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Potsdam-Mittelmark Blitzerbilanz: Kreis kassiert deutlich mehr ab
Lokales Potsdam-Mittelmark Blitzerbilanz: Kreis kassiert deutlich mehr ab
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02:15 11.02.2016
An den B 2 in Treuenbrietzen blitzt es hinter einem Chausseebaum. Quelle: Thomas Wachs
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Bad Belzig

Die Tempokontrollen der Kreisverwaltung zeigen offenbar nicht die erhoffte Wirkung. Obwohl im vorigen Jahr auf den Straßen Potsdam-Mittelmarks im Vergleich Jahr 2014 deutlich häufiger mobile Messgeräte postiert und stationäre Blitzer-Kästen mit Kameras bestückt worden waren, sankt die Zahl der Verstöße nicht.

Insgesamt wurden im Jahr 2015 im Landkreis 31 165 Geschwindigkeitsüberschreitungen festgestellt. Das ist ein Plus von 6431 Verstößen gegenüber 2014. Allerdings hatte die Verkehrsbehörde ihren Kontrolldruck auch deutlich erhöht. In den 18 Ämtern und Gemeinden gab es im zurückliegenden Jahr insgesamt 1386 Kontrolleinsätze – 281 mehr als 2014.

Dabei wurden 3399 Stunden lang mobile Tempomessungen vorgenommen – ein Plus von 566 Stunden. Dabei waren 432 977 Fahrzeuge kontrolliert worden. Das sind 87 904 mehr als 2014. Die Quote der Verstöße liegt jedoch unverändert im Durchschnitt bei 7,2. Prozent. Spitzenreiter bleibt das Amt Ziesar mit 12,9 Prozent Delikten. Den niedrigsten Wert erzielte die Gemeinde Seddiner See mit 4,2 Prozent Verstößen.

Neuer Blitzer vor der Grundschule

Den fließende Verkehr überwacht der Kreis mit zwei Radargeräten vom Typ „Speedophot“. Der Messstellenkatalog wird anhand von Schwerpunkten des Verkehrsgeschehens in Zusammenarbeit mit Kommunen erarbeitet.

Kontrolliert wurde bei 1386 mobilen Einsätzen in 216 (+24) Fällen im Bereich von weniger als 50 Stundenkilometern Höchstgeschwindigkeit, in 856 (+242) Fällen bei erlaubten 50 Stundenkilometern und in 314 (+24) Fällen im Bereich von mehr als 50 Stundenkilometer. Außerhalb von Ortschaften fanden 323 Kontrollen (23,3 Prozent) statt.

Stationäre Blitzer sind im Kreis an zehn Standorten montiert. Sie werden im Wechsel mit sechs Messgeräten vom Typ „Traffiphot-S“ bestückt.

Geblitzt wird in Neubensdorf, Derwitz, Groß Kreutz-Ausbau, Kleinmachnow, Treuenbrietzen, Michendorf, Seddin, Rogäsen, Niemegk, Dippmannsdorf und seit Dezember neu vor der Grundschule in Glindow.

Von den 31 165 Verstößen wurden 26 360 (84,6 %) mit Verwarngeldern bis 35 Euro geahndet und 4805 (15,4 %) mit Bußgeldern.

„Es ist bedenklich ist, dass der Anteil der Geschwindigkeitsüberschreitungen am Fahrzeugaufkommen im Vergleich zum Jahr davor unverändert hoch ist“, schätzt Heike Vierke-Eichler, die Chefin der kreislichen Verkehrsbehörde mit Sitz in Werder/Havel, ein. Besonders problematisch war die Bilanz bei Kontrollen zur Schulwegsicherung. Zu Beginn des neuen Schuljahres wurden die beiden mobilen Geschwindigkeitsüberwachungsgeräte dafür verstärkt eingesetzt. Bei insgesamt 55 Einsätzen wurden 7057 – und damit 4489 Fahrzeuge weniger als im Vorjahr erfasst. Dennoch stieg die Zahl der Verstöße um 55 Fälle auf 566 Delikte.

„Verstärkt wurde im Jahr 2015 zudem die Umsetzung des Landesstraßenerlasses – als der zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 70 Stundenkilometer auf Landstraßen mit dichtem Baumbestand – kontrolliert“, erklärt die Ressortchefin der Verkehrsbehörde.

Inzwischen elf stationäre Blitzer

Bei der stationären Tempoüberwachung an inzwischen elf Blitzeranlagen wurden voriges Jahr mehr als 5, 622 Millionen Fahrzeuge kontrolliert. Das bedeutet ein Plus von 53 591 Messungen. Dabei wurden 43 361 Überschreitungen registriert – 9943 mehr als 2014. Damit stieg die Zahl der Verstöße um 29,3 Prozent. Die Blitzer-Kameras waren 47 582 Stunden in Aktion. Das Verhältnis zwischen den kontrollierten Fahrzeugen und den festgestellten Überschreitungen fällt bei diesen stationären Anlagen mit 0,77 Prozent deutlich niedriger aus als im mobilen Bereich.

Insgesamt spülte die Zunahme an Kontrollen 2015 auch eine Rekordsumme in die Kasse. Aus Bußgeldern, Verwarngeldern und Gebühren nahm der Kreis voriges Jahr fast 1,4 Millionen Euro ein. Das sind knapp 300 000 Euro mehr als 2014. Dem gegenüber stehen licht gesunkene Aufwendungen für Personal- und Sachkosten in Höhe von 656 100 Euro. Im Jahr davor lagen die Ausgaben noch bei knapp 700 000 Euro. 2012 lagen die Einnahmen bei 1,05 Millionen, 2013 bei 910 000 Euro und 2014 bei 1,1 Millionen Euro.

„Uns geht es jedoch nichts ums Geld“, erklärte Heike Vierke-Eichler. „Vielmehr sollen die Verkehrskontrollen dazu beitragen, die Hauptunfallursachen zu reduzieren und die Bürger – insbesondere Kinder – im Straßenverkehr zu schützen“, so die Ressortchefin.

Von Thomas Wachs

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