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Potsdam-Mittelmark Blütentherme soll weiter gebaut werden
Lokales Potsdam-Mittelmark Blütentherme soll weiter gebaut werden
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02:15 25.06.2015
Still ruht der Thermenbau in Werder. Quelle: Christel Köster
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Werder

Seit Monaten herrscht Baustopp an der Blütentherme in den Havelauen in Werder. Eigentlich wollte die Kristall Bäder AG das Bad für 18 Millionen Euro bis Ende 2012 fertig stellen. Aber die Vollendung lässt auf sich warten, denn seit Monaten streiten sich die Stadt Werder und ihr Vertragspartner ums Geld für Bauleistungen. Nach einer Klage der Kristall Bäder AG, die Werder ausstehende Zahlungen von 400.000 Euro vorwirft, standen sich die beiden Beteiligten am Montag vor dem Landgericht Potsdam gegenüber. Zuvor hatte in den vergangenen Wochen auch die Stadt Werder als Bauherrin gegen das Unternehmen geklagt, weil sie wegen angeblich ungenügender Bauleistungen Geld von der Kristall Bäder AG zurückforderte.

Eröffnung erst 2016 möglich

Nach der Grundsteinlegung für die Blütentherme im Oktober 2011 sollte das Bad ein Jahr später fertig sein. Doch die Eröffnung wurde immer wieder verschoben.

Die Kosten des Bades sind von 18 Millionen Euro auf annähernd 24 Millionen Euro gestiegen. Die Bäder AG forderte von Werder weitere Zahlungen. 900 000 Euro überwies die Stadt zusätzlich, mehr lehnte sie ab.

Nach dem Gerichtstermin halten die Stadt und die Kristall Bäder AG bei einer denkbaren Einigung eine Eröffnung der Therme im nächsten Jahr für möglich.

Den Baustopp und den Streit zwischen der Stadt und Bäder AG in den vergangenen Monaten konnte auch die extra gegründete Arbeitsgruppe mit Vertretern aus der Stadtverordnetenversammlung nicht verhindern.

Auch wenn die Liste der gegenseitigen Vorwürfe lang ist, wie Richter Hans Ulrich Richter in seiner Ansprache zu Beginn der Verhandlung einräumte, schlug er beiden Klägern vor, sich zu einigen. „Sie müssen doch beide gleichermaßen großes Interesse daran haben, dass die Therme fertig wird“, sagte Richter. Er warnte vor einem „zementierten Stillstand durch problematische gerichtliche Auseinandersetzungen“. Zwar ließe der Vertrag eine außerordentliche Kündigung zu, aber die zu überwindende Hürde sei hoch. Er empfahl den Klägern und der Stadt, sich in der Mitte zu treffen, sich in den nächsten Wochen über die nächsten Schritte und die Übernahme der Kosten zu verständigen und einen realistischen Termin der Fertigstellung ins Auge zu fassen. Mit seinem Ratschlag schickte er die Beteiligten in die Verhandlungspause, damit sie das Kriegsbeil begraben und den Fortgang der Bauarbeiten für die Therme in Angriff nehmen.

Hat die Stadt Werder in den Wochen vor dem Gerichtstermin das Verhältnis zur Kristall Bäder AG als gestört betrachtet, wollte diese trotz Klage die Therme weiter bauen. Doch im Ergebnis der Beratungspause erklärten die Rechtsanwälte beider Parteien am Montag vor dem Richter, dass sich die Vertragspartner ab sofort wieder verständigen wollen, wie sie die Therme vollenden können. „Die Güteverhandlung wird am 27. Juli im Landgericht fortgesetzt“, kündigte Richter an. „Wenn es stockt zwischen den Parteien, können sie sich aber gerne an mich wenden“, bot er seine Unterstützung an.

Fertigstellung in 9 bis 12 Monaten

Sowohl Bürgermeisterin Manuela Saß (CDU) als auch der Vorstandsvorsitzende der Kristall Bäder AG, Gerd Bittermann, versicherten am Montag im Anschluss auf Nachfrage der MAZ, dass man bis Ende Juli gemeinsam prüfen will, wie eine Einigung über Kosten und Bauleistungen erzielt werden kann. „Ist dies vollbracht, könnte die Therme anschließend in neun oder zwölf Monaten fertig sein“, sagte Bittermann. „Diesen Termin halte ich für realistisch“, betonte Saß. Die Stadt und die Kristall Bäder AG wollen kurzfristig ein „Kompetenzteam“ aus Vertretern der Stadt und des Unternehmens gründen, damit die Bauarbeiten wieder aufgenommen werden, die Finanzierung geklärt wird und über die Eröffnung entschieden werden kann. Ein Berg Arbeit für die Stadt und das Unternehmen. Dabei müssen gewiss beide Zugeständnisse machen, denn bisher war für die Stadt die Therme zu 50 Prozent fertig. Die Kristall Bäder AG sah das Bauwerk zu 80 Prozent errichtet. Für den Richter war auch diese „Auseinandersetzung überschaubar“. Doch der Teufel steckt im Detail. Und genau dieser Umstand wird den Baupartnern in den nächsten Monaten gewiss eine Menge Sachverstand und Kompromissbereitschaft abverlangen.

Von Regine Greiner

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