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Blütentherme: Verkauf nicht ausgeschlossen

Werder/Havel Blütentherme: Verkauf nicht ausgeschlossen

Noch ist man sich in Werder nicht einig, wie es mit dem Bau der Blütentherme weiter geht. Einige Abgeordnete würden am liebsten verkaufen, andere denken über eine Verpachtung nach. Die Stadt bereitet eine Ausschreibung vor. Weil alles offen ist, stehen die Baumaschinen weiter still.

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An eine Vollendung der Therme ist vor 2018 nicht zu denken.

Quelle: Köster

Werder. Die Entscheidung über die Zukunft der unvollendeten Therme ist auch nach der dritten Sitzung des Badausschusses weiter offen. Die Mitglieder und zugleich Stadtverordneten haben am Freitagabend die Verwaltung beauftragt, eine Ausschreibung zum Verkauf oder zur Pacht und Betriebsführung der Therme vorzubreiten. „Doch zuvor ist in den Fraktionen zu klären, ob es eine Mehrheit in der Stadtverordnetenversammlung für den Verkauf gibt“, sagte Bürgermeisterin Manuela Saß (CDU) als Hausaufgabe bis zur Sondersitzung des Ausschusses am 6. Juli 2016.

Ilona Klapper von den Grünen redete nicht viel drumherum. „Ich bin für einen Verkauf, wenn ich nur an die Folgekosten denke.“ Auch Claudia Fehrenberg (Freie Bürger) signalisierte eine Verkaufsbereitschaft der Fraktion. Doch was, wenn die Stadt keinen Käufer findet, fragte Fehrenberg in die Runde. „Für mich wäre das ein Rundum-Sorglos-Paket“, sagte Saß. „Doch damit anfreunden kann ich mich gegenwärtig nicht.“

Zuvor hatte Paul Oppermann vom Beratungsunternehmen Profund Consult dem Ausschuss die verschiedenen Modelle vom städtischen Eigenbetrieb der Therme bis zur Verpachtung und zum Verkauf vorgestellt. Er empfahl auch ein offenes Interessenbekundungsverfahren, schloss einen Verkauf nicht aus, „auch wenn es nicht leicht sein wird, den passenden Interessenten zu finden“.

„Für die Stadt hat die Vollendung der Therme höchste Priorität“, stellt die Bürgermeisterin klar. Doch auch ob die Stadt das Bad weiter bauen wird, ist noch nicht entschieden. Sie hat zwar die Baustelle nach der Trennung von der Kristall Bäder AG übernommen und gesichert, aber wie es nun weiter geht, muss die Stadtverordnetenversammlung entscheiden.

Die Präsentation von Projektentwicklern aus Hamburg für die Gestaltung des Umfeldes mit Splash-Bereich, Seesauna, Hotel und Wohnungen hat dem Ausschuss die Entscheidung über die Zukunft der Therme nicht leichter gemacht. Denn allein für die Vollendung der Therme sind noch einmal zehn Millionen Euro fällig. Fünf Millionen Euro verschlingt die Splash-Anlage für Familien, die sich Werderaner wünschen und die mehr Besucher anlocken soll. Auch die See-Sauna ist nur für zwei Millionen Euro zu haben. Ausschuss-Mitglied Peter Kreilinger (CDU) mahnte bei der geplanten Ausschreibung große Sorgfalt an, damit der Stadt nach dem Desaster mit der Kristall Bäder AG weitere finanziellen Schäden erspart bleiben.

In der Bürgerfragestunde zeigten sich Gäste eher skeptisch. Architekt Georg Enkelmann aus Werder vermisste eine Prüfung der Fertigstellung der Therme ohne große Veränderungen. Der Kemnitzer Ortsvorsteher Joachim Thiele fragte nach Kommunen, die Thermen betreiben. Oppermann nannte die Bäder in Templin und Lübbenau. Beide werden mit Zuschüssen der Kommunen betrieben. Besucherzahlen für die Blütentherme in Höhe von 300 000 Euro hält Oppermann für realistisch. Doch ohne die Berliner sei die Zahl nicht zu erreichen. Das Land Brandenburg hat die meisten Thermen bundesweit zu bieten – das macht die Herausforderung in Werder noch größer.

Trennung nach fünf Jahren

Der Grundstein für die Therme wurde im Oktober 2011 in den Havelauen gelegt.

Für den Bau der Blütentherme auf städtischem Grundstück am Großen Zernsee hat die Stadt bereits fast 19 Millionen Euro gezahlt. Die Stadt rechnet mit weiteren zehn Millionen Euro für die Fertigstellung bis 2018.

Die Stadt Werder hat sich nach monatelangem Streit über Baufortschritt und Kosten im April 2016 nach fünf Jahren von ihrem Partner der Kristall Bäder AG getrennt.

In der Therme mit großem Wellnessbereich werden künftig jährlich mehr als 300 000 Gäste erwartet. Darüber hinaus soll im Familienbad auch der Schwimmunterricht stattfinden.

Der Badausschuss der Stadtverordnetenversammlung wurde nach der Trennung von der Bäder AG gegründet, um über das weitere Vorgehen der Stadt nach Abwägung zu entscheiden.

Von Regine Greiner

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