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Blutspende: Für den guten Zweck an der Nadel

Treuenbrietzen Blutspende: Für den guten Zweck an der Nadel

Das Deutsche Rote Kreuz rief in Treuenbrietzen zur Blutspendeaktion ins hiesige Bürgerhaus – und 55 Menschen ließen es sich nicht nehmen, für den guten Zweck etwas von ihrem Lebenssaft zu geben. Unter ihnen waren Fläminger, die bereits seit Jahrzehnten aus Überzeugung Blut spenden ebenso wie Neulinge, die zum ersten Mal an der Nadel hingen.

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Bevor Detlev Jentsch (63 Jahre) sich bereits zum 123. Mal auf die Liege zum Blutspenden hinlegt, warten auf den Treuenbritzener verschiedene Untersuchungen. Schwester Gabriele Tobaldt misst Fieber und kontrolliert mit einem kleinen Pikser in den Finger oder ins Ohrläppchen den Eisengehalt im Blut.

Quelle: Uminski

Treuenbrietzen. Rhythmisch und gleichmäßig schwankt die rote Flüssigkeit im sterilen Beutel auf der Blutmischwaage. Ein Schlauch führt direkt in die Armvene von Rainer Specht. Der Treuenbrietzener geht seit den 90er Jahren regelmäßig Blut spenden. Auch heute liegt er auf der Liege im Bürgerhaus und spendet den wertvollen roten Saft beim Deutschen Roten Kreuz. 387 Milliliter zeigt die digitale Anzeige an. „Mir geht es gut“, sagt der 70-Jährige. Noch nie ging es ihm beim Blutspenden schlecht oder sei er umgekippt. Bei 500 Milliliter bleibt die Anzeige stehen, das Gerät piept. Schwester Elke Rühlicke klemmt den medizinischen Schlauch ab. Mit dem heutigen Besuch beim Deutschen Roten Kreuz war Rainer Specht bereits 75. Mal Blut spenden.

Als Dankeschön erhält der Treuenbritzener nicht nur eine Flasche Sekt. Bis Oktober noch verteilt das DRK als Dankeschön ein mobiles Aufladegerät für das Handy, Smartphones oder MP3-Player. „Ich gehe zum Blutspenden, weil es gesund ist und ich anderen damit helfen kann“, betont der 70-Jährige. Außerdem könne jeder mal in eine Notsituation geraten und selbst den Lebenssaft brauchen. Noch bis einen Tag vor seinem 73. Geburtstag darf Rainer Specht sein Blut anbieten. Dann ist Schluss. „Bis zu sechs Mal im Jahr dürfen Männer Blut spenden“, weiß Melanie Bokowski, Referentin für die Öffentlichkeitsarbeit des Deutschen Roten Kreuzes Nord-Ost. Gerade im Sommer werde nochmals zum Spenden aufgerufen. „Es kommen in der Ferienzeit weniger Spender, der Bedarf bleibt aber gleich“, so die DRK-Mitarbeiterin.

Hintergrund zum Blutspenden

55 Blutspender fanden am 21. Juli den Weg in das Bürgerhaus in Treuenbrietzen – vier davon waren Erstspender.

108 Millionen Blutspenden werden weltweit pro Jahr benötigt.

Mit einer Blutspende kann bis zu drei Schwerkranken oder Verletzten geholfen werden.

Blutspender müssen mindestens 18 Jahre alt und gesund sein.

Bis zu sechs Mal innerhalb eines Jahres dürfen Männer spenden, Frauen bis zu vier Mal.

Blutspenden aller Blutsgruppen werden dringend gebraucht.

Aktuelle Forschungen gehen davon aus, dass jeder Mensch im Lauf seines Lebens mit 50-80 Prozent Wahrscheinlichkeit einmal auf die Gabe von Blutpräparaten angewiesen ist.

Nur knapp 3 Prozent der Bevölkerung spendet regelmäßig Blut, bis zu 33 Prozent können dies aufgrund der gesetzlichen Voraussetzungen jedoch tun.

Nächste Blutspendetermine im August im Hohen Fläming: 4.8. in Beelitz, Robert-Tiedemann-Haus, Clara-Zetkin-str. 16, 14:30-19 Uhr, 6.8. in Niemegk, Robert Koch Schule, Waldstraße 1, 9-12 Uhr, 8.8. in Bad Belzig, DRK Belzig, Gliener Str. 1, 15-19 Uhr, 11.8. in Treuenbrietzen, Bürgerhaus „Alte Feuerwehr“, Breite Str. 71, 15-19 Uhr, 23.8. in Linthe, ADAC Fahrsicherheitszentrum, Am Kalkberg 6, 15-19:30 Uhr und 31.8. in Brück, Grundschule Brück, Friedrich-L.-Jahn-Straße 1, 16:30-19:30 Uhr.

Weitere Informationen unter www.blutspende.de oder die Servicehotline aus dem Deutschen Festnetz kostenlos unter Tel. 0800 11 94 911.

Das Angebot des Deutschen Roten Kreuzes im Bürgerhaus nutzt auch Christian Lüdicke. Der 45-Jährige hat mit dem Blutspenden in der Armeezeit begonnen, als er 19 Jahre als war. „Das kostet nichts, tut nicht weh und hilft anderen“, betont der Treuenbritzener. Bereits zum 79. Mal spendet der 45-Jährige. Bevor es auf die Liege zum Blutspenden geht, warten auf die Spender verschiedene Stationen: Anmeldung und Anmeldebogen, Messung des Eisenwertes, Fieberkontrolle, vertraulicher Selbstausschluss, Blutdruck messen und das abschließende Gespräch mit dem Arzt. „Es ist die einfachste Form was Gutes zu tun“, sagt Melanie Bokowski, die selbst seit 13 Jahren Blut spendet.

Was das Blutspenden angeht, ist Detlev Jentsch schon ein alter Hase. Bereits 122. Mal hat der Treuenbritzener Blut gespendet. „Ich bin durch meine Arbeitskollegen dazu gekommen – die halbe Belegschaft ging zur Blutspende“, erinnert sich der 63-Jährige. Seitdem sind die Blutspendetermine zum festen Bestandteil geworden. „Nur als mein Eisenwert zu niedrig war, musste ich eineinhalb Jahre pausieren.“ Als 1993 seine Frau an Leukämie erkrankte, sah Detlev Jentsch in der Klinik wie viele Menschen die Blutpräparate benötigen. „Jeder kann in die Situation kommen und braucht plötzlich selbst Blut.“ Das Blutspenden sei auch deshalb so wichtig, weil man es nicht künstlich herstellen könne, betont der 63-Jährige. „Im ländlichen Bereich ist die Spendenbereitschaft geringfügig höher als in den Ballungsgebieten der großen Städte“, weiß Kerstin Schweiger, Pressesprecherin des DRK-Blutspendedienst Nord-Ost.

Nach den ärztlichen Untersuchungen geht Detlev Jentsch zu den Liegen. Schwester Martina Schulze legt vorsichtig den Zugang, das Blut färbt den dünnen Schlauch rot. Die Wippe bewegt sich gleichmäßig. 89 Milliliter erscheinen auf der digitalen Anzeige. Entspannt liegt der 63-Jährige auf der Liege. Nach knapp 10 Minuten ist der Beutel mit dem roten Saft prall gefüllt. Damit spendete Detlev Jentsch heute bereits zum 123. Mal Blut. Für den Treuenbrietzener ist das nicht das letzte Mal.

Von Johanna Uminski

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