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Potsdam-Mittelmark Borkheide: Kamow 26 landet punktgenau
Lokales Potsdam-Mittelmark Borkheide: Kamow 26 landet punktgenau
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00:30 25.10.2015
Anlieferung des Kamow 26 nach Restaurierung bei Trainico Wildau. Quelle: Andreas Koska
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Borkheide

Auch mal etwas Neues probieren: Kai Vaorin von der Firma MTG aus Groß Kreutz hat in dieser Woche am Flugplatz Borkheide in seinem Brummi übernachtet. Er hatte schließlich wertvolle Fracht geladen, die von der Hans-Grade-Gesellschaft sehnlichst erwartet wurde. Am Mittwochabend war der Kraftfahrer mit in Wildau gestartet – und erfüllte die ihm übertragene Aufgabe: den Hubschrauber Kamow 26 zurück nach Borkheide zu bringen.

Es war noch dunkel, als am Donnerstag gegen 7 Uhr der Kranwagen vorfuhr, um den zwei Tonnen schweren Helikopter vom Tieflader auf den von Vereinsmitgliedern vorbereiteten Ausstellungplatz zu hieven. „Wir wollten ihn nicht wieder auf den nackten Rasen stellen, deshalb haben wir ein Rondell von sechs Metern angelegt und drei Punktfundamente gegossen“, sagte Burckhard Ballin. Der Vorsitzende der Hans-Grade-Gesellschaft konnte sich dabei auf die Unterstützung der ortsansässigen Unternehmer verlassen. So spendierte die Firma Kerker fünf Tonnen Kies und Metallbau Michael Schröder den Stahlring für die Einfassung.

Rotorblätter abmontiert

Probleme gab es bei der Umsetzung keine. „Wir hatten eine Höhe von 4,20 Meter, das ging in Ordnung“, berichtete Kai Vaorin. Um die Limits nicht zu gefährden, wurden bei der Firma Trainico die Rotorblätter und die Reifen für den Transfer abmontiert und extra gepackt. Da auch alle anderen Genehmigungen vorlagen, konnte er die Reise starten.

Herkunft ist nicht geklärt

Der Kamow 26 ist ein Hubschrauber der von 1969 bis 1985 in der Sowjetunion gebaut worden ist. Der Helikopter wiegt rund zwei Tonnen, hat einen Rotordurchmesser von 13 Metern, ist 7,75 Meter lang und 4,05 Meter hoch. Seine Reichweite beträgt bis zu 1200 Kilometer bei einer Geschwindigkeit von bis zu 170 Kilometer je Stunde

Das hiesige Exemplar, Baujahr 1970, kam nach der IL 18 „Tango Echo“ (Landung 1989) als nächstes Fluggerät in die Sammlung der Hans-Grade-Gesellschaft. Woher es kam, kann heutzutage nicht mehr gesagt werden. „1993, als ich herkam, stand er schon da“, sagt dazu Vereinschef Buckhard Ballin.

Die Michendorfer Firma MKD hob das Denkmal, an dem immerhin fünf Jahre gewerkelt wurde, schließlich an seinem Bestimmungsort mithilfe eines Krans vorsichtig an. Bernd Knott an den Hebeln zeigte dabei sein Können. Zusätzlich leisteten mit Stephan Gerlach und Kevin Kuck zwei Einheimische Hilfestellung, damit die „Landung“ am Stellplatz punktgenau funktionieren konnte. Nach zehn Minuten war das Prozedere erfolgreich bewältigt. „Am Freitag werden jetzt noch die Freunde von Trainico die Rotorblätter und die Räder montieren“, blickte Kuck kurz danach bereits nach vorn. Der stellvertretende Chef der Hans-Grade-Gesellschaft war beim Verladen dabei und will am Freitag ebenfalls mithelfen.

Kevin Kuck half bei der Umsetzung des Hubschraubers mit. Quelle: Andreas Koska

Aus Wildau wird dazu Steffen Hackenschmidt anreisen. Im Gepäck hat er dann eine Düngersprüheinrichtung und den Düngertank. Sie müssen ebenfalls noch an die Maschine angeschraubt werden. Der Kamow 26 war nämlich zuletzt als Agrarflieger in Einsatz.

Restaurierung von Fachbehörde begleitet

Gemeinsam mit der benachbarten IL-18 „Tango Echo“, in der sich das Museum zu Ehren des Borkheider Flugioniers Hans Grade befindet, ist das Fluggerät in der Denkmalliste eingetragen. Deshalb wurde die Restaurierung auch von der Fachbehörde begleitet, die penibel auf die originalgetreue Wiederherstellung achtete. „In unserer Werkstatt brauchen wir Originalfluggeräte, um optimale Lehrbedingungen gewährleisten zu können“, erklärte Steffen Hackenschmidt. Selbst ist der technische Ausbilder bei Trainico auch Mitglied der Hans-Grade-Gesellschaft.

Die Rotorblätter wurden temporär abmontiert. Quelle: Andreas Koska

Am Samstag wird anlässlich des Aktionstages „Feuer und Flamme für unsere Museen“ die Übergabe des wieder flugfähigen Helikopters feierlich begangen. Das nächste Projekt ruft indes bereits: Auch der vor zwei Jahren in die Waldgemeinde gekommene Hubschrauber MI-8 wird den Weg nach Wildau antreten, um dort auf Vordermann gebracht zu werden.

Von Andreas Koska

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