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Stahnsdorf: Sprengmeister braucht Riesenzange

Bombenfund im Gewerbegebiet Stahnsdorf: Sprengmeister braucht Riesenzange

In Stahnsdorf (Potsdam-Mittelmark) haben Sprengmeister Mike Schwitzke und sein Kollege Christopher Ulke am Dienstag einen britischen Fünf-Zentner-Blindgänger entschärft. Die beiden Zünder wurden nach der Demontage kontrolliert gesprengt. Die Bombe war am Montag von einem privaten Kampfmittelbergungsdienst gefunden worden.

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Nach rund einer Stunde hatten Mike-Schwitzke (r.) und Christopher Ulke den Blindgänger unschädlich gemacht.

Quelle: Heinz Helwig

Stahnsdorf. Eine britische 250-Kilogramm-Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg haben Truppführer Mike Schwitzke und sein Kollege Christopher Ulke am Dienstagmittag auf einem etwa 9200 Quadratmeter großen Grundstück zwischen der Straße Quermathe und der Kieler Straße im Techno-Park in Stahnsdorf entschärft. Den Blindgänger hatte die beauftragte Koch Munitionsbergung GmbH aus Oranienburg am Montagmittag gefunden. „Wir hatten für den Eigentümer die Fläche auf Munitionsverdacht abgesucht. Die Bombe lag nur 1,50 Meter tief“, sagte Mitarbeiter Andy Safjulin. Das Grundstück gehört der Strewa Gebäudetechnik GmbH aus Berlin, die in Stahnsdorf ein Bürogebäude und eine Lagerhalle errichten will.

Etwa 3000 Anwohner und rund 2000 Beschäftigte der Firmen, die in dem rund 800 Meter großen Sperrkreis lagen, mussten am Dienstagmorgen ab 8 Uhr ihre Häuser verlassen. Rund 20 Senioren brachte die Feuerwehr mit ihren Kleintransportern ins Jugend- und Freizeitzentrum „Clab“. Die Beelitzer Verkehrs- und Servicegesellschaft (BVSG) fuhr mit Bussen 300 Flüchtlinge aus den beiden Übergangswohnheimen zur Zille-Grundschule, in der sich die Asylbewerber einen Film ansahen, sowie knapp 20 Kinder und Erzieher der Kita „Mäuseburg“ zum Hort der Lindenhof-Grundschule. An der Evakuierung waren 80 Feuerwehrleute aus der gesamten Region Teltow-Kleinmachnow-Stahnsdorf und 50 Mitarbeiter aus den Verwaltungen beteiligt.

Nachdem die Deutsche Flugsicherung auch den Luftraum über dem Fundort freigegeben hatte, konnten Schwitzke und Ulke etwa gegen 11.45 Uhr mit der Entschärfung der Bombe beginnen. Für Ulke, der derzeit eine Ausbildung beim Kampfmittelbeseitigungsdienst absolviert, war es die erste große Aktion. Nach einer guten Stunde gab Schwitzke der Einsatzleiterin Jana Bollinger das Zeichen zur Entwarnung, nachdem er zuerst seiner Frau und dann seinem Chef den Erfolg der Entschärfung gemeldet hatte – ein Ritual, wie Feuerwehrkollegen versichern. „Es lief alles wie es sollte. Nur der Kopfzünder war gestaucht. Wir mussten die größte Zange nehmen, die wir auf dem Wagen haben, um ihn herausziehen zu können“, sagte Schwitzke hinterher.

Stahnsdorf hatte im Zweiten Weltkrieg keine kriegswichtige Produktion, wie Bürgermeister Bernd Albers (Bürger für Bürger) berichtet. Es habe allerdings als Notabwurfgebiet für britische und amerikanische Bomber gegolten, die ihre überflüssige Last über dem Ort abwarfen, die sie über Berlin nicht losgeworden waren. In Stahnsdorf habe es lediglich zwei Flak-Stellungen auf einem Feld südlich des Enzianweges sowie an der jetzigen Kreuzung Mühlenstraße/Schulzenstraße gegeben, so der Bürgermeister.

Von Heinz Helwig

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