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Blütentherme Werder – wer trägt Schuld am Desaster?

Missglückter Badbau Blütentherme Werder – wer trägt Schuld am Desaster?

Die Blütentherme Werder erhitzt die Gemüter. Bei der jüngsten Sitzung des Badausschusses haben die Abgeordneten erneut bewiesen, dass neben dem Finden von Lösungen auch Parteizank auf der Tagesordnung steht. Die Ausschuss-Vorsitzende ist erneut scharf kritisiert worden.

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Hinter Schoss und Riegel: Wie viel die Fertigstellung des Bades kostet, ist unklar. Bisher ging man von zehn bis zwölf Millionen Euro aus.

Quelle: Fröhlich

Werder. Parteizank und Schuldzuweisungen: Je länger der Rohbau der Blütentherme in den Havelauen unangetastet bleibt, umso erhitzter sind die Gemüter. Dieser Eindruck hat sich den etwa 40 Gästen bei der jüngsten Sitzung des Badausschusses am Dienstag bestätigt. Der Sitzungssaal war selten so voll wie an diesem Abend. Nacheinander präsentierten die Fraktionen ihre Meinungen, schossen gegeneinander und bewiesen ihre Debattierkünste. Die Ausschuss-Vorsitzende Anja Spiegel (SPD) musste sich erneut vorwerfen lassen, Details aus den Gesprächen mit den Bietern bei den nichtöffentlichen Sitzungen preisgegeben zu haben.

Im Januar hatte der Ausschuss hinter verschlossener Tür noch einmal die Interessenten und Bieter eingeladen, bei denen sich nach Sichtung der Angebote Gesprächsbedarf ergeben hatte. Das Ergebnis der Gespräche wird vertraulich behandelt. Während die CDU behauptet, dass es Interessenten gibt, die das Bad im Interesse der Stadt zu Ende bauen und betreiben wollen, erfährt man von der SPD genau das Gegenteil. Klaus Behrendt (CDU) beklagte bei der jüngsten Sitzung, dass es nach der Anhörung zu keinem Austausch gekommen sei, weil die Vorsitzende diesen unterbunden hätte. „Sie hat das ausgenutzt, um ihre eigenen Interessen an die Öffentlichkeit zu geben“, wirft er ihr vor. Man solle ihr daher den Vorsitz des Ausschusses entziehen.

Spiegel: „Das ist nicht das richtige Niveau“

Spiegel hatte ein paar Tage nach den nichtöffentlichen Sitzungen eine Pressekonferenz einberufen, in der sie eigene Pläne der SPD-Fraktion vorgestellt hat. „Es wurde behauptet, dass ich das Ergebnis falsch wieder gegeben hätte. Das stimmt aber nicht. Ich habe eine Auffassung klar gemacht, die entstanden ist“, erklärte Spiegel. Die CDU warf den Sozialdemokraten vor, mit einer vorgefertigten Meinung in die Gespräche mit den Bietern gegangen zu sein. Für Ausschuss-Vize Peter Kreilinger (CDU) sei dies eine unangenehme Überraschung gewesen. „Mitten in einem vertraulichen Verfahren, mit dem man Partner für eine erfolgreiche Therme gewinnen möchte, macht die Ausschussvorsitzende öffentlich deutlich, dass die hieran ohnehin kein Interesse hat“, sagte er seinerzeit.

Spiegel hatte indes darüber nachgedacht, gegen diese Anschuldigungen vorzugehen. „Wir können uns hart streiten und darüber diskutieren, welche die beste Lösung ist. Aber das ist nicht das richtige Niveau. Wenn wir diese Inhalte vor Gericht austragen müssen, sind wir keine Stadtverordnetenversammlung mehr“, so Spiegel am Dienstagabend. Geht es nach der Fraktion Freie Bürger sollten Parteistreitigkeiten keine Rolle spielen. „Der Badausschuss hat die primäre Aufgabe, das richtige Konzept zu finden“, sagte Claudia Fehrenberg.

Werderaner fordern mehr Transparenz

Nachdem sich die Stadt von der Kristall-Bäder AG getrennt hatte, wollte sie das Bad ursprünglich selbst fertig bauen und betreiben. Aller Voraussicht nach wird sie nun aber wieder nach einem Geschäftspartner suchen, der sich dafür eignet. „Nicht jede weitere Partnerschaft unterliegt dem gleichen Schicksal“, sagte Bürgermeisterin Manuela Saß (CDU). Immer wieder hatten die Werderaner mehr Transparenz beim Thema Blütentherme gefordert. Das öffentliche Interesse an der Zukunft der Therme könne sie nachvollziehen, sei aber nicht bereit, deshalb gesetzwidrig zu handeln und Details aus den Gesprächen zu verraten.

Am Ende hat nun der Vorschlag gewonnen, der vermutlich von vornherein die größten Chancen hatte, weil er von der Partei kam, die in Werder mehrheitlich regiert und auch im Badausschuss in der Mehrheit vertreten ist.

Von Luise Fröhlich

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