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Blumenklau am Bahnhof sorgt für Frust

Bad Belzig Blumenklau am Bahnhof sorgt für Frust

Immer wieder bedienen sich Unbekannte an den Blumenkübeln und Rabatten am Bahnhofsvorplatz in Bad Belzig. Egal ob Geranien im Sommer oder Heidekraut im Herbst, es dauert nur Tage bis ein Teil der neuen Pflanzen fehlt. „Als würden sie darauf warten“, sagt Katja Steinmetz, die mit Beschäftigten der Fliedners-Werkstätten die Grünpflege betreibt.

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Marco Richter (links) und Hans-Joachim Notzke sind zwei Mal pro Woche am Bahnhof und pflegen die Blumenbeete.

Quelle: Victoria Barnack

Bad Belzig. Katja Steinmetz und ihre Gruppe aus den Fliedners-Werkstätten sind sauer und frustriert. Immer wieder stehlen Unbekannte die Blumen, die sie drei Mal im Jahr liebevoll am Bahnhofsvorplatz einpflanzen. „Es ist regelrecht so, als würden sie darauf warten“, sagt Gruppenleiterin Steinmetz. Egal ob Geranien im Sommer oder Heidekraut im Herbst, es dauert höchstens eine Woche bis ein Teil der Pflanzen fehlt oder herausgerissen in den Rabatten liegt.

Seit dem Umbau des Bahnhofs im Jahr 2012 haben die Stadtwerke das Unternehmen, in dem Menschen mit Behinderungen arbeiten, mit der Grünflächenpflege beauftragt. Fast genauso lange läuft der Kampf gegen die Blumendiebe. „In den ersten Jahren ging es noch“, erinnert sich Steinmetz. Damals hatte sie sich die Mühe gemacht, neue Blumen nachzupflanzen.

„Aber das geht ins Geld“, sagt sie. Seit 2016 bleiben die leergeklauten Blumenkübel und Rabatten wie sie sind. 150 Euro haben allein die 60 Heidekrautpflanzen gekostet, die vor einigen Tagen eingesetzt wurden. Zehn von ihnen fehlen schon. „Wir sind zwei Mal pro Woche am Bahnhof“, erzählt Steinmetz, „oft fehlen die ersten Blumen schon zwei Tage nach dem Einpflanzen.“

Lücken im Beet

Lücken im Beet: Von den 60 neuen Heidekrautpflanzen fehlten bereits nach wenigen Tagen zehn Stück.

Quelle: Victoria Barnack

Nicht nur wegen des Geldes sei die Unverschämtheit der Diebe ärgerlich, meint Stadtwerke-Mitarbeiter Ingo Krugmann. „Es geht auch um die Wertschätzung der Beschäftigten“, sagt er. Bis zu vier Fliedners-Beschäftigte sind bei jedem Einsatz vor Ort. Sie fegen Gehwege, zupfen Unkraut, sammeln herumliegenden Müll ein und gießen die Blumen. „Mit ihrer Arbeit sind wir sehr zufrieden“, erklärt Krugmann, „da ist es schade, dass die Pflanzen immer wieder zerstört werden.“

Auch die Polizei ist machtlos gegen die Diebe. Sie müssten auf frischer Tat ertappt werden, um ihnen etwas nachzuweisen. Die Stadtwerke haben bereits alle möglichen Register gezogen, um den Blumenklau zu unterbinden. „Auch eine Belohnung hat nichts gebracht“, sagt Ingo Krugmann. Sogar Videokameras zur Überwachung habe er schon in Betracht gezogen. Denn beim Blumenklau bleibt es am Bad Belziger Bahnhof nicht. Mülleimer werden regelmäßig umgetreten, die Wände beschmiert. „Aber bei der Kamera kam uns der Datenschutz in die Quere“, erklärt Krugmann, „außerdem sind diese Leute ja nicht ganz doof. Da haben wir dann jemanden mit Kapuze im Gesicht und wissen noch nicht, wer es ist.“

Die farbenfrohe Bepflanzung will er trotzdem nicht aufgeben. „Koniferen hinzustellen, die immer grün sind, ist doch auch blöd“, sagt er, „da guckt dann keiner mehr hin. Die Saisonbepflanzung soll etwas fürs Auge sein.“

Von Victoria Barnack

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