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Bogendüne noch immer in Gefahr

Bliesendorf Bogendüne noch immer in Gefahr

Laut aktuellem Amtsblatt hat der Landkreis die Bogendünne Renneberge zwar unter Schutz gestellt, erklärt den Bau von Windkraftanlagen dort aber gleichzeitig für zulässig. Für Ortsvorsteherin Eveline Kroll ist das ein Widerspruch, durch den die einzigartige Landschaft im Wald südlich von Bliesendorf weiter in Gefahr ist.

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Norbert Schlaak (r.) erklärte den Wanderern die Entstehung der Bogendüne Renneberge bei Bliesendorf.

Quelle: Privat

Bliesendorf. Die Bogendüne Renneberge ist als sogenannter „geschützter Landschaftsbestandteil“ vom Landkreis Potsdam-Mittelmark zwar unter Schutz gestellt worden, aber Windanlagen dürfen dort trotzdem aufgestellt und betrieben werden. Das geht aus dem aktuellen Amtsblatt des Kreises hervor. Darin heißt es zunächst, dass im Grunde jegliche Veränderung an der Düne südlich von Bliesendorf verboten ist. Im nächsten Paragraf wird diesem Punkt aus Sicht von Bliesendorfs Ortsvorsteherin widersprochen. „Leider wurde als zulässige Handlung die Errichtung und der Betrieb von Windenergieanlagen mit aufgenommen, soweit sie das geschützte Erscheinungsbild der Bogendüne Renneberge nicht erheblich beeinträchtigen“, sagt Eveline Kroll. Für den Bau dieser Anlagen und der Wege dorthin müsse die Düne aber zwangsläufig abgetragen, begradigt und verdichtet werden. Dadurch seien nicht nur die Düne selbst, sondern auch die geologisch wertvollen Bodenschichten gefährdet, so Eveline Kroll weiter. Der Kreistag hatte beschlossen, dass die Einzigartigkeit der Bogendüne erhalten bleiben und sie deshalb einstweilig sicher gestellt werden soll. Dies sei nicht gegeben, wenn 230 Meter hohe Windräder im Wald stehen. Die Ortsvorsteherin und Sprecherin der Bliesendorfer Bürgerinitiative gegen die Planung des großen Windparks hofft nun, dass die Behörden um die Besonderheit dieser Landschaft wissen und sie im Sinne der Sicherstellung auch entsprechend berücksichtigen.

Am Sonntag hatten sich indes etwa 50 Wanderer aufgemacht, die Bogendüne gemeinsam mit dem Geologen Norbert Schlaak zu erkunden. Anlass war der bundesweite Tag des Geotops. Norbert Schlaak erklärte vor Ort anhand verschiedener Karten die Eiszeiten, Gletscherwanderungen, Klimaveränderungen und die damit verbundenen Veränderungen im Boden bis hin zur Entstehung der Bogendüne. Charakteristisch für sie ist die gleichmäßige Form mit kleinen eingewehten Bögen, erklärte er. Nach dem Brand des Waldes im Hochmittelalter wurde die Düne mit feinem Sand überweht. Kiefern sollten sie stabilisieren. Die Wanderung war aus Sicht der Ortsvorsteherin ein voller Erfolg. Im Garten des Forsthauses Resau wurden die Wanderer mit Kuchen und Leckereien von der Hausherrin Kristin Vetter und den Bliesendorfer Landfrauen empfangen.

Von Luise Fröhlich

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