: Wir brauchen Unterstützung“, sagte er. Letztlich gelte für beide Orte das Ziel, alles dagegen zu tun, ein „Schlafdorf“ zu werden.

Welcher der insgesamt elf teilnehmenden Dörfer gewinnt, wird am 26. Oktober verkündet. Der Sieger erhält 2500 Euro, der Zweitplatzierte 1500 Euro und der Drittplatzierte 1000 Euro. Gesponsort werden die Prämien von der Mittelbrandenburgischen Sparkasse.

Von Luise Fröhlich

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