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Potsdam-Mittelmark Blumengrüße von Bodegraven nach Bad Belzig
Lokales Potsdam-Mittelmark Blumengrüße von Bodegraven nach Bad Belzig
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02:17 10.09.2015
Ben Schenkels Quelle: René Gaffron
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Bad Belzig

Mehr als ein Vierteljahrhundert pflegen Christen von der Emamaus-Gemeinde Bodegraven (bei Rotterdam) freundschaftliche Kontakte in den Hohen Fläming. Ben Schenkels (72 Jahre) gehört zu den Pionieren der Verbindung.

MAZ: Wie ist die Freundschaft nach Bad Belzig entstanden?

Ben Schenkels: Soweit das mir bekannt ist, war es unser Pfarrer Leendert Terlouw, der schon 1987 Kontakte zu Christen in der DDR gesucht hatte. Als es Ende 1989 die erste Begegnung in Bad Belzig unter anderem mit Superintendent Alfred Schirge gab, war gerade die Mauer gefallen.

Die besondere Note der Beziehung war damit schon Geschichte...

Schenkels: Ja. Einige fragten wohl, ob es die Partnerschaft dann überhaupt geben soll. Das Vorhaben wurde befürwortet und hat sich prächtig entwickelt.

Inwiefern?

Schenkels: Seit 1990 gibt es jährlich eine Begegnung. Zuweilen in großen Gruppen und mit viel Jugend; aktuell eher kleinere Delegationen. Aber neben den offiziellen Besuchen gibt vielfältige private Kontakte.

Wie läuft eine Visite beim jeweils anderen ab?

Schenkels: Es gibt immer einen Bildungsausflug und gemeinsame Bibelarbeit. Bei unserem Besuch an diesem Wochenende haben wir die Bergpredigt interpretiert.

Gibt es sprachliche Barrieren?

Schenkels: Die meisten von uns sprechen ganz gut Deutsch und helfen den anderen.

Wohin hat sie das Ausflugsprogramm schon geführt?

Schenkels: Genau. Wir waren dieses Mal im prächtigen Kloster Neuzelle; des öfteren schon in Lutherstadt Wittenberg. In unsere Heimat haben wir den Gästen die Delfter Porzellanmanufaktur oder das Anne-Frank-Museum in Amsterdam gezeigt.

Wie groß ist die Emmaus-Gemeinde in Bodegraven?

Schenkels: Die Stadt hat mit ihren Ortsteilen etwa 23 000 Einwohner. Davon sind etwa 3000 Christen. Der Anteil ist damit höher als hier in Bad Belzig.

Welche Gemeinsamkeiten und welche Unterschiede gibt es bei den Gläubigen?

Schenkels: Hier wie da werden es weniger Menschen, wonach die Strukturen anzupassen sind. Anders als in Deutschland sind Gemeinden in den Niederlanden autonomer, bekommen dafür aber keine Kirchensteuer.

Gibt es Traditionen, die sich entwickelt haben?

Schenkels: Auf jeden Fall die Blumengrüße, die eine jede Delegation immer mitbringt. In der Regel sind es Pflanzschalen, die an Ältere oder Kranke weiter gereicht werden, die nicht am Austausch teilnehmen können. Zur 1000-Jahr-Feier 1997 hatten wir auch 1000 Blumen-Zwiebeln mit, die unter anderem am Hospital „Zum Heiligen Geist“ gesteckt worden sind.

Damit können Sie gewiss einschätzen, wie sich die Kur- und Kreisstadt entwickelt hat.

Schenkels: Oh ja. Wir haben das Holperpflaster der Altstadt noch in Erinjnering. Und jetzt ist es – inklusive Marienkirche – sehr schön geworden.

Von René Gaffron

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